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Romance Scamming:

Online Romance ScamFür viele schüchterne Menschen sind Online-Singlebörsen wie Parship eine tolle Möglichkeit um einen passenden Partner oder eine Partnerin zu finden. Leider gehen nicht alle User nur mit guten Absichten auf die Suche. So kommt es immer wieder vor, dass gut gläubige Nutzer um unterschiedlich große Geldsummen betrogen werden.

Dies geschieht mit exakt ausgeklügelten Methoden, sodass auch eigentlich vorsichtige und skeptische Personen zur Kasse gebeten werden können.

Wie das funktioniert und wie Sie sich vor betrügerischem Vorgehen wirklich schützen können, möchten wir Ihnen im nachfolgenden Ratgeber aufzeigen.

Was genau ist Romance Scamming?

Hinter dem Begriff des Romance Scamming (Liebesbetrug) verbergen sich Betrüger, die sich hinter einer falschen Identität verstecken, um über Singlebörsen an Geld zu kommen.

Oft handelt es sich dabei um Männer aus Nigeria, welche in großen Banden zusammen arbeiten (Nigeria Connection).

Die Betrüger legen Profile auf Singlebörsen an, um dort mit einer Masche Geld zu erbeuten. Selbstverständlich kommen die Betrüger mittlerweile nicht mehr nur aus Nigeria, doch sie sind nach wie vor die Vorreiter des lukrativen Geschäfts.

So gehen die Betrüger vor

Sie denken, dass Ihnen so etwas nicht passieren kann? Die Täter sind gerissener als Sie denken. Deshalb haben wir im nachfolgenden Teil genau zusammengestellt, wie die Täter vorgehen, je nachdem, ob sie es auf Frauen oder Männer abgesehen haben.

Männliche Betrüger

Da die Täter im Normalfall kein Deutsch sprechen, geben Sie sich einfach als Amerikaner, manchmal auch als Briten aus. Auf den gestohlenen Bildern haben sie eine weiße Hautfarbe und auch sonst wirkt alles seriös. Sie verfügen oft über eigene Webseiten und einen aktiven und gut gepflegten Facebook-Account.

Die männlichen Täter sind in der Regel zwischen 30 und 55 Jahren alt und suchen nach Damen von 35 bis 70 Jahren. Ihr Lebenslauf ist nie gleich, sodass sie teilweise Kinder haben, kinderlos sind, als Witwer oder geschieden leben. Meist sind sie beruflich erfolgreich und geben sich als international tätige Geschäftsleute aus. Auch Berufe wie das Ingenieurswesen oder Soldaten werden häufig genommen.

Die Konversation erfolgt in meist relativ schlechtem Englisch, wobei zumindest die ersten Mails teilweise fehlerlos sind. Das liegt daran, dass diese aus festen Bausteinen bestehen, die die Betrüger je nach Bedarf nur zusammenfügen und etwas abwandeln müssen. Schließlich könnten sie die Vielzahl an Mails pro Tag sonst nicht bewerkstelligen.

Bei der Kommunikation fällt auf, dass diese schnell sehr vertraut klingt, so als ob sich Opfer und Täter schon ewig kennen würden. So verwenden die Täter gerne englische Kosenamen.

Sie versuchen innerhalb kürzester Zeit Vertrauen aufzubauen und verwenden dazu oft auch psychologische Tricks. Teilweise sind die Nachrichten starken Stimmungsschwankungen unterworfen, für die sich die Schreiber aber immer sehr stark entschuldigen.

Sobald sie merken, dass das Vertrauen aufgebaut ist, erklären Sie, dass sie in einer schlimmen Situation stecken. Dabei sind die Szenarien vielfältig. Beispielsweise wurde der erfolgreiche Geschäftsmann in einen Unfall verwickelt und muss schnell eine große Summe bezahlen, um aus dem Verfahren herauszukommen. Alternativ handelt es sich um ein krankes Familienmitglied, den Tod eines Verwandten oder das Schulgeld, das nicht beglichen werden kann.

Die Opfer werden mit Nachdruck wieder und wieder aufgefordert zu helfen, wobei die Täter immer wieder betonen, wie sehr die Zeit drängt. Sie möchten den Damen so die Zeit nehmen, sich doch noch gegen eine Zahlung zu entscheiden. Teilweise gehen die Täter sogar so weit, dass sie die „behandelnden Ärzte“ anrufen lassen, um nochmals auf die Wichtigkeit einer Operation hinzuweisen, wenn es sich um einen Krankheitsfall handelt. Manche Betrüger scheuen sich nicht einmal davor mit einem Selbstmord zu drohen, wenn sie die Zahlung nicht erhalten. So setzen sie die Frauen extrem unter Druck und machen ihnen ein schlechtes Gewissen.

Ein gutes Indiz dafür, dass Sie drauf und dran sind, auf einen solchen Betrüger hereinzufallen, ist, dass dieser schon nach kurzer Zeit auf Mails, Skype oder andere Kommunikationswege umsteigen möchte, anstatt weiter über das interne System der Partnerbörse zu kommunizieren.

Lassen Sie sich auf keinen Fall davon beeindrucken, dass auch in Skype eine reale Person mit Ihnen spricht. Die Banden sorgen durch ausreichend Personal nicht nur für perfekte Profile und Accounts, sondern bezahlen außerdem Schauspieler für diese Gespräche. So wirken sie wesentlich seriöser.

Selbstverständlich sind auch alle gut inszenierten Liebesschwüre erfunden und Sie sollten sich nicht davon blenden lassen. Die Betrüger idealisieren Partnerschaften gerne und versprechen ihren Opfern das Blaue vom Himmel.

Es ist nicht erkennbar, ob die Scammer bevorzugt kostenlose Profile nutzen oder nicht. Manche Männer nutzen kostenlose Profile und lassen sich somit von den Frauen anschreiben. Andere wiederum bezahlen ihren Premium Account mit gestohlenen Kreditkartendaten.

Weibliche Betrüger

Die Maschen der Scammer sind immer unterschiedlich, gleichen sich aber zumindest im Hinblick auf die Geldforderungen, welche immer durch Krankheits-, Todesfälle oder andere äußere Einwirkungen nötig werden, nachdem die Betrüger die Opfer schon eine Weile kennen.

Die Damen sind im Normalfall extrem attraktiv und mit einem Durchschnittsalter von 27 bis 40 Jahren relativ jung. Die Männer, nach denen Sie suchen, sind meist zwischen 35 und 70 Jahren alt.

Meistens sind die Damen von Beruf Lehrerin, Krankenschwester oder Geschäftsfrau. Sie kommen laut den Angaben ihrer Profile bevorzugt aus Amerika, England oder Osteuropa und schreiben vor allem auf Englisch, selten auf Deutsch.

Es gelingt den Frauen anfangs vor allem durch Komplimente und überschwängliche Formulierungen das Vertrauen des Gegenübers zu gewinnen. So machen sie den Männern Komplimente für ihr Profil und bedanken sich für die erhaltenen Nachrichten.

Wie die männlichen Betrüger bevorzugen auch sie es, schnell auf andere Kommunikationswege, wie zum Beispiel Skype und Mail umzusteigen. Auch Einladungen zu erotischen Chats schicken die Damen ihren Opfern gerne.

Wie die männlichen Täter besitzen auch sie oftmals gut gemachte Fake-Profile bei sozialen Netzwerken. Die Profile bestechen dabei nicht nur durch gut gemachte Fotos, sondern auch durch zahlreiche Profilaktivitäten und viele Freunde. Teilweise wird sogar für gefälschte Firmen-Websites gesorgt.

Die Täterinnen wickeln die Männer nicht nur durch ihr tolles Aussehen, sondern auch durch ständigen Kontakt um den Finger. Sie chatten oft stundenlang mit ihnen, telefonieren und skypen sogar, was besonders für die Glaubhaftigkeit sorgt.

Sobald die Männer das Gefühl haben, nicht mehr ohne die Frau leben zu können und außerdem immer wieder mit Liebesschwüren überhäuft werden, kommt die Geldforderung. Ging es vorher in den Gesprächen noch um Arbeit, Karriere, Kinder und den täglichen Alltag, kommt nun plötzlich die Katastrophe ins Spiel. Die Szenarien sind dabei, wie bereits erwähnt, immer ähnlich. Doch es geht immer um eine Notsituation in der extrem schnell eine Summe Geld benötigt wird.

Egal ob es sich bei den Tätern um Damen oder Herren handelt und welche Geschichte auch immer thematisiert wird, soll das Geld immer anonym per Western Union oder Money Gram überwiesen werden.

Wie die Betrügerinnen vorgehen, zeigt auch dieses Video genau anhand von wahren Geschichten Betroffener:

Was passiert, wenn die Scammer aufgeflogen sind?

Die Scammer wissen genau, dass ihnen so leicht nichts passieren kann. Sitzen sie doch im weit entfernten Nigeria oder einem anderen außer-europäischen Land und arbeiten womöglich sogar von gestohlenen Computern aus. Deshalb schrecken sie auch nachdem die Tat aufgeflogen ist, nicht davor zurück die Opfer weiter mit ihren Geschichten einzuwickeln. Sie versuchen weiter den Schein zu wahren und die Geschichte als Wahrheit darzustellen.

Das gelingt ihnen auch dadurch, dass sie immer wieder ihre Liebe beteuern und versprechen nach Deutschland zu kommen. Schließlich haben sie als Geschäftsleute ja einen gut bezahlten Job.

So können Sie sich schützen

Um sich vor Romance Scam zu schützen, sollten Sie bei jeglichen Nachrichten, die nach festen Bausteinen aussehen und in seltsamem Englisch oder Deutsch verfasst sind hellhörig werden. Auch wenn die Damen oder Herren nach kurzer Zeit vorschlagen auf einen anderen Weg der Kommunikation umzusteigen und schnell so tun, als würden Sie sich schon ewig kennen, ist Vorsicht geboten.

Zu Ihrer Sicherheit sollten Sie Daten wie Ihre Adresse, Ihren echten Namen, Ihre Telefonnummer und Ähnliches auf keinen Fall leichtfertig herausgeben. Lassen Sie sich auch nicht darauf ein, Ihren Ausweis eingescannt zu schicken. Die Ausweise werden häufig verwendet, um weitere Dokumente zu fälschen.

Seien Sie vorsichtig, wenn man Sie schnell mit Kosenamen anspricht und extrem viel Zeit in das Chatten, Telefonieren und Skypen investiert. Überlegen Sie sich, wie wenig Zeit ein wirklich erfolgreicher internationaler Geschäftsmann oder eine Geschäftsfrau wirklich haben und wie gut diese vermutlich Englisch sprechen.

Eine solche Person hätte es außerdem nicht nötig, Geld von Ihnen zu fordern und könnte Sie sofort besuchen, anstatt dies nur vorzugaukeln.

Haben Sie bei einem Chat Kontakt ein schlechtes Gefühl, können Sie jederzeit Parship darüber informieren.

Parship ist sehr dahinter verdächtige Scammer-Profile sofort herauszufiltern.

Zahlen Sie auf keinen Fall Geld, lassen Sie sich nicht auf Paketlieferungen ein und geben Sie keine privaten Daten preis. Sollte es zu Geldforderungen kommen, schalten Sie am besten auch die Polizei ein und brechen Sie den Kontakt sofort ab. Machen Sie auch alle Bekannten und Freunde, die auf Singlebörsen auf der Suche sind, auf dieses Problem aufmerksam. Nur wenn alle Nutzer für das Thema sensibilisiert sind, kann den Betrügern endlich das Handwerk gelegt werden!