Beziehungsunfähigkeit: Unfähig sich zu verlieben

Angst vor einer BeziehungHaben Sie nach dem Scheitern einer Beziehung schon einmal das Gefühl gehabt, beziehungsunfähig zu sein? Dann erging es Ihnen wie einem Großteil der Menschen.

Doch unter wirklicher Beziehungsunfähigkeit versteht man etwas anderes. Was genau das sein mag, wie man es erkennt und was man dagegen tun kann, haben wir nachfolgend für Sie zusammengefasst.

Wann ist man beziehungsunfähig?

  • Symptome

Personen, die unter Beziehungsunfähigkeit leiden, sagen das in der Regel nicht über sich selbst und wissen auch nicht, dass dieses Problem bei ihnen existiert. Für gewöhnlich suchen sie die Gründe für das Scheitern der Beziehung oder Ehe beim Partner.

Sogenannte Bindungsphobiker grenzen sich häufig von ihrem Partner ab, besitzen viele verschiedene Hobbies oder arbeiten extrem viel um allein sein zu können. Unter Umständen kann es sogar passieren, dass der Partner die Familie des Betroffenen nicht kennen lernen und auch sonst nicht viel über die Person ihm gegenüber erfahren darf.

Besonders schlimm für die Menschen, die sich in eine Person verlieben, die unter Beziehungsangst leidet, ist, dass sie häufig hintergangen und belogen werden, da die Entscheidungsfähigkeit nicht unbedingt eine Stärke der Betroffenen darstellt.

Auch körperliche Nähe wie Streicheleinheiten, Sexulität oder Küsse können ein Problem darstellen, wenn die jeweilige Person ihren Körper nicht akzeptiert und ein sehr geringes Selbstwertgefühl besitzt. Dies beginnt eine Partnerschaft früher oder später stark zu belasten, da der Partner sich dadurch leicht zurückgewiesen fühlen kann.

  • Schlimme Verlustängste als häufiger Auslöser

Auf den ersten Blick mag es nicht so wirken, doch die Betroffenen leiden häufig an sehr starken Verlustängsten, die sich durch Schwitzen, Herzrasen oder andere körperliche Symptome zeigen können. Wer bindungsunfähig ist, kann nicht nur sein Verliebtsein, sondern jegliche Gefühle schwer zeigen und nicht über seine Ängste sprechen. Er wirkt leicht abweisend und kann nur schlecht kommunizieren. Dies kann eine Beziehung schnell belasten.

Häufiges Streiten scheint teilweise unterbewusst geplant oder mit Absicht provoziert zu werden, um die Trennung früher oder später unausweichlich zu machen. Die Patienten wünschen sich eine möglichst unverbindliche Beziehung. Sie sagen Treffen kurzfristig aber oder verschieben sie.

Ferner stellen sie unglaublich hohe Ansprüche an ihre Partner, sodass diese sie nicht erfüllen können. Sobald die Beziehung scheitert, gibt der Patient dem Partner dann dafür die Schuld und erklärt, dass seine Bedürfnisse nicht ausreichend gestillt werden konnten.

Da die Betroffenen auch unfähig sind, sich zu entscheiden, kommt es nach der Trennung aus heiterem Himmel häufig auch wieder zur Versöhnung.

Klare Anzeichen für eine Bindungsphobie – so erkennen Sie die Betroffenen

Eine Beziehung mit einer Person zu führen, die Bindungsängste hat, kann sehr anstrengend und belastend sein. Aus diesem Grund möchten sich die meisten Menschen schnell sicher werden, ob bei ihrem Partner ein derartiges Problem vorliegt. Wir erklären Ihnen, worauf Sie achten müssen, um Betroffene schnell zu entlarven.

  1. Die Person will keine enge Beziehung

Sobald es ernst wird, sie zusammenziehen möchten, sich häufiger sehen oder über die gemeinsame Zukunft sprechen, wird Ihr Partner wie ein Eisklotz. Offene Gespräche sind nicht möglich und sie haben das Gefühl, dass er sich verschließt. Allgemein fordert er immer mehr Zeit für sich allein und interessiert sich nur wenig für die Partnerschaft.

  1. Kompromisse gibt es nicht

Während man zu Beginn der Verliebtheit noch zur Idealisierung neigt, wird schnell klar, wenn der Partner nicht bereit ist Kompromisse einzugehen und immer alles nach seinen Wünschen hin bestimmt werden soll.

  1. Starker Egoismus

Die Betroffenen zeichnen sich ferner durch einen hohen Grad von Egoismus aus. Sie tun sich sehr schwer damit, eine Beziehung zu leben, in der Treue eine Rolle spielt und entscheiden auch sonst eher zu ihren Gunsten.

Gründe für Bindungsangst – woher die Probleme wirklich kommen

Die Gründe für ernsthafte Bindungsängste liegen meist in der Kindheit. Wenn die Beziehung zu den Eltern in dieser Zeit nicht richtig aufgebaut werden kann und die Kinder sich einsam oder nicht ausreichend geliebt fühlen, sorgt das das ganze Leben lang für Probleme in Partnerschaft und Sexualität.

Auch die Vergangenheit hat einen großen Einfluss auf die aktuellen Beziehungen. Sind Partnerschaften davor gescheitert und wurde die Person stark verletzt als sie verliebt war, so kann das dazu führen, dass sie sich aus Angst erneut verletzt zu werden zurückzieht. Seelische Verletzungen heilen eben besonders schwer und langsam.

Hilfe für Betroffene – das können Sie tun

  1. Eine Therapie kann helfen

Selbstverständlich müssen Menschen, die an der Unfähigkeit sich zu verlieben leiden, nicht ewig Single sein. Heute handelt es sich vielmehr um ein Phänomen, an dem sehr viele Personen leiden ohne es zu wissen oder zuzugeben. Wer sich seine Ängste und Probleme jedoch eingesteht, hat eine gute Chance auf einen Neuanfang. In der Therapie werden Ängste und schlechte Erfahrungen aus der Vergangenheit verarbeitet und der Grundstein für ein neues und glücklicheres Leben gelegt.

  1. Mit dem Partner reden

Viele Partner sind bereit, den Betroffenen im Kampf gegen die Bindungsangst zu helfen. Doch dafür müssen Sie erst einmal darüber Bescheid wissen und um Rat gefragt werden. Ein offenes Gespräch kann hierbei sehr viel bewegen.

  1. Die Vergangenheit aufarbeiten und das Problem einsehen

Wer kein offenes Gespräch sucht und auch keinen Wert auf eine Therapie legt, sollte sich zumindest selbst mit sich selbst auseinandersetzen und versuchen die Vergangenheit aufzuarbeiten.

  1. Weg zu höherem Selbstwertgefühl

Ein höheres Selbstwertgefühl trägt dazu bei, dass die Betroffenen sich eher auf die Beziehungen einlassen können. Aus diesem Grund sollten keine Mittel und Wege gescheut werden um für mehr Selbstvertrauen zu sorgen.

  1. Geduld und Zeit vom Partner

Das Wichtigste ist aber, dass der Partner hinter der Betroffenen Person steht und ihr Zeit und Geduld schenkt, damit sie lernt sich selbst zu lieben, sich in der Selbstverwirklichung zu üben und auch Kompromisse kein Problem mehr sind.

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