Zusammenziehen: Die erste gemeinsame Wohnung

Es gibt nur wenige Themen, die junge Paare so sehr beschäftigen, wie der Einzug in die erste gemeinsame Wohnung. Es ist ein großer Schritt, die eigene Unabhängigkeit aufzugeben und das Leben ganz mit dem Partner zu teilen. So lässt es sich nicht verleugnen, dass dabei auch immer wieder Probleme und Streitigkeiten auftauchen können. Trotz allem handelt es sich um eine sehr schöne und unvergleichliche Erfahrung, die niemand in seinem Leben missen sollte.

zusammenziehenZusammenziehen ja oder nein?

Die Entscheidung zu fällen, ob der Umzug in eine gemeinsame Wohnung stattfinden soll oder nicht, kann niemand abnehmen und sie ist sicherlich auch nicht immer leicht zu treffen. Die Betrachtung einiger wichtiger Pro- und Kontra- Punkte kann jedoch hilfreich für alle sein, die sich noch nicht sicher sind, ob sie auf dem richtigen Weg sind oder nicht.

Pro:

  1. Einfachere Organisation der Beziehung

Das Zusammenziehen kann die Beziehung zum Partner oder der Partnerin um ein Vielfaches erleichtern. Plötzlich ist es nicht mehr notwendig durch die halbe Stadt zu fahren um sich zu sehen und die Mitnahme des Übernachtungsgepäcks in Uni und Arbeit hat ebenfalls ein Ende.

  1. Neuer Schritt für die Liebe

Jeden Tag neben dem Partner aufzuwachen und einzuschlafen ist außergewöhnlich und besonders schön. Die Möglichkeit dies zu tun und dadurch zu noch mehr Intimität und Vertrauen zu finden, ist ein ganz neuer Schritt für die Liebe, den es zu entdecken gilt.

  1. Offizielle Bekenntnis zur Liebe

Mit einer gemeinsamen Wohnung ist die Zusammengehörigkeit von Ihnen als Paar nun auch für alle anderen sichtbar. Ihre beiden Namen finden sich am Klingelschild und jeden Tag kommen Sie beide nach der Arbeit in die gleiche Wohnung zurück. Zu wissen, dass dies nun auch den Außenstehenden klar wird, kann ein besonders schönes Gefühl sein.

  1. Geteilte Hausarbeit ist halbe Hausarbeit

Mögen Sie Hausarbeit? Wenn nicht, zählen Sie mit dieser Einstellung zum Großteil der Bevölkerung. Wie schön ist es dann, wenn man das Bad nicht alleine putzen und den Müll gemeinsam hinunter bringen kann. So machen auch die unangenehmsten Arbeiten wieder ein wenig Freude.

  1. Gemeinsam – nie mehr einsam

Nicht allein zu sein, wenn man abends nach Hause kommt ist ein unbezahlbar schöne Gefühl, das hilft, dem Partner emotional noch näher zu kommen und sich täglich auf Zuhause zu freuen.

  1. Finanziell attraktiv

Das Geld allein darf selbstverständlich kein Grund sein um mit dem Partner in eine gemeinsame Wohnung zu ziehen. Wenn jedoch beide bereits länger in ihren eigenen Wohnungen leben und immer hin und her pendeln, geht dabei unnötig Geld verloren. Durch das Zusammenziehen ist es möglich, für weniger Geld in einer größeren Wohnung zu leben.

  1. Mehr Freiraum für beide

Es mag wenig plausibel klingen, doch wer sich sicher jede Nacht sieht, muss nicht eifersüchtig sein, wenn der andere einmal ein Bierchen mit den Freunden trinken geht oder sie einen Mädelsabend veranstaltet. Es bleibt schließlich immer noch genug Zeit zu zweit.

  1. Jetzt oder nie – Zeit ist Sex

Sieht man sich nur selten, so sind die Möglichkeiten sich auch körperlich näher zu kommen gezählt. Ganz anders ist das nachdem man zusammengezogen ist. Jeden Morgen und Abend und das ganze Wochenende besteht jetzt die Möglichkeit sich gegenseitig zu verwöhnen.

Kontra:

  1. Zu wenig Freiräume

Eventuell sind Sie ein sehr freiheitsliebender Mensch und haben noch nie die Wohnung mit einer anderen Person, wie zum Beispiel in einer Wohngemeinschaft, geteilt. In einem solchen Fall kann die Umstellung etwas komplizierter sein. Schließlich möchte man den Partner nicht durch die Bitte nach etwas mehr Freiraum verletzen.

  1. Unterschiedliche Lebensrhythmen

Erst nachdem Sie einige Zeit zusammen in Ihrer Pärchenwohnung verbracht haben, zeigt sich, ob Sie beide den gleichen Lebensrhythmus teilen. Eventuell steht einer von Ihnen früh auf und geht lieber früh zu Bett, während der andere eine kleine Nachteule ist. Auf Dauer kann dies selbstverständlich zu Unstimmigkeiten und Streitereien führen.

  1. Deins oder meins?

Gerade für all diejenigen, die durch ihre Kindheit als Einzelkind oder mangelnde WG-Erfahrung noch nie teilen mussten, kann es schwierig sein, dies plötzlich zu tun. Das Bad ist nun manchmal belegt, wenn man gerade hinein möchte und im Fernseher läuft nicht immer die Lieblingssendung. Vor allem zu Beginn sind deshalb Kompromisse notwendig.

  1. Jeder Mensch hat seine Angewohnheiten

Erst nachdem Sie länger zusammenwohnen, werden Sie eventuell die eine oder andere Angewohnheit an ihrem Partner erkennen, die Ihnen vielleicht nicht so gut gefällt. Eventuell schraubt er die Zahncremetube niemals zu, lässt das Frühstück stehen oder raucht an Orten in der Wohnung, an denen es nicht vereinbart war. Auch wenn jede dieser Aktionen klein und unscheinbar wirkt, können sie zusammen ein großes und störendes Ganzes geben, das leicht explodieren kann.

Wann ist der richtige Zeitpunkt gekommen?

Sich für ein Zusammenleben zu entscheiden, ist ein großer Schritt, bei dem nichts unüberlegt getan werden sollte. Wann der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist, muss jedes Paar ganz für sich allein entscheiden. Wichtig ist, dass beide Partner mit der Idee glücklich sind und keiner von beiden versucht, den anderen dazu zu zwingen. Vielleicht sind Sie kein Typ für eine gemeinsame Wohnung oder Ihre Beziehung einfach noch nicht bereit dafür. Das ist kein Beinbruch, sollte aber unbedingt geklärt werden.

Vorbereitungen bevor man zusammenzieht

erste wohnungDas gemeinsame Leben muss keine Belastungsprobe für die Beziehung sein, wenn es richtig vorbereitet und überlegt wird. Mit dem richtigen Plan brauchen Sie sich also keinerlei Sorgen um ihre gemeinsame Zukunft zu machen, sondern können sich ganz einfach darauf freuen!

  • Test fürs Zusammenleben: Bevor der Umzug in eine gemeinsame Wohnung stattfindet, sollte zuerst einmal getestet werden, wie das Zusammenleben funktioniert. Dazu können Sie einige Wochen am Stück zusammen in der Wohnung des Partners wohnen. Unangenehme Wahrheiten in Bezug auf Sauberkeit und Ordnung und auch andere Unstimmigkeiten können sich so schnell zeigen.
  • Wohnungssuche mit Liste: Bevor der Umzug in die neue Wohnung überhaupt stattfinden kann, muss eine passende Bleibe gefunden werden. Hier kann es das erste Mal Streit geben, wenn nicht genau klar ist, wer welche Anforderungen an eine Wohnung stellt. Deshalb sollten Sie beide eine Liste anfertigen, auf der Sie genau festhalten, was Sie von einer Wohnung erwarten. Dazu gehört neben dem Schnitt, der Lage und der Größe natürlich auch der Preis. Sobald ein guter Kompromiss gefunden ist, kann erfolgreich eine passende Wohnung gesucht werden.
  • Wie soll die Wohnung aussehen?: Wie stellen Sie sich Ihre Wohnung vor? Von einer offenen Küche bis hin zu vielen kleinen oder wenigen großen Räumen ist alles möglich, was das Budget hergibt. Die Aufteilung und spätere Gestaltung der Räume sollte deshalb so genau wie möglich besprochen werden, damit es später keinen Ärger gibt.
  • Die Qual der Wahl: Besichtigen Sie am besten viele Wohnungen, auch wenn es nach einiger Zeit etwas nervig sein kann. Erst dann können Sie genauer abschätzen, was ihnen wirklich gefällt und was Sie beide suchen.
  • Hausarbeit und Besitztümer genau aufteilen: Halten Sie unbedingt fest, wer welche Arbeiten im Haushalt übernimmt. Das kann gerne auch mit einem Putzplan geschehen, wie es in Wohngemeinschaften üblich ist. Fertigen Sie zudem eine Liste an, die Auskunft darüber gibt, wem welche Dinge in der Wohnung gehören und was sie gekostet haben. Im Falle einer Trennung gibt es auf diese Weise keinen Ärger.
  • Wohnungen fristgerecht kündigen: Kündigen Sie Ihre bisherigen Wohnungen unbedingt fristgerecht und achten Sie darauf, dass sich die Zahlungen mit denen der neuen Wohnungen nicht überschneiden. Müssen Sie ein oder mehrere Monate doppelt zahlen, so kann dies schnell teuer werden. Schließlich kommen je nach Wohnung auch noch die Maklerprovision und die Kaution dazu.
  • Wie flexibel muss die Wohnung sein?: Zusammenzuziehen bedeutet oft auch, dass Gedanken an Nachwuchs nicht ganz ausgeschlossen sind. Eine Wohnung sollte somit eventuell Platz für Veränderung bieten. Ein Arbeitszimmer, das später zum Kinderzimmer werden kann ist zum Beispiel eine gute Möglichkeit.
  • Zwei gleichberechtigte Mieter: Machen Sie nicht den Fehler nur einen von Ihnen in den Mietvertrag einzutragen, sondern machen Sie sich beide zu gleichberechtigten Mietern. So haften sie im Falle des Falles auch gemeinsam und können je nach Vertrag getrennt voneinander kündigen. Wohnungen, bei denen keine Durchgangszimmer vorhanden sind, sind ideal. Im Falle einer Trennung können sie problemlos für eine Wohngemeinschaft genutzt werden. Diesen Gedanken sollten Sie stets im Hinterkopf behalten, auch wenn eine Trennung momentan vollkommen ausgeschlossen erscheint.

Worauf sollte man achten, wenn man beschließt zusammenzuziehen?

  1. paerchen auf dem bodenRückzugsmöglichkeiten für beide sind wichtig

Auch wenn Sie sich lieben und gerne Zeit zusammen verbringen, sollten Sie Ihre Unabhängigkeit beide nicht verlieren und den Rückzugsort des anderen akzeptieren. So wird die Wohnsituation angenehm entspannt.

  1. Ehrlich währt am längsten

Wenn Sie etwas stört, dann sagen Sie das ehrlich und warten Sie nicht damit, bis es richtig schlimm geworden ist und sie beide in einen unangenehmen Streit verfallen. Rechtzeitig geklärt, bleiben die Probleme angenehm klein.

  1. Zuerst sich selbst kennen lernen

Zusammenlegen und in eine gemeinsame Wohnung zu ziehen, ist per se eine gute Idee, doch dafür sollte man sich selbst zuerst einmal ein bisschen besser kennen. Das gelingt nur, wenn beide Partner nicht direkt vom Hotel Mama in eine gemeinsame Wohnung ziehen, sondern vorher allein oder in einer WG wohnen. So lernen beide, wie ein Haushalt zu führen ist und was sie vielleicht selbst verbessern müssten.

  1. Kein Streit über Finanzielles

Nicht umsonst heißt es, dass die Freundschaft immer dann aufhört, wenn es um Geld geht. Das sollte in einer Partnerschaft nicht der Fall sein. Alles Finanzielle sollte genau schriftlich geregelt sein. Ein gemeinsames Konto macht es leicht, Daueraufträge einzurichten, sodass beispielsweise die Kosten für Miete und Internet einfach monatlich abgebucht werden. Beide Partner zahlen dann einen fest vereinbarten Betrag pro Monat auf das Konto. Dieser kann beispielsweise ein Prozentsatz des jeweiligen Verdienstes sein. Auf diese Weise bleibt das Zusammenleben für den weniger verdienenden Partner fair.

  1. Eine neue gemeinsame Wohnung finden

Suchen Sie sich miteinander eine neue Wohnung, die sie gemeinsam einrichten und lieb gewinnen können. Hat einer von beiden bereits vorher in der Wohnung gewohnt, kann sich der jeweils andere als eine Art Eindringling fühlen, was zu Streitigkeiten führen kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.