Richtig Schluss machen: So beenden Sie Ihre Beziehung

die Beziehung beendenDas Tragische am Ende einer Beziehung ist oft, dass der eine früher einen Schlussstrich zieht als der andere. Innerlich zumindest. Fast immer begleitet einen der beiden Partner das nagende Gefühl des Zweifels und der Unzufriedenheit über einen längeren Zeitraum.

Kommt er für sich selbst zur Feststellung, dass diese Beziehung eben keine Zukunft hat und Liebeskummer und ein Dasein als Single immer noch besser ist als die aktuelle Partnerschaft, ist der Schlussstrich nun mal die einige Lösung. Schön ist eine Trennung nie. Aber sie kann mehr oder weniger respektvoll ablaufen. Im Anschluss gleich ein Date mit jemand Neuem zu verabreden etwa ist unglaublich schlechter Stil. Und fair kann man das auch nicht nennen…

Und jetzt? Wie schafft man es, seinem Partner den Trennungswunsch schonend mitzuteilen?

Eines vorweg: Schluss machen ist nun einmal eine unangenehme Angelegenheit. Für alle Beteiligten. Niemand tut das gern. Jedenfalls, wenn er keine klinisch relevante psychische Störung aufweist. Aber: Natürlich kann man eine Beziehung mehr oder weniger taktvoll beenden. Im Zweifelsfall sollte man natürlich so viel Fingerspitzengefühl wie möglich aufbringen. Immerhin geht es ja um jemanden, der einem einmal viel bedeutet hat.

Schonend kann man grundsätzlich nur dann Schluss machen, wenn es keine echte Überraschung ist. Sonst gilt: Es wir jemand verletzt werden, und es wird jemand leichter und der andere schwerer damit zurechtkommen. Meist.

Ende mit Schrecken – oder Schrecken ohne Ende

gebrochenes HerzOb man im Vorfeld nun Nächte lang Gespräche über die verschwundene Liebe geführt hat oder vor allem für sich selbst zum Schluss gekommen ist, dass man ums Schlussmachen nicht herum kommt: Es gibt No-Gos, die man grundsätzlich tunlichst meiden sollte. Vor allem, wenn man sich entschieden hat, ohne den Partner durchs weitere Leben zu wandeln.

Meist hat sich schon ein untrüglicher Bote des Untergangs gezeigt: Die Sexualität tritt immer mehr in den Hintergrund, die beste Freundin ist immer wichtiger als das Herzblatt. Vielleicht ist man ja nicht mehr verliebt, aber noch befreundet? Je nach Trennungsgrund kann man eventuell die Freundschaft retten. Auch wenn es höchste Zeit war, die Partnerschaft zu beenden.

Echt, jetzt?

Woher weiß ich, wie ich es am besten angehe? Naja – Wie würden Sie denn bestimmt nicht gerne sitzen gelassen? Da sind die meisten Menschen ähnlich. Selbst die Konfliktscheusten erwarten, dass man ihnen dabei in die Augen schaut und sich Zeit und Energie für ein klärendes Gespräch nimmt. Das ist man dem Ex-Herzblatt schuldig. Punkt. Alles, was –zurecht! – ungläubige Reaktionen wie „Echt, jetzt?“ „Das ist nicht dein Ernst!!“ „Ist das ein schlechter Scherz?“ auslöst, ist Tabu. Wenn man einen Hauch von Anstand und Rückgrat hat jedenfalls.

Heutzutage ganz oben auf der No-Go Liste stehen vor Allem folgende Möglichkeiten: Break-up per Kurzmitteilung, am Telefon oder, fast immer komplett letztklassig: einfach abtauchen.

Klassiker: “Ich geh´schnell Zigaretten holen”

Eine Minimalanforderung an das Ende einer Beziehung darf ruhig sein: Sich stets höflich zu benehmen. Oder Selbiges zumindest stets zu versuchen. Immerhin war man doch einst so verliebt! Das ist man der gemeinsamen Zeit schuldig, oder? Partnerschaften beginnen meist mit heißen Küssen und enden aus vielerlei Gründen. Ohne Schmerz geht es fast nie. Aber man kann es mehr oder weniger grausam angehen.

Als Gentleman aus der Nummer rauskommen? Das sollte nicht unbedingt Priorität haben. Eindeutig und doch so schonend wie möglich sollte der Schlussstrich sein. Kurz gesagt: So, dass man sich selbst noch in den Spiegel schauen kann, es aber keine Unklarheiten über Gründe und Zukunft gibt.

Nicht viel besser, aber vielleicht manchmal schonender: Gar nicht Schluss machen und die Sache einfach im Sand verlaufen lassen.

Gerade, wenn man sich nicht sicher ist, ob wirklich endgültig Hopfen und Malz verloren ist, ziehen sich viele Lover langsam aber sicher und auf Raten zurück. Die Abstände der Kontaktaufnahme werden immer länger, die Intensität erlischt schlicht ganz unmerklich. Ergibt in erster Linie dann wirklich Sinn, wenn es die zwei Involvierten ähnlich sehen. Will einer mehr als der andere, kann man sich kaum erhobenen Hauptes auf diese oder eine ähnliche Art und Weise aus der Affäre ziehen.

Richtig Schluss machen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Wann soll man die Beziehung beendenTja. Am besten, man hört da ganz tief in sich selbst hinein. In den anderen sollte man sich doch einigermaßen hineinversetzen können – immerhin war er doch einst die wichtigste Person im Leben! Die meisten würden wohl eines erwarten: Wenn der Entschluss steht, möglichst schnell auch umsetzen. Oder?

Auch wenn es Tausend Ausreden à la „Ich wollte ihr nicht den Urlaub verderben“ geben mag: Im Nachhinein wird diese Auszeit einfach nur halb so schön sein, weil man in jedes Detail etwas hineininterpretieren wird. Oder vermeintlich verpasste Chancen zählt, die man ja vielleicht hätte ergreifen wollen, wenn man schon Solo gewesen wäre. Das Leben ist kurz. Was vorbei ist, ist vorbei. Der letzte Akt sollte auf jeden Fall Priorität haben, egal, was sonst noch in Ihrer beider Leben so los ist.

Sollte also Zeit und Raum zu überwinden sein, dann ab in den Flieger oder ein paar Stunden frei schaufeln! Was getan werden muss, muss getan werden. Keine Ausreden. Kein Verschieben auf Morgen. Da wird es auch nicht besser. Aber man hat einen weiteren Tag in einer Situation verbracht, die keinen weiterbringt.

Lassen Sie´s bleiben, wenn zu  viel Alkohol im Spiel ist! Das hat einfach kaum Sinn. Nüchtern betrachtet muss man bei Tageslicht wohl ganz von vorne anfangen. Und das mit Kater. Schlechter Plan!

Aber: Knapp vor der Führerscheinprüfung oder einem anderen wichtigen Ereignis, das vollste Konzentration erfordert, muss es wirklich nicht sein. Das ist keine Ausrede zum Aufschieben – und wenn, dann nur kurz – aber die volle Konzentration und Aufmerksamkeit sollte man sich so gut wie möglich sichern.

Wo macht man am besten Schluss?

BeziehungsausLust & Liebe sind also Geschichte, aber die Welt ist klein. Und wie heißt es so schön: Man sieht sich immer zweimal im Leben. Es ist also im eigenen Interesse, sich am Ende nicht wie der letzte Abschaum zu verhalten. Bedeutet: Der richtige Ort ist ebenso wichtig wie der richtige Zeitpunkt.

Wenn möglich nicht in der Öffentlichkeit. Bzw. wenn, dann sollte ein Rückzugsort unmittelbarer in der Nähe sein. Und liebe Vertraute. Derjenige, der sie verursacht hat, trocknet die Tränen am schlechtesten…

Sollte der verschmähte Ex-Partner allerdings zu gewaltsamen Wutausbrüchen mit unabsehbarem Ausgang neigen, dann sei es gestattet, eine gewisse räumliche Distanz zu schaffen… Besteht aber keinerlei Gefahr, dann ist es schlicht feig und unfair. Bleiben Sie, um die wichtigsten Fragen zu beantworten. Stellen Sie sich den Tränen. Kommt es zu dem Punkt, dass im Moment alles gesagt ist oder alle Beteiligten überfordert sind, heißt es: Den Rest vertagen. Aussprechen muss aber fast immer sein, wenn ein endgültiger Schlussstrich das Ziel ist.

Wer zumindest ernsthaft versucht, so fair wie nur möglich zu bleiben, der wird diesem Menschen, den er ja einst geliebt hat, vermutlich die zukünftige Partnersuche erleichtern. Denn: Ob Mädchen oder Dame, cool oder sensibel, Held oder Softie: Eine unglücklich beendete Liebe prägt. Immer. Missverständnisse, Lügen oder auch Komplikationen und Fehler machen die nächsten Schritte nach vorne schwierig.

Ein vertrauter Ort ohne Unterbrechungen, aber auch mit einer begrenzten Art von „Fluchtmöglichkeiten“ ist ideal. Nicht jeder will gleich stundenlang bis ins kleinste Detail dem Scheitern der Liebe auf den Grund gehen. Die Fakten zu ignorieren oder vor der Aussprache wegzulaufen macht allerdings auch wenig Sinn. Es kann eine kluge Option sein, die eigenen vier Wände der beiden zu wählen und eine enge Vertrauensperson der / des Sitzengelassenen einzuweihen und am Ende dazu zu bitten.

Profis ran lassen? Marktlücke: Angsthasen haben zum Schlussmachen die Trennungsagentur

Es gibt nichts, das es nicht gibt. Gilt auch hier! Kaum zu glauben, aber wahr: Findige Geschäftemacher haben dieses Thema für sich entdeckt und – machen für andere Schluss! Besser, als Unklarheiten für immer und ewig, ja. Aber: Tja: Wer´s nicht selbst beenden kann, sollte es wohl gar nicht erst beginnen.

Schau mir in die Augen, Kleines

Möglichst schnell nach dem Treffen der endgültigen Entscheidung, von Angesicht zu Angesicht, nüchtern und unter vier Augen: So schwer ist es dann doch nicht. Ohne eine ordentliche Portion Mut und Willensstärke geht es allerdings nicht. Ob man nun mit der Tür ins Haus fällt, stundenlange Einleitungsstrategien entwickelt und umsetzt oder es einfach spontan herausplatzt: Gerade  Männer wissen oft nicht, wie mit den zu erwartenden  Tränen umzugehen ist.

Zum Heulen…

Achtung! Wenn keiner der Beteiligten ein Stein ist, dann ist mit Emotionen zu rechnen. Es wird wehtun. Man wird es vorübergehend nicht wahr haben wollen. Jemand wird weinen. Das ist so gut wie unvermeidlich. Sonst waren nämlich nie wirklich große Gefühle im Spiel. Dieser Schlussakt verdient Respekt, Aufmerksamkeit, Emotionen und ein wenig Arbeit. Vor allem bei demjenigen, der sich vorbereiten kann und die Entscheidung trifft.

Also: Bitte keine Floskeln und nicht überrascht tun, wenn erst einmal alle Dämme brechen. Natürlich tut es weh! Die eigene Verantwortung für das unvermeidliche Aus ansprechen und eingestehen kann durchaus gehörig den Wind aus den Segeln nehmen, was gegenseitige Vorwürfe betrifft. Warum? Kann eventuell einfach nicht beantwortet werden. Manchmal geht die Liebe einfach so schnell, wie sie gekommen ist.

Wer es schafft, keine verbrannte Erde zu hinterlassen, sondern konstruktiv gemeinsam auf die gemeinsame Zeit zurück zu blicken, der wird vermutlich schneller drüber hinweg kommen. Und der / dem Ex den großen Gefallen tun, nicht erst ewig lang an seelischen Narben laborieren zu müssen, bevor man sich auf jemand Neuen einlassen kann. Alles ist möglich. Wenn man mit sich selbst einigermaßen im Reinen ist. Und dem anderen dabei hilft, dahin zu kommen.

Vielleicht steht ja am Ende der Beginn einer wunderbaren Freundschaft…

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