Männer verstehen: Eine Anleitung für Frauen

lächelnder MannFrauen würden ja gerne echte Männerversteherinnen sein, doch häufig sind Männer für sie fast unbekannte Wesen. Einige Verhaltensweisen sind für Frauen kaum nachvollziehbar.

Auch die unterschiedliche Kommunikation von Mann und Frau führen nicht selten zu Missverständnissen und Streit.

Wie ticken Männer und wovor haben sie Angst? Was finden Männer sexy und was lässt sie eher vor Beziehungen flüchten?

Männerbild heute: Typisch männlich ist out?

Viele Probleme in der Beziehung – und schon beim ersten Date – haben mit dem veränderten Männerbild zu tun. Was ist denn typisch männlich und darf Mann seine männliche Seite zeigen? Im Zuge der Emanzipation haben sich die Geschlechter zwar aufeinander zu bewegt, aber Männer stehen mit sich selbst oftmals in Konflikt. Sie sollen die Frauenversteher sein, Gefühle zeigen und auch mal weinen. Männer sollen ihre Partnerin darin unterstützen, dass sie ihren Mann stehen kann und später auch Karriere und Familie unter einen Hut bringen kann. Frauen möchten ihre Weiblichkeit leben und gleichzeitig ein Stück der Männerwelt erobern. Aber: Frauen erwarten von ihren Männern, dass diese zwar ihre weibliche Seite zum Vorschein bringen, doch sie sollen ihre typisch männlichen Verhaltens- und Denkweisen ad acta legen. Genau das funktioniert aber weder gut noch langfristig.

Emanzipation ist gut und dennoch gibt es Unterschiede zwischen Mann und Frau. Gleichberechtigt zu sein bedeutet ja nicht, dass es keine geschlechtlichen Unterschiede mehr gibt.

Männer reden anders

Mann redetWenn Frauen sich mit anderen Frauen treffen, möchten sie möglichst viel reden und dabei ihre Probleme ansprechen und durchsprechen. Treffen Männer sich mit anderen Männern, dann drehen die Gespräche sich eher um Job, Autos, Fußball oder andere weniger emotionale Themen. Während Männer gut und auch gerne schweigen können, möchten Frauen lieber reden.

Männer drücken sich in der Regel klar und deutlich aus und senden selten indirekte Botschaften. Sagt er beispielsweise: „Wir haben kein Brot mehr“, dann ist das lediglich als Information gedacht. Die Frau versteht aber: „Du hättest beim Einkauf daran denken müssen, Brot mitzubringen“.

Trotz Emanzipation möchten Männer nur ungerne über Gefühle reden. Haben sie Probleme, machen sie das lieber mit sich selbst aus – oder verdrängen die Probleme. Werden sie nun von ihrer Partnerin dazu gedrängt, Gefühle und Ängste auszusprechen, hat das meistens zur Folge, dass der Mann schweigt und sich verschließt. Männer möchten keine Schwächen zeigen  und kommunizieren größtenteils informativ und sachbezogen.

Dieser Druck wird alleine schon durch eine simple Frage ausgeübt: „Was denkst du gerade?“ Diese Frage ist häufig die Zündschnur für einen Konflikt. Antwortet er mit „Nichts“, interpretiert sie in ein „Nichts“ alles Mögliche hinein. Liebt er mich nicht mehr? Was will er mir nicht sagen? Hat er vielleicht eine andere?

Würde eine Frau mit einem „Nichts“ auf diese Frage antworten, würde er gar nicht weiter darüber nachdenken. Nichts heißt nichts – für den Mann gibt es da nichts hinein zu interpretieren. Er nimmt die Antwort so an wie sie ist. Männern geht es auch nicht darum, mittels Gesprächen auf emotionaler Ebene die Beziehung zu festigen. Männer schweigen gerne und fühlen sich damit nicht unwohl. Auch  möchten sie nicht jedes kleinste Problem ausdiskutieren, weil für sie viele Dinge gar kein Problem darstellen. Zudem haben Männer Ängste, die sie für sich behalten möchten, weil für Männer Ängste gleichbedeutend mit Schwächen sind.

Wovor haben Männer Angst?

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Das starke Geschlecht möchte stets als mutig und als Held dastehen. Scheinbar kennen Männer keine Ängste, denn warum sonst mögen sie den Nervenkitzel bei schnellen Fahrten mit dem Auto oder Motorrad oder waghalsigen Sportarten.

In Wirklichkeit haben aber auch Männer mit Ängsten zu kämpfen, die sie sich aber nicht anmerken lassen wollen und lieber überspielen:

  • Versagensangst
  • Angst vor Blamage
  • Verlustangst
  • Angst, nicht mehr attraktiv genug zu sein
  • Angst vor Einengung

Angst zu versagen

Die meisten Männer möchten dem typischen Männerbild entsprechen und das ist mit Karriere und Erfolg verbunden. So definieren sie sich über ihre Arbeit und dem damit verbundenen Gehalt. Männer haben Angst arbeitslos zu werden, im Beruf zu versagen und zu wenig Geld zu verdienen. Sie haben auch Angst, ihrer Partnerin nicht genügend bieten zu können und diese Angst wird noch verstärkt, wenn die Partnerin immer wieder enttäuscht Vergleiche zieht: „Die Müllers machen diesen Sommer wieder einen Cluburlaub auf den Malediven – das würde ich mir auch gerne mal leisten können!“.

Angst, im Bett zu versagen

Die Versagensangst bezieht sich aber auch auf die Sexualität. Auch im Bett möchte er ein ganzer Kerl sein und seine Frau befriedigen können. Deshalb ist die Angst vor Impotenz auch groß. Über die sexuelle Vergangenheit der Partnerin  möchten Männer am liebsten nichts wissen, weil sich dann immer mal wieder die Befürchtung in seine Gedanken drängt, sie könne den Sex mit dem Ex befriedigender empfunden haben.

Angst vor Blamage

Vor  anderen Menschen und vor allem vor seinen Freunden möchte er als ganzer Kerl auftreten. Es ist ihm peinlich, wenn er dann von seiner Partnerin mit Kosenamen angesprochen wird – auch wenn er zuhause gerne als Kuschelbär oder Schatzipupsi betitelt wird.

Verlustangst

Ein Mann, der seine Frau liebt, hat auch gleichzeitig mit Verlustangst zu kämpfen. So kann ihn ein kleiner und unbedeutender Flirt eifersüchtig werden lassen. Die Verlustangst wird umso größer, wenn er mit seinem Aussehen unzufrieden ist. Taucht dann ein Mann auf, der dem männlichen Ideal entspricht, kann seine Eifersucht entfacht werden, wenn seine Frau sich mit ihm versteht und sich vielleicht einfach nur gut mit diesem scheinbaren Konkurrenten gut unterhält.

Angst, nicht attraktiv genug zu sein

Ein Mann möchte dem äußeren Männerbild entsprechen und dabei kommt es auf die Körpergröße, auf Muskeln, das Sixpack und volles Haar an. Zeigen sich die ersten Geheimratsecken, wölbt der Bauch sich nach vorne oder entspricht seine Körpergröße nicht dem Ideal, können sich Komplexe breitmachen. Diese Angst versuchen Männer oftmals zu kompensieren, indem sie anfangen Sport zu treiben oder sich mit Statussymbolen zu schmücken.

Angst vor Freiheitsverlust

Männer möchten ein Stück Freiheit behalten und haben Angst, dass sie in einer Partnerschaft zu wenig Freiraum bekommen. So gerne sie auch mit ihrer Partnerin zusammen sind und so glücklich die Beziehung auch  sein mag, möchten Männer ebenso die Möglichkeit haben, Zeit mit Freunden zu verbringen – ohne Anwesenheit der Partnerin. Von klammernden Frauen, die jede freie Minute mit ihrem Partner verbringen möchten, fühlen sich Männer meistens eingeengt.

Wie zeigen Männer ihre Liebe?

Männer nutzen die drei magischen Worte „Ich liebe dich“ eher sparsam und sprechen auch nicht offen über ihre Gefühle. Wie können Frauen erkennen, ob sie von ihrem Partner geliebt werden? Männer zeigen ihre Liebe nicht unbedingt mit Liebesbriefen, romantischem Candle-light-Dinner oder wortreichen Liebesschwüren. Sie drücken aber mit vielen kleinen Gesten ihre Liebe aus:

  • Männer merken sich, welche Schokolade oder welcher Wein seiner Liebsten am besten schmeckt und denkt beim Einkauf daran. Als Liebesbeweis bringt er ihr diese Dinge mit.
  • Männer nehmen beim Spaziergang oder Stadtbummel die Hand ihrer Partnerin in ihre und drücken damit Zugehörigkeit und Liebe aus.
  • Vor dem Einschlafen breitet er seine Arme aus, weil er ihre Nähe spüren und sie im Arm halten möchte.
  • Auch im Alltag zeigt er mit Berührungen und Umarmen, dass er seine Partnerin liebt.
  • Er geht mit zum Konzert ihrer Lieblings-Musikband oder bummelt mit ihr über den Flohmarkt, wenn das Unternehmungen sind, die sie glücklich machen – auch wenn er selbst kein Fan dieser Freizeitaktivitäten ist.
  • Braucht sie mal Zeit für sich, lässt er ihr diesen Freiraum.

Männer möchten geliebt werden

Männer möchten geliebt werden und zwar mit all ihren Stärken und Schwächen. Männer haben nur selten das Verlangen, ihre Partnerin umzuerziehen. Sie können die kleinen Macken ihrer Frau viel besser akzeptieren – und oftmals sogar lieben – als es umgekehrt bei Frauen der Fall ist. Frauen neigen im Laufe der Partnerschaft dazu ihrem Mann vorschreiben zu wollen, was er tun und lassen soll. Sind die „Verbesserungswünsche“ zu viel und zu stark, fühlt der Mann sich ungeliebt.

Männer möchten ihre Partnerin zufrieden und glücklich machen. Ist die Frau unzufrieden, bezieht er das auf sich und fühlt sich für die Unzufriedenheit seiner Partnerin verantwortlich. Kommt noch häufige Nörgelei dazu, hat der Mann das Gefühl, er könne seiner Frau kein glückliches und zufriedenes Leben bieten. Dann verschließt er sich und widmet sich seinem Hobby oder verbringt mehr Zeit mit seinem Job oder mit seinen Freunden. Dort hat er das Gefühl so sein zu können wie er ist und respektiert und akzeptiert zu werden.

Wollen Männer wirklich nur Sex?

Männern ist Sex wichtig  und sie lieben Sexualität. Sie messen auch am Sex, wie gut oder schlecht die Beziehung läuft. Sex bedeutet für ihn auch, seiner Partnerin nahe zu sein. Möchte sie weniger Sex, fühlt er sich weniger begehrt und vermisst die Nähe. Für ihn stellt Sex einen Liebesbeweis dar – und eine Möglichkeit zur Konfliktlösung.

Tipp zum Schluss: Andersartigkeit schätzen lernen

Die Unterschiede zwischen Mann und Frau führen häufig zu Beziehungskonflikten. Männer zu verstehen fällt vielen Frauen schwer – und umgekehrt können auch Männer Verhaltens- und Denkweisen der Frauen oft nicht nachvollziehen. Wenn Frauen ehrlich zu sich selbst sind stellt sich jedoch heraus, dass das weibliche Geschlecht die männlichen Eigenschaften ihres Partners weniger wertschätzen kann als umgekehrt. Männer schätzen nämlich durchaus die weiblichen Attribute. Sie wissen, dass die emotionalen und sozialen Kompetenzen der Frauen auch dazu führen können, ein wohltuendes Zuhause genießen zu können.

Gleichberechtigung heißt auch, die Andersartigkeit des Partners schätzen zu lernen. Männer, die ihre männliche Seite leben dürfen und für ihr Verhalten und ihre Gedanken nicht verurteilt werden, fühlen  sich von ihrer Partnerin geliebt und werden ihre Liebe mit kleinen Gesten zur Geltung bringen. Außerdem können beide Geschlechter voneinander lernen – wenn sich beide für den anderen öffnen. Zum Beispiel tut es als Frau ganz gut zu erkennen, dass nicht jedes Problem stundenlang ausdiskutiert werden muss oder dass gemeinsames Schweigen auch entspannend wirken kann.

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