Entschuldigen in der Beziehung – so gelingt es richtig

beim Partner entschuldigenEin Streit ist schnell einmal ausgebrochen. Wie oft haben Sie sich dann schon gedacht, dass Sie das eine oder andere Wort lieber nicht gesagt hätten? Im Eifer des Gefechts neigt man dazu, Dinge zu sagen, die man nicht so hart meint. Doch bekanntlich können gesagte Worte nicht so einfach zurück genommen werden.

Nur die wenigsten Menschen gestehen aber gerne ein, einen Fehler gemacht zu haben. Dabei sind Entschuldigungen gerade in einer Beziehung sehr wichtig. Nachfolgend möchten wir Ihnen erklären wieso und wie Sie sich richtig entschuldigen sollten und können.

Richtig entschuldigen – die 14 goldenen Regeln

Jeder kennt die Angst, dass die Entschuldigung vielleicht nicht angenommen werden könnte. Aus diesem Grund ist es umso wichtiger, dass Sie sich an einige einfache aber sehr wichtige Regeln halten, die wir Ihnen nachfolgend genau erklären.

  • Gestehen Sie Reue

Zuerst einmal sollten Sie mit sich selbst im Reinen sein und wissen, dass Sie etwas falsch gemacht haben. Selbsterkenntnis ist ja bekanntlich der erste Weg zur Besserung. Im Anschluss sollten Sie zudem von Ihrem Wunsch, Recht haben zu wollen, abweichen. Nur wenn Ihnen das gelingt, kann die Entschuldigung später ein Erfolg werden.

  • Senden Sie Ich-Botschaften

Sprechen Sie von sich und nicht in der Du-Form. Ich-Botschaften kommen emotional wesentlich besser an und wirken nicht wie Vorwürfe. So kann sich Ihr Partner oder Ihre Partnerin nicht so leicht angegriffen fühlen.

  • Vermeiden Sie Rechtfertigungen

Wenn Sie wirklich möchten, dass Ihr Partner oder Ihre Partnerin Ihnen vergibt, sollten Sie das Getane nicht rechtfertigen und behaupten, dass es nicht so schlimm war. Es könnte dann so erscheinen, als ob Sie sich gar nicht richtig entschuldigen wollen würden.

  • Vermeiden Sie das unbeliebte Wort „aber“

Soll man Ihnen verzeihen, so ist kein Platz für das Wort „aber“. Es gibt Raum zur Annahme, dass Sie den Fehler zwar eingestehen, ihn aber nicht wirklich bereuen. Mit dem Verzicht auf dieses kleine Wörtchen rücken Sie einer erfolgreichen Entschuldigung somit schon einen gehörigen Schritt näher.

  • Achten Sie auf die Gefühle des Anderen

Nicht jeder hat die gleiche Einstellung, die gleichen Erwartungen und somit auch nicht die gleichen Gefühle. Bei einer wirklich guten Entschuldigung sollten Sie deshalb bedenken, die Gefühle Ihres Gegenübers zu jeder Zeit zu beachten.

  • Formulieren Sie die Entschuldigung vor

Sicherlich sind Sie in dem Moment der Entschuldigung etwas nervös. Deshalb kann es hilfreich sein, wenn Sie sich vorher einige Stichpunkte darüber machen, was und wie Sie es sagen möchten. Der Zettel in der Hosentasche kann ihnen Sicherheit geben. Im Notfall können Sie aber natürlich auch etwas ablesen.

  • Warten Sie den richtigen Zeitpunkt ab

Um Vergebung zu bitten ist nicht leicht, deshalb ist es wichtig, dass Sie den richtigen Zeitpunkt dafür aussuchen. Ist die Stimmung zwischen Ihnen noch sehr explosiv, so ist es eventuell keine besonders gute Idee. Sammeln Sie sich zuerst selbst und lassen Sie Ihren Partner wieder etwas ruhiger werden. Dann besteht auch eine Chance, dass Sie sich wirklich erfolgreich entschuldigen können.

  • Persönlich und mit viel Zeit entschuldigen

Eigentlich sollte dieser Punkt selbstverständlich sein. Wenn Sie Einsicht zeigen und Ihre Schuld eingestehen möchten, dann sollten Sie das nicht zwischen Tür und Angel oder am Telefon tun. Ein persönliches Treffen in aller Ruhe ist dann das Beste.

  • Offenheit als oberstes Gebot

Seien Sie ehrlich und offen, wenn Sie bei Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin etwas erreichen möchten. Das bedeutet nicht nur, dass Sie offene Worte und eine offene Körpersprache wählen sollten. Verzichten Sie unbedingt auch auf Angriffe um nicht noch einen neuen Streit vom Zaun zu brechen.

  • Erklären Sie die Lösung des Problems

Sicherlich gab es einen Grund für den Streit. Genauso sicher gibt es für dieses Problem oder die entsprechende Situation aber auch eine gute Lösung. Schlagen Sie Ihrem Partner vor, was Sie beispielsweise gemeinsam ändern könnten, damit es nicht wieder soweit kommt.

  • Hören Sie zu

Sich für das eigene Fehlverhalten zu entschuldigen reicht oft nicht aus. Stattdessen ist es besonders wichtig, dass Sie Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin zuhören. Vielleicht hat er oder sie etwas Wichtiges im Hinblick auf den Streit zu sagen oder Sie können gemeinsam herausfinden, dass es sich dabei um ein Missverständnis gehandelt hat.

  • Seien Sie dankbar für das Gespräch

Vergessen Sie nicht, dass es nicht selbstverständlich ist, dass Ihr Partner oder Ihre Partnerin die Möglichkeit gibt, sich bei ihm oder ihr zu entschuldigen und dies in einem ruhigen Gespräch zu tun. Bedanken Sie sich deshalb im Anschluss dafür und sagen Sie auch, wie gut es Ihnen getan hat, dass Sie Ihren Fehler gestehen konnten. Bedanken Sie sich auch, wenn das Gespräch nicht so erfolgreich verlief wie erwartet. Gerade dann kann dieses Verhalten die Stimmung nochmals zum Positiven wenden.

  • Abwarten und Tee trinken

Nun müssen Sie etwas Geduld mitbringen, auch wenn es schwer fällt. Entschuldigungen müssen nicht angenommen werden. Das sollten Sie wissen. Aus diesem Grund dürfen Sie nicht erwarten, dass es sofort zur Versöhnung kommt und alles wieder gut ist. Geben Sie Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin Zeit. Lassen Sie das Ganze auf sich zukommen. Wenn Ihre Entschuldigung passend war, wird sich sicher auch ein Weg finden.

  • Sex ist keine passende Entschuldigung

Viele Paare streiten, haben dann sofort Sex und der Ärger ist vergessen. Der Sex ist unglaublich gut in einem solchen Moment, doch die Probleme werden nicht gelöst und können immer wieder auftreten. Lösen Sie diese also zuerst, entschuldigen Sie sich und haben Sie im Anschluss Sex. So kommen Sie wesentlich mehr auf Ihre Kosten.

Für jeden Streit gibt es Gründe

Eine Entschuldigung ist nur nötig, wenn es vorher einen Streit oder eine Meinungsverschiedenheit gab. Doch wie kommt es überhaupt dazu? Es gibt zahlreiche Gründe die dazu führen können. Wichtig zu verstehen ist, ob die Gründe aus der Welt geschafft werden können oder müssen oder ob es sich dabei lediglich um Lappalien handelt.

Wiederkehrende Gründe

Sie hassen, wie Ihr Partner immer die Kleidung nach der Arbeit auf den Boden wirft, die Zahnpasta im Waschbecken kleben lässt und einfach nie für neues Klopapier sorgt? Dann sollten Sie über diese Art von Fehlverhalten sprechen und sich eine Lösung für das Problem überlegen. Konstruktiv zu kritisieren ist dabei wesentlich sinnvoller als verletzende Vorwürfe zu machen. Bleiben Sie deshalb nach Möglichkeit sachlich.

Hektik und Stress des Alltags

Sie haben den Bus verpasst, in der Arbeit gab es mal wieder nur Stress und beim Einkaufen war viel los? Kein Wunder, dass Sie dann genervt sind, wenn auch Ihr Partner noch irgendetwas wissen möchte oder mit einem imaginären Problem auftaucht. Stellen Sie dann bitte nicht gleich die Beziehung in Frage und versuchen Sie das Ganze nicht in einen Streit ausarten zu lassen. Jeder ist einmal gestresst. Sagen Sie das ruhig und man wird Verständnis für Sie haben.

Sondersituationen

Wenn etwas Außergewöhnliches im Leben passiert, ist es kein Wunder, wenn Sie außergewöhnlich reagieren und vielleicht auch etwas überreagieren. Aufrichtigkeit ist dann am Wichtigsten. Erklären Sie, wieso es Ihnen gerade so geht und dass Sie nicht verletzend sein wollten. Einsicht zu zeigen und den Standpunkt des Partners zu akzeptieren ist besonders wichtig um Missverständnisse und Streitigkeiten richtig zu lösen und keine tiefen Wunden aufzureißen.

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