Beziehungsmuster

enttäuschende beziehungBeziehungen sind im Grunde nichts anderes, als die Suche nach einem Spiegelbild des anderen Geschlechts. Unbewusst sendet jeder Mensch Signale nach außen, die nur von bestimmten Personen empfangen werden. Auch wenn der neue Partner erst einmal ganz anders wirkt als der vorherige, kann es somit trotzdem zu schockierenden Ähnlichkeiten im Ablauf der Beziehungen kommen.

Doch woran liegt das und wieso tauchen dieselben Beziehungsmuster immer wieder auf? Wir möchten Ihnen genau dies erklären und Ihnen damit helfen, mehr über sich selbst zu erfahren.

Woher kommen die unterschiedlichen Beziehungsmuster?

Beziehungen geben jeder Person die Möglichkeit, extrem viel über sich selbst zu lernen. Scheitert eine Beziehung, führt das häufig zu Selbstzweifeln. Viel schlimmer ist aber, wenn mehrere Beziehungen an den persönlichen, immer wieder auftretenden, Beziehungsmustern zerbrechen. In der Regel kommen diese aus der Kindheit und haben mit der frühkindlichen Bindung zu den Eltern zu tun.

Hat ein Kind in den ersten drei Jahren beispielsweise zu wenig Nähe erfahren, so wirkt sich dies auf die Persönlichkeitsentwicklung aus. Die Person wird im Erwachsenenalter in Beziehungen die Nähe suchen, die sie als Kind nicht bekommen hat. Außerdem verfügen derartig aufgewachsene Menschen meist über ein geringes Selbstvertrauen, was sich ebenfalls bei der Partnerwahl und in den Beziehungen deutlich zeigt. Man unterscheidet hierbei verschiedene Bindungstypen:

Die verschiedenen Bindungstypen

  1. Ängstliche Menschen: Diese Personen verfügen über wenig positives Selbst- und Fremdbild und können nur schwer Vertrauen zum Partner fassen. Deshalb schrecken sie meist vor engen Bindungen zurück. Obwohl sie sich Nähe wünschen, können sie diese nur schwer zulassen.
  2. Sicher gebundene Menschen: Diese Personen besitzen ein gutes Selbst- und Fremdbild. Sie können in der Beziehung leicht Vertrauen fassen, den anderen akzeptieren und einfühlsam mit ihm umgehen.
  3. Besitzergreifende Menschen dagegen haben ein positives Fremd- und ein negatives Selbstbild. Sie haben große Angst davor, dem Partner nicht zu genügen und deshalb von ihm verlassen zu werden. Nähe ist diesen Personen extrem wichtig. Das von ihnen gewünschte Maß kann in der Regel vom Partner aber nicht erfüllt werden.
  4. Vermeidende Menschen verfügen über ein positives Selbst- und ein negatives Fremdbild. Sie benötigen viel Freiheit und relativ wenig Nähe.

So durchbrechen Sie Ihre Beziehungsmuster

aus muster ausbrechenWenn Sie Ihre Beziehungsmuster dauerhaft durchbrechen möchten, um eine glückliche Partnerschaft führen zu können, ist es wichtig, dass Sie sich nicht von einer Beziehung in die nächste stürzen.

  1. Singles lernen sich selbst kennen

Bleiben Sie nach einer gescheiterten Beziehung längere Zeit Single und versuchen Sie, sich selbst besser kennen zu lernen. Analysieren Sie, was in den vergangenen Partnerschaften schief lief und vergleichen Sie die Gemeinsamkeiten. Schnell werden Sie erkennen, wo Ihre eigenen Fehler liegen. Schreiben Sie sich diese am besten auf und schließen Sie mit sich selbst einen Vertrag ab, dass Sie die Fehler nicht wieder begehen werden.

Wenn Ihre Erkenntnis darin besteht, dass Sie sich immer einen Partner aussuchen, dem sie unterwürfig gegenüber treten müssen, obwohl sie das nicht möchten, sollten Sie sich beim nächsten Mal lieber eine Person auf Augenhöhe auswählen.

  1. Arbeiten Sie an sich!

Sie merken, dass Sie sofort in alte Muster verfallen, sobald es mit einer Person in die Richtung einer Beziehung geht? Wenn es Ihnen allein nicht gelingt, dieses Problem zu lösen, sollten Sie unbedingt über eine Psychotherapie nachdenken. Der behandelnde Therapeut kann Sie nicht nur verstehen, sondern Sie auf dem Weg der positiven Persönlichkeitsentwicklung begleiten.

  1. Gehen Sie Kompromisse ein

Das Hauptproblem bei den meisten Beziehungsmustern liegt in dem richtigen Maß an Nähe und Distanz. Idealerweise hat Ihr Partner eine ungefähr ähnliche Vorstellung davon, wie viel Zeit er gerne mit Ihnen verbringen möchte. Wenn bei Ihnen allerdings die Verlustängste regieren, kann er diesen Ansprüchen nur schwer genügen. Offene Gespräche über das Thema können helfen, dass der Partner versteht, wieso Sie so viel oder wenig Nähe benötigen.

So bekommen beide Seiten eine Idee davon, wie sich der jeweils andere die gemeinsame Beziehung vorstellt. Gehen Sie einen Kompromiss ein, mit dem beide leben können und halten Sie sich auch an die getroffenen Absprachen. Wenn beide Partner etwas von Ihrem Ausgangspunkt abweichen, können Sie sich in der Mitte treffen und sich auf ein gutes Mittelmaß an Nähe und Distanz einigen.

  1. Niemand ist perfekt

Sowohl Frauen als auch Männer leiden darunter, unbewusste Beziehungsmuster immer wieder aufleben zu lassen und in altes Verhalten zurück zu fallen. Wichtig um die Beziehungsmuster zu überwinden ist, sie zu verstehen und offen mit ihnen umzugehen. Paare sollten sich gegenseitig über ihre Ängste austauschen und sich auch darüber unterhalten, welches Bild sie von einander und von sich selbst haben.

Auch wenn Sie an sich selbst arbeiten, werden die Muster immer in geringer Ausprägung weiter bestehen. Sie sollten deshalb gleich zu Beginn der Partnerschaft erklären, dass Sie eine Person sind, die beispielsweise extrem viel oder extrem wenig Nähe benötigt. Ist Ihr Partner von vornherein informiert und kann sich mit dem entsprechenden Maß an Distanz und Nähe anfreunden, steht einer glücklichen Liebe nichts mehr im Wege. Schließlich ist niemand perfekt.

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