Verliebt in den besten Freund: Wenn die Freundschaft in Versuchung gerät

verliebt in den besten Freund„Männer und Frauen können nie Freunde sein, der Sex steht immer zwischen ihnen.“ Wer kennt nicht diesen Satz von Harry, einem der beiden Hauptprotagonisten aus der berühmten Hollywood-Liebeskomödie „Harry und Sally“, die in den 80er Jahren unsere Lachmuskeln strapaziert hat. Und uns im Anschluss dazu animiert hat, im Freundes- oder Kollegenkreis zu diskutieren: Können Männer und Frauen überhaupt befreundet sein? Eine Frage, die vielleicht nie ganz abschließend beantwortet werden kann – hängt doch dabei so viel von individuellen Faktoren ab. Aber was passiert, wenn der „Ernstfall“ tatsächlich eintritt – wenn sich in die Freundschaft ganz leise die Liebe einschleicht? Was können Sie tun, wenn Sie sich unerwartet und urplötzlich in Ihren besten Freund verliebt haben?

Verliebt in den besten Freund: Das Geheimnis der Freundschaft

Sich in den besten Freund zu verlieben, setzt zuallererst voraus, mit ihm eine Freundschaft zu pflegen. Aber wie entsteht eigentlich dieses Gefühl der Freundschaft – erst einmal unabhängig vom Geschlecht Mann und Frau? Der Psychologieprofessor Mitja Back von der Universität Mainz zweifelt an dem Spruch „Gleich und gleich gesellt sich gern.“

Nach seinen Erkenntnissen spielt es für die Freundschaft keine Rolle, ob uns jemand wirklich ähnlich ist – es reicht, wenn wir ihn als ähnlich wahrnehmen: Ähnlich gewissenhaft, offen, extrovertiert, verträglich oder ängstlich. Darüber hinaus spielt die Berechnung auch eine wichtige Rolle bei der Anbahnung der Freundschaft – und mit ihr die Fragen: „Wie gut kann mich diese Person trösten? Wie gut kann ich mich mit ihr amüsieren?  Wie gut kann sie mir im Alltag helfen?“ Laut Mitja Back sind Freundschaften einfach ein Mittel, um uns gegenseitig in schwierigen Situationen zu helfen.

Freundschaft zwischen Mann und Frau: Der Kumpel mit der Kumpeline

Freundschaft zwischen Frau und MannBis vor etwa 100 Jahren war die Freundschaft zwischen Männern und Frauen ein unbekanntes Phänomen – vor allem aus dem Grund, weil beide Geschlechter ihren Lebensalltag getrennt verbracht haben: Mädchen und Jungs in getrennten Schulen, später in unterschiedlichen Berufen, in der Freizeit an unterschiedlichen Plätzen (Frauen mehr im Haushalt und mit Freundinnen, Männer im Beruf, Job und Kneipen). Gemischte Freundschaften galten als anrüchig und waren höchstens denen vorbehalten, die in besonders liberal denkenden Gesellschaftskreisen wie in der Künstlerszene verkehrten. Heute überschneiden sich mittlerweile die Lebenswelten von Männern und Frauen, sodass es automatisch zu mehr Begegnungen kommt – womit auch mehr Chancen entstehen, Sympathien zu entwickeln, platonische Freundschaften entstehen zu lassen. Aber sind diese platonischen Freundschaften auch immer so platonisch, wie man vorgibt? Schwebt nicht über ihnen immer ein Stück sexueller Anziehung?

Der Evolutionspsychologe Lars Penke von der University of Edinburgh ist der Meinung: „Aus evolutionärer Perspektive ist jede halbwegs gleichaltrige Person des anderen Geschlechts ein potenzieller Fortpflanzungspartner.“ Die amerikanische Kommunikationsforscherin Heidi Reeder hat mittels ihrer Umfragen herausgefunden: 28 Prozent der Befragten fanden ihren engen Freund oder ihre enge Freundin körperlich anziehend, 14 Prozent sehnten sich sogar insgeheim nach einer Liebesbeziehung, 39 Prozent hatten zumindest früher romantische Absichten gehabt. Eine weitere Studie zeigt: Ein Viertel der Singlemänner hegen für ihre beste Freundin mehr als rein freundschaftliche Gefühle – und elf Prozent der Singlefrauen geht es mit ihrem besten Freund genauso. Allerdings gibt es hierbei einen interessanten Unterschied zwischen den Geschlechtern. Viele Männer finden ihre platonische Freundin attraktiv; Frauen hingegen bezeichnen ihren platonischen Freund nur selten als gutaussehend und scheinen offensichtlich deutlich zu unterscheiden – zwischen einem potentiellen Partner und einem platonischen Freund. Der Psychologe Volker Drewes erklärt: Dies deckt sich mit der biologisch-evolutionären These, dass Männer wahlloser nach Partnerinnen suchen und Frauen gezielter den Richtigen.“

Und dann hat es doch Zoom gemacht

beziehung mit bestem freund„Tausendmal berührt, tausendmal ist nichts passiert“, singt Klaus Lange in seinem berühmten Lied, und vielleicht ist es Ihnen jetzt auch so ergangen: Den Freund, mit dem Sie Nächte durchtanzt haben, mit dem Sie durch dick und dünn gegangen sind, dem Sie nach gescheiterten Beziehungen nächtelang die Hand gehalten haben, und der Sie nach Ihren Liebesdramen getröstet hat, sehen Sie plötzlich in einem anderen Licht: Aufregender. Attraktiver. Männlicher. Und haben plötzlich festgestellt, dass Sie für ihn mehr als nur Freundschaft empfinden.

Laut Lars Penke ist eine plötzliche Verliebtheit nach vielen Jahren Freundschaft zwar eher selten – denn bei Freunden, die sich in- und auswendig kennen, ist die Gefahr gering, dass das Verhältnis noch ein erotisches Niveau erreicht. Schließlich verhält es sich in der Freundschaft ähnlich wie in Liebesbeziehungen – das anfängliche Prickeln und die Neugier weichen der Vertrautheit, aber auch der Gewohnheit.

Dass sich in die Freundschaft dennoch Liebesgefühle hineinschleichen, ist auf der anderen Seite nicht ausgeschlossen – schließlich entsteht Verliebtheit auch aus der Nähe zwischen zwei Menschen, die in der Freundschaft doch so viel miteinander teilen: Freud und Leid, Erfolge und Misserfolge, gute und schlechte Zeiten. Wenn dies dann geschieht, war die Freundschaft möglicherweise von Ihrer Seite aus von Anfang an auf Liebe vorprogrammiert. Die Liebe entstand nicht, nach der Meinung des Psychologen Eric Hegmann, auf den ersten Blick, sondern auf dem wachstumsorientierten Weg: Von der Sympathie über Zuneigung und Freundschaft bis hin zur Liebe.

Verliebt in den besten Freund – was tun?

Zeit verbringen mit dem besten FreundWenn Sie also plötzlich feststellen, dass sich für Sie die Freundschaft zur Liebe entwickelt hat, werden sicherlich gleichzeitig Zweifel aufkommen – und mit ihnen die zwangsläufigen Fragen: Erwidert er Ihre Gefühle? Sollen Sie ihm Ihre Liebe gestehen? Diese Zweifel sind sicherlich begründet: Denn wenn man sich in einen Freund verliebt, droht die Gefahr, doppelt zu verlieren, wenn die Gefühle nicht auf Gegenseitigkeit basieren: einen Menschen als potentiellen Partner, aber auch einen Freund, dem man gerne sein Herz ausschüttet.

Mit folgenden Strategien können Sie sich in der Gefühlszwickmühle behelfen:

  • Der Lebensphase-Check. Der Psychologe Wolfgang Bergmann aus Hannover rät, sich zunächst über seine Gefühle klar zu werden und nichts zu überstürzen. Ist es wirklich Liebe, die man empfindet, oder steckt etwas Anderes dahinter? Denn besonders in Phasen, in denen man eine schwere Zeit durchmacht – wegen einer unschönen Trennung, familiären Problemen, Schwierigkeiten im Beruf – sucht man nach einem Anker im Leben. Und diesen findet man oft im besten Freund. Denn der beste Freund strahlt Ruhe aus, vermittelt Verständnis und Geborgenheit – diese Empfindungen können leicht mit Liebe verwechselt werden. Also Hand aufs Herz: Ist es Liebe – oder nur eine Phase?

 

  • Der Verliebtheits-Check: Entsprechen Ihre Gefühle tatsächlich der Verliebtheit und der Liebe? Wenn ja, treffen die meisten folgenden Punkte auf Sie zu:

 

      • Sie hatten noch nie Hemmungen gegenüber Ihrem Freund, konnten ihm alles erzählen. Seit Kurzem merken Sie aber, dass Sie in seiner Nähe schüchtern und unsicher sind.

 

      • Normalerweise treffen Sie sich gemeinsam mit Freunden – in letzter Zeit haben Sie das Bedürfnis, mit ihm allein zu sein.

 

      • Neuerdings geben Sie sich mit Ihren Outfits mehr Mühe, bevor Sie ihn treffen.

 

      • Bei der Begrüßung auf die Wange ertappen Sie sich, dass Sie diese besonders genießen.

 

      • Wenn Sie Ihren Freund ansehen, denken Sie jetzt öfter, dass er ziemlich attraktiv ist.

 

      • Werden Sie unterwegs für ein Paar gehalten, freuen Sie sich darüber, statt über dieses Missverständnis verwundert zu sein.

 

      • Wenn er von anderen Frauen oder Kolleginnen schwärmt, fühlen Sie einen Stich im Herz – die Eifersucht.

 

      • Sie haben sich schon mal ausgemalt, wie es wäre, mit ihm zusammen zu wohnen, oder wie Ihre gemeinsamen Kinder aussehen könnten.

 

  • Der Status-Check: Wenn Ihr bester Freund in festen Händen ist, zeigen Sie sich besser als wahre beste Freundin: Versuchen Sie nicht, die Beziehung der Beiden zu unterminieren. Denn Ihr bester Freund wird nicht mehr für Sie empfinden, wenn Sie zu falschen Mitteln greifen – sondern eventuell sogar weniger. Sind Sie umgekehrt in einer festen Beziehung und haben sich in Ihren besten Freund verliebt, sollten Sie in sich gehen und die Gefühle zu Ihrem Partner überprüfen. Funktioniert Ihre Beziehung immer noch gut? Oder wie konnte es sonst passieren, dass Sie Gefühle für einen anderen Mann entwickelt haben?

 

  • Ehrliche Aussprache: Wenn Ihre Gefühle für Ihren Freund tatsächlich sehr stark sind, suchen Sie mit ihm eine Aussprache. Denn eine ungeklärte Beziehung bringt Ihnen Beiden mehr Leid als Freude: Sie müssen zusehen, wenn er Ihnen seine neue Freundin vorstellt, er versteht Ihre seltsamen Verhaltensweisen in der letzten Zeit nicht und zweifelt vielleicht an Ihren Qualitäten als Freundin.

 

Erst nach einer ehrlichen Aussprache wissen Sie mehr. Erst dann wissen Sie, woran Sie sind und können handeln. Für diesen Fall hält das Leben zwei mögliche Szenarien für Sie bereit: Ihr Freund erwidert Ihre Gefühle – oder er erwidert Sie eben nicht. Im ersten Fall können Sie sich freuen, da Ihre Beziehung beste Chancen auf ein Happy End hat. Schließlich scheitern die meisten Liebesbeziehungen nicht an zu wenig Liebe, sondern an zu wenig Freundschaft. Diese Hürde haben Sie bereits geschickt umgangen – indem Sie Beide sich schon mal in Freundschaft geübt haben.

Im zweiten Fall allerdings, wenn Ihre Schmetterlinge im Bauch den falschen Weg eingeschlagen haben, und Ihr bester Freund Ihre Gefühle nicht erwidern kann, könnte es erst einmal für Sie schmerzlich werden. Denn niemand erlebt gerne eine Zurückweisung – und erst recht nicht von einem Menschen, dem man sehr nah steht. Dann kann nur ein Abstand zwischen Ihnen erst einmal sehr heilsam sein, um die entstandene Wunde nicht permanent aufzureißen. Und wer weiß – vielleicht heilt sie schneller als gedacht, und Sie können sich nach einiger Auszeit wieder wie gute Freunde begegnen.

Torschlusspanik: Warum sie aufkommt und wie wir damit umgehen

Torschlusspanik verstehenErst hatte das Studium Priorität, dann die Karriere. Das Leben war unbeschwert, voller Partys, ausgefallener Hobbies, Reisen in exotische Länder.

Und plötzlich ist alles anders – zumindest bei den Anderen aus dem Freundeskreis. Sie scheinen an ihrer Uhr gedreht zu haben und beschäftigen sich nun mit Hochzeit, Familiengründung und Hausbau.

Und was bleibt einem selbst? Partys, zu denen keiner mehr mitgeht. Kneipentouren, die um 22 Uhr enden. Und ein komisches Gefühl im Bauch, dass man irgendwie zu spät ist: Die Torschlusspanik.

Die schwarzen Schafe der Gesellschaft

Torschlusspanik bei MännernSind Sie über 30 und immer noch nicht in festen Händen? Dann befinden Sie sich eigentlich in guter Gesellschaft: Denn vier Millionen junge Männer und Frauen zwischen 20 und 35 Jahren leben heute allein. Das ist umgerechnet fast jeder vierte. So tröstend diese Zahlen auch belegen mögen, dass man nicht allein ist – sie schützen vor der Torschlusspanik dennoch nicht: der Angst, dass man es verpasst hat, den richtigen Partner zu finden. Familie zu gründen. Ein Haus im Grünen zu bauen.

Stattdessen – wie die Redewendung schon andeutet – vor dem verschlossenen Tor des Lebens zu stehen. Wobei die berühmte Redewendung „Torschlusspanik“ eigentlich ihrem Ursprung nach nichts mit Single-Dasein und Alter zu tun hat. Sie geht auf das Mittelalter zurück, als Städte noch von dicken Mauern zum Schutz der Einwohner umgeben waren. Bei Einbruch der Dunkelheit wurden die Tore geschlossen, um die Stadt vor ungebetenen Gästen zu schützen – das war der berühmte Torschluss.

Es ist in der Tat so, dass man als langjähriger Single über 30 immer ein bisschen draußen vor den Toren der Gesellschaft steht. Man passt nicht zum Idealbild des bürgerlichen Lebenskonzepts, zu dem Frau, Mann, Kinder und ein schönes Heim gehören. Kein Wunder, dass hier ein großer Druck auf allen lastet, die jenseits der 30 immer noch nicht dieses Ziel erreicht haben. Wer hier nicht mithalten kann, fühlt sich schnell als Versager.

Die tickende biologische Uhr – Torschlusspanik bei Frauen und Männern

die biologische UhrWährend sich die Torschlusspanik früher nur darauf bezog, keinen Partner abzukriegen, hat sie heute eher mit dem Kinderkriegen zu tun. Sie erfasst Frauen über 30, Männer eher im Alter über 40. Diesem Unterschied liegen weibliche und männliche biologische Umstände zugrunde.
Zwar hat sich der menschliche Körper im Laufe der Jahrhunderte auf der biologischen Ebene verändert: Die Fruchtbarkeit der Frauen setzt früher ein. Die Lebenserwartung ist länger. Daher könnte man annehmen, dass die Fruchtbarkeit der Frau auch länger anhält. Das tut sie aber nicht. Die Haltbarkeit der Eizellen hat sich nicht verbessert. Ab 35 beginnt die Fruchtbarkeit immer noch relevant abzunehmen, ab 40 sogar deutlich. Die Schwangerschaftschancen fallen zwischen 35 und 45 um die Hälfte ab.

Diesem biologischen Druck sind Männer weniger ausgesetzt – denn sie können bis ins hohe Alter Kinder zeugen. Deshalb verschiebt sich bei ihnen die Torschlusspanik um ca. 10 Jahre nach hinten, ins Alter von 40 Jahren, wo sie sich vom Kopf her gerade noch jung genug fühlen, Kinder aufzuziehen. Wenn ein Mann also anfängt, über das Lebenskonzept Familie und Kinder nachzudenken, ist die Frau eigentlich zu alt dafür. Allerdings gibt es auch Studien aus Israel und den USA, die genau diese Tatsache widerlegen. Es gibt zwar keine Anzeichen, dass eine Andropause als Äquivalent zur Menopause existiert. Aber die Studie weist nach, dass bei Männern ab 35 die Spermienanzahl und -beweglichkeit abnimmt, und genetisch geschädigte Spermien aufgrund vom Altern des Organismus vermehr auftreten. Dies kann zu genetischen Schäden bei Nachwuchs führen.

Auf der Suche nach der großen Liebe: Warum bin ich Single?

Laut Erhebungen geht die überwiegende Mehrheit der Alleinstehenden durchschnittlich 5-6 Jahre solo durchs Leben. Sicherlich gibt es darunter einige, die ihr Singledasein bewusst gewählt haben und mit ihrem Status glücklich sind. Die meisten Singles wünschen sich aber im Grunde ihres Herzens doch einen Partner an ihrer Seite. Am Wollen kann also ihr Partnerschaftswunsch nicht scheitern. Was sind die möglichen Gründe für das unfreiwillige Single-Sein?

  • Mismatch der Geschlechter
    Unsere Gesellschaft, macht es den männlichen und weiblichen Singles nicht leicht, zueinander zu finden. Auf dem Heiratsmarkt ist mittlerweile ein echter Mismatch entstanden: Immer mehr Frauen wollen nicht nur Mutter sein und versuchen, die Berufstätigkeit und die Mutter-Rolle zu verbinden. Sie suchen Männer, die sich an der Familienarbeit beteiligen und notfalls auch ihre Berufstätigkeit reduzieren. Während Männer immer noch nach Frauen Ausschau halten, die in der Familienarbeit ihre Hauptzuständigkeit sehen.

 

  • Keine Lust auf Kompromisse
    Der Wunsch nach beruflicher Verwirklichung spielt eine große Rolle. Sind Studium, Beruf und erste Sprosse der Karriereleiter geschafft, liegt der 30. Geburtstag bereits hinter den Meisten.

 

  • Hohe Ansprüche
    Wir leben in einer Gesellschaft, in der uns suggeriert wird: Das Beste ist gerade gut genug. So wachsen die Ansprüche an einen potenziellen Partner ins Unermessliche, was zu einer wenig kompromissbereiten Partnersuche führt: Entweder ist der Partner perfekt oder man bleibt lieber allein.

 

  • Schlechte Erfahrungen
    Jeder zweite ist Single, weil wieder ein Beziehungsfiasko befürchtet wird. Alte Wunden sollen nicht aufreißen, schmerzvolle Erfahrungen aus der Vergangenheit sollen sich nicht wiederholen. Stattdessen werden vielversprechende Bekanntschaften nur oberflächlich gehalten – als unverbindliche Affären.

 

  • Kein Glück in der Partnerwahl
    Jeder Topf findet seinen Deckel – diesen Spruch predigten uns schon unsere Großmütter. Manche Menschen brauchen etwas länger, bis sie den perfekten Deckel finden. Und das lässt sich nicht beeinflussen – sondern es ist eine reine Glückssache.

Torschlusspanik: Die Heirat mit dem Frosch

Torschlusspanik ist ein schlechter Ratgeber. Denn sie führt oft dazu, dass die Menschen in der Liebe eine Vernunftentscheidung treffen – und nicht eine, die ihnen das Herz weist. Davon zeugt die Umfrage der US-Paartherapeutin Jennifer Gauvian und ihrer Co-Autorin Anne Milford aus dem Jahr 2016. Laut dieser berichtet ein Drittel der 1.000 geschiedenen Frauen, dass sie aus Torschlusspanik geheiratet haben – obwohl sie schon bei der Hochzeit wussten, dass ihr künftiger Ehemann nicht die richtige Wahl war. Sie hofften, dass sich die Beziehung in Laufe der Zeit doch noch als wahre Liebe entpuppt – und standen am Ende vor den Scherben ihrer Beziehung. Was kann man daraus als Fazit ziehen? Lieber den Richtigen später heiraten als den Falschen früher.

Torschlusspanik adé

Torschlusspanik überwindenHat die Torschlusspanik auch Sie erfasst? Zur Panik kann Torschlusspanik erst werden, wenn persönliche (Versagens)Ängste überhandnehmen. Auch wenn diese Ängste verständlich sind – sie schaffen nicht die besten Voraussetzungen für eine entspannte Partnersuche. Die wichtigste Regel heißt hierbei: Ruhe bewahren. Überwinden Sie Ihre Ängste und schaffen Sie optimale Bedingungen für eine neue Liebe. Ob und wann diese kommt? Dazu gehört Zufall und ein Quäntchen Glück – denn Liebe ist nicht planbar. Anbei ein paar Tipps, wie Sie die Torschluss-Panik ablegen und entspannter mit Ihrem Single-Dasein umgehen:

  • Zeit genießen
    Wer sagt, dass eine Partnerschaft und Familie das alleinige Rezept für die Glückseligkeit sind? Gehen Sie in der Partnersuche nicht Notlösungen ein, sondern genießen Sie aktiv die Vorteile des Single-Seins – und die Zeit, in der Sie tun und lassen können, was Ihnen gefällt, ohne Kompromisse einzugehen.

 

  • Selbstzweifel ablegen
    Sie neigen zu Selbstzweifeln und sind der Meinung, dass Sie nicht gut genug sind, um einen Partner fürs Leben zu finden? Beginnen Sie, Ihr Selbstbewusstsein zu stärken – hören Sie auf, sich ständig zu vergleichen und zu kritisieren. Mit weniger Selbstzweifeln werden Sie attraktiver auf Ihr Umfeld wirken – und ziehen leichter potenzielle Partner an. Meiden Sie dabei eine Zeitlang soziale Medien – schließlich posten viele Ihrer Kontakte nur die schönen Seiten des Lebens, was dazu führen kann, dass Sie sich noch schlechter oder einsamer fühlen.

 

  • Motivation überprüfen
    Hinterfragen Sie Ihre Motivation: Wollen Sie wirklich sesshaft werden, eine feste Partnerschaft eingehen, Familie gründen? Oder wird es Ihnen nur von außen eingeredet? Machen Sie sich frei von der Meinung anderer und hören Sie auf sich selbst.

 

  • Beuteschema überprüfen
    Fragen Sie sich, ob Sie sich nicht an Partner binden, die keine Familie wollen? Denn damit verschwenden Sie wertvolle Zeit. Überprüfen Sie auf der anderen Seite Ihre Ansprüche: Suchen Sie nach einem Idealpartner, den es gar nicht gibt? Und ist ein Partner, der nicht alle Ihre Vorstellungen zu hundert Prozent erfüllt, automatisch unpassend?

 

  • Verbissenheit ablegen
    Je verzweifelter Sie auf der Suche sind, desto mehr verändert sich Ihre Ausstrahlung zum Negativen. Ihr Gegenüber merkt schnell, dass es Ihnen nicht darum geht, ihn als Partner zu gewinnen, sondern überhaupt irgendeinen Partner zu finden. Reden Sie beim ersten Date nicht sofort über Kinder und Heiraten – sondern lassen Sie sich Zeit, die Person erst einmal in Ruhe kennenzulernen.

 

  • Tun, als ob
    Was wäre, wenn Sie wüssten, dass Ihr Traumpartner in einem halben Jahr vor Ihrer Tür stehen wird? Überlisten Sie Ihren Verstand und tun so, als ob Sie wüssten, dass es so kommt. Diese Technik ermöglicht Ihnen, die Gegenwart in vollen Zügen zu genießen. Der Glaube an ein glückliches Ende erzeugt Leichtigkeit und Lebensfreude.

 

  • Therapeutische Hilfe
    Wenn Sie mit der Zeit merken, dass Sie dazu nicht in der Lage sind, Ihre Torschlusspanik selbst zu überwinden, nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch. Es gibt zahlreiche Coaches und Praxen, die mit diesem Thema bestens vertraut sind und individuelle Lösungsmöglichkeiten anbieten – zum Beispiel gegen Verlustangst oder mangelndes Selbstbewusstsein, die hinter der Torschlusspanik stecken können.

Was bleibt am Ende zu sagen? Sicherlich ist die Gründung einer Familie und das Kinderkriegen zeitlich limitiert. Aber für eine wahre, große Liebe ist es im Leben nie zu spät.

Verlustangst: Die Angst im Kopf – und im Herzen

Verlustangst & Klammern in der BeziehungSteigende Panik im Bauch, wenn sich der Partner verspätet und nicht wie ausgemacht nach Hause kommt. Ein misstrauischer Seitenblick, wenn er sich mit einem netten Gegenüber etwas länger unterhält. Eine unerträgliche Enge in der Brust, wenn er mal länger nicht auf eine WhatsApp antwortet.

All dies sind Szenen einer Beziehung – bei der die Angst, den Partner zu verlieren, Regie führt. Solange die Angst im Rahmen bleibt, bedeutet es keinen Untergang für die Beziehung. Schließlich ist die Angst, den geliebten Partner zu verlieren, sicherlich vielen Menschen nicht fremd. Wenn die Angst aber droht, Sie aufzufressen, Sie beherrscht, Sie lahmlegt – dann spricht man von einer extrem ausgeprägten Verlustangst, einer Angststörung.

Verlustangst – eine weite Reise zurück in die Vergangenheit

Die Angst ist psychologisch gesehen eigentlich etwas Positives, sie fungiert als eine sehr wichtige Schutzfunktion der Psyche. Sie hat einen evolutionären Ursprung und ist nützlich und gut, solange sie uns vor gefährlichen Situationen warnt. Wenn sie eine extreme Form der Verlustangst annimmt, ist sie schädlich – für den Betroffenen und die Beziehung.

Die Verlustangst hat fast immer ihren Ursprung in der Kindheit. Denn wie man mit menschlicher Nähe umgeht, ist ein Prozess, der bereits am ersten Tag unseres Lebens beginnt. Dabei sind die familiären Verhältnisse prägend – und wenn sie nicht hilfreich und unterstützend waren, wirkt sich dies auf das restliche, spätere Leben negativ aus. So gibt es traumatische Erlebnisse oder Missstände in der Kindheit, die die Entstehung der Verlustangst begünstigen:

  • Trennung der Eltern, durch die ein Elternteil keinen Kontakt mehr zum Kind hatte
  • Tod der nahstehenden Personen, der nicht verarbeitet wurde
  • Angstbereitschaft in der Familie
  • Depressionsneigung in der Familie
  • Mangel an allgemeinen Bewältigungsthemen (wie Trauerritualen)
  • Erziehung zur Unselbständigkeit
  • Erziehung zu einem schlechten Selbstwertgefühl
  • Hilflosigkeit der Bezugspersonen
  • Bezugspersonen zeigen keine Gefühle
  • Vernachlässigung durch einen oder beide Elternteile

Schon im Säuglingsalter ist der Mensch mit Verlustangst konfrontiert. Wenn der Säugling merkt, dass er unabhängig von der Mutter existiert, fürchtet er, sie zu verlieren. Er hat noch nicht gelernt, dass das kurze Verschwinden der Mutter keinen endgültigen, dauerhaften Verlust bedeutet – diese frühkindliche Trennungsangst ist normalerweise bis zum dritten Lebensjahr ausgeprägt und verschwindet dann allmählich. Mit den Jahren wächst dann das Gefühl der eigenen Stärke und Unabhängigkeit weiter – und damit auch die Fähigkeit, Verluste zu überstehen, mit Ängsten fertig zu werden. Vorausgesetzt, die Menschen wachsen in einer optimalen Umgebung auf. Eine schwere Kindheit hingegen kann verhindern, dass sich das Urvertrauen bildet. Frühe, unverarbeitete Verluste, Zurückweisung, Gewalt und andere traumatische Erlebnisse führen dann zu der inneren Überzeugung, nicht liebenswert zu sein, niemandem vertrauen zu können.

Übrigens: Nicht immer entsteht ein Trauma durch schlimme Umstände. Manchmal basiert es auf Missverständnissen, indem wir nur annehmen, dass die Eltern uns verlassen wollten. Dem kann eine ehrliche, offene Kommunikation mit Kindern und eine genaue Beobachtung ihrer Gemütslage sowie ihrer Reaktionen entgegensteuern.

Verlustangst und ihre vielen Gesichter

Das Typische an der Verlustangststörung ist, dass sie eigentlich keinen konkreten Bezug zu einer bestimmten realen Gefahr hat. Sie ist in den meisten Fällen grundlos, entsteht nur im Kopf des Betroffenen. Die Verlustangst äußert sich nicht eindeutig durch ein einziges, klar definiertes Symptom. Sondern durch verschiedene Anzeichen, die wahlweise einzeln und gemeinsam auftreten können:

  • Starkes Klammern
  • Extreme, grundlose Eifersucht
  • Festhalten an Freundschaften/Partnerschaften, die einem nicht guttun
  • Ausgeprägtes Kontrollverhalten
  • Angst vor dem Alleinsein
  • Vermeiden von Nähe in Beziehungen (Bindungsangst)
  • Starkes Bedürfnis nach Bestätigung durch den Partner
  • Pessimistische Sicht auf Beziehungen
  • Selbstzweifel
  • Seelische Symptome wie Depressionen
  • Körperliche Symptome wie Herzrasen, Essstörungen, Schlafstörungen, Gedächtnisschwäche

Wie schon gesagt, äußern sich diese Symptome je nach Charakter und Persönlichkeit. Doch gibt es auch geschlechtsspezifische Unterschiede? Äußert sich die Verlustangst bei Männern und Frauen auf unterschiedliche Weise? Da in unserer Gesellschaft für die Männer immer noch die Rolle der Starken vorgesehen ist, neigen sie vermutlich etwas weniger zum ängstlichen, klammernden Verhalten, als vielmehr zu Bindungsängsten, die sie als der aktive Part ausleben, indem sie sich von vorne herein den verbindlichen Beziehungen entziehen – eben aus Angst vor einer Trennung, einem Verlust. Frauen identifizieren sich wiederum vermutlich mehr mit der schwächeren Rolle – und zeigen eher ein unterwürfiges, klammerndes Verhalten in den Partnerschaften.

Der Blick in die ängstliche Seele

Angst den Partner zu verlierenDie Angstgeplagten unterscheidet von den anderen Menschen eigentlich nicht unbedingt die Angst vor dem Verlust – sondern die Tatsache, wie sie den Verlust bewerten. Während Menschen ohne extreme Ängste Verluste als dazugehörig im Leben akzeptieren, ist ein Verlust für die Betroffenen existenziell, oft die schlimmste Vorstellung.

Sie reagieren auf die vermeintliche Bedrohung so, wie es Menschen seit Urzeiten schon immer gemacht haben: Entweder, indem sie sich kampfbereit zeigen oder die Flucht ergreifen. Somit handeln angstgeplagte Menschen je nach Charakter und eventuell Geschlecht manchmal aggressiv und fordernd – indem sie häufig viele Liebesbeweise einfordern, ihre Eifersucht offen ausleben oder den Partner übermäßig kontrollieren. Andere hingegen unterwerfen sich vor Angst dem Partner vollkommen, versuchen, auf jeden seiner Wünsche einzugehen und alles richtig zu machen, damit er sie nicht verlässt. Die Angst, den Partner zu verlieren, wird dabei auf sich selbst projiziert – viele Betroffene leiden unter einem schwachen Selbstwertgefühl, halten sich für nicht liebenswert.

Für den Partner ist das Angstverhalten sehr schwer zu ertragen. Er muss immer wieder erleben, dass seine Liebe nicht ausreicht, wird ständig mit der Angst und dem Misstrauen des Anderen konfrontiert und kann diese doch nicht beeinflussen. Auf das bedrängende, angsterfüllte Verhalten kann er nur mit Selbstschutz reagieren – und geht auf Distanz. Ein Teufelskreis entsteht: Je stärker der Betroffene klammert, vorwirft, kontrolliert – desto mehr entzieht sich ihm sein Partner. So wird der Betroffene wiederum in seinen Ängsten bestätigt, eine selbsterfüllende Prophezeiung tritt ein.

Dass eine Beziehung voller Vorwürfe, Ängste, Aggressionen und Misstrauen kein Ort der Harmonie ist, versteht sich von alleine. Schließlich erfährt der Partner immer wieder, dass die Betroffenen nicht glauben, dass er sie wahrhaftig liebt. So geht nicht nur er, sondern auch seine Liebe auf Distanz – bis sie endgültig erlischt. Und mit ihm auch die Partnerschaft.

Verlustangst verlieren – Liebesqualität gewinnen

Verlustangst überwindenAuch wenn es erst einmal seltsam klingt: Etwas zu verlieren, kann manchmal ein wirklich befreiendes Gefühl sein – zum Beispiel, wenn es gelingt, die Verlustangst zu verlieren. Diesen schweren Ballast abzuwerfen, der den Betroffenen und Ihren Beziehungen schadet.

Sicherlich wird es kein schneller und einfacher Weg sein – denn die Verletzungen, die dieser Angst zugrunde liegen, sitzen tief und müssen erst einmal ins Bewusstsein befördert und verarbeitet werden. Wenn Sie die Symptome der Verlustangst bei sich erkannt haben, sollen Ihnen die nachfolgenden Tipps helfen, mit diesem quälenden Gefühl fertig zu werden:

 

  • Erkenntnis

Der erste Schritt zu einer Besserung ist das Bewusstwerden über Ihre Angst. Dies ist natürlich nicht immer einfach – denn Verlustängste zeigen sich nicht oft direkt, die Symptome kann man nicht sofort der Verlustangst zuordnen. Beobachten Sie sich genau, gestehen Sie sich Ihre Verlustangst ein und machen Sie dadurch den Weg frei für die Suche nach den Ursachen.

 

  • Selbstliebe

Wenn Sie unter Verlustangst leiden, ist bei Ihnen vermutlich ein geringes Selbstwertgefühl vorhanden. Sie müssen erst lernen, sich selbst zu lieben. Schaffen Sie negative Gedanken über sich selbst ab, behelfen Sie sich mit positiven, selbstbejahenden Affirmationen wie zum Beispiel:

  • Ich kann mir und anderen verzeihen
  • Ich verdiene es, Menschen in meinem Leben zu haben, die mich lieben
  • Ich bin bereit, mein Leben zu ändern

 

  • Ängste in Worte fassen

Es ist wichtig, seine Ängste nach außen zu tragen und zu verarbeiten, statt sie zu unterdrücken. So kann es hilfreich sein, dass Sie Ihre negativen Gedanken und Ängste in Worte fassen und aufschreiben. Auf diese Weise kann man sehr schnell feststellen, ob die Ängste irrational sind und eigentlich gar keinen realen Anlass haben. Natürlich ist auch ein offenes, ehrliches Gespräch mit dem Partner ein weiterer Schritt zur Besserung.

  • Entspannung

Entspannungsübungen sind bei Ängsten auch sehr wirkungsvoll – zum Beispiel Atemübungen oder Meditation.

  • Fokus anders setzen

Konzentrieren Sie sich auf die positiven Aspekte in der Partnerschaft: Was lieben Sie besonders an Ihrem Partner? Was zeigt Ihnen, dass er Sie liebt? Sie müssen trainieren, nach den Beweisen für die Liebe Ihres Partners zu suchen – statt nach den Hinweisen für einen möglichen Verlust.

  • Eigenständig werden

Machen Sie Ihr Glück nicht nur von Ihrem Partner abhängig. Suchen Sie sich ein Hobby, das Sie ausfüllt und das Ihnen auch ohne Ihren Partner Spaß macht.

  • Ursachenforschung

Suchen Sie nach den Ursachen Ihrer Verlustangst: Was waren die ersten Verlusterfahrungen? Welche Einstellungen sind daraus entstanden? Sind diese Einstellungen noch auf Ihr heutiges Leben übertragbar?

  • Therapeutische Hilfe

Wenn Sie mit der Verlustangst nicht allein fertig werden, suchen Sie sich einen Therapeuten oder psychologischen Berater. Die Ziele der Therapie sind hauptsächlich Vertrauensbildung, Realitätsprüfung, Verständnis für sich selbst sowie konkrete Verhaltensänderungen. Sie können sich natürlich auch unter Gleichgesinnte begeben – suchen Sie Kontakt zu Selbsthilfegruppen in Ihrer Nähe.

 

Ganz gleich, ob Sie mit eigener Kraft oder mit therapeutischer Hilfe gegen die Verlustangst ankämpfen – eines müssen Sie sich vor Augen führen: Sie sind in Beziehungen nicht hilflos ausgeliefert, sondern können diese beeinflussen. Sich nämlich so zu verhalten, dass manche Menschen Sie schätzen und freiwillig Ihre Nähe suchen.

Es braucht Zeit und Ehrlichkeit zu sich selbst, den heilsamen Prozess anzutreten, Vertrauen zu sich selbst und der Umwelt langsam aufzubauen – aber für diese Mühe werden Sie mit mehr Glück und Zufriedenheit in den Beziehungen belohnt. Und mit echter Liebe – im Kopf und im Herzen.

Emotionale Erpressung: So entkommen Sie der Gefühlsfalle

emotionale erpressung - partner steuertHaben Sie in Ihrer Partnerschaft oft das Gefühl, dass Ihr Partner unsichtbare Fäden zieht, mit denen er Sie nach seinem eigenen Belieben lenkt? Dass Sie nicht mehr Ihre Bedürfnisse und Wünsche leben, sondern die des Partners? Dass Ihr Handeln und Fühlen permanent durch Schuldgefühle Ihrem Partner gegenüber gesteuert ist? Dann sind Sie vermutlich eine Marionette geworden – im Spiel der emotionalen Erpressung seitens Ihres Partners.

Emotionale Erpressung – die Definition

Unter emotionaler Erpressung versteht man, wenn ein Mensch versucht, einen anderen über Gefühle zu manipulieren: Soweit die sachliche Definition. Wie aus dieser kurzen Beschreibung deutlich wird, gehören bei emotionaler Erpressung – wie bei jedem guten Marionettenspiel – immer zwei Akteure dazu: Der eine, der die Fäden zieht und die Marionette lenkt. Und der andere, der sich wie eine Marionette lenken lässt. Beide sind voneinander gewissermaßen abhängig und gestalten das Spiel gemeinsam.

Zwei Akteure in einem Stück

Emotionale Erpressung - Zwei Akteure in einem StückDer Erpresser will vor allem eines erreichen: Schuldgefühle beim Erpressten zu wecken, ihm ein schlechtes Gewissen zu machen, sodass er sich verpflichtet fühlt, gegen seinen Willen zu handeln und die Erwartungshaltung des Erpressers zu erfüllen.

Auch wenn der Erpresser auf den ersten Blick als der Stärkere wirkt, der die Fäden in der Hand hält, verbirgt sich hinter seiner Stärke doch eine Schwäche: Trennungsangst, mangelndes Selbstbewusstsein, Liebessucht oder und ein Unvermögen, seine Bedürfnisse auf eine reife Art und Weise zu kommunizieren. Das Repertoire des Erpressers, seinen Partner zu manipulieren und Druck auf ihn auszuüben, ist vielfältig und kann – je nach Situation – unterschiedlich eingesetzt werden:

  • Negative Vergleiche mit anderen Personen
  • Liebesentzug
  • Drohungen, dass es ihm schlecht gehen wird, wenn er seine Wünsche nicht erfüllt
  • Androhung von Trennung oder Selbstmord
  • Erinnerungen an Verpflichtungen und Gefälligkeiten
  • Durch Schweigen Schuldgefühle erzeugen
  • Wutausbrüche
  • Beschimpfen und Missachtung des Anderen
  • Vorwürfe an den Partner, egoistisch und dickköpfig zu sein
  • Wahrheitsverdrehen
  • Der leidende Blick
  • Isolation von Freunden und Familie

Der Erpresste wird mit typischen Aussagen konfrontiert und manipuliert wie zum Beispiel:

  • Wie konntest du mich nur so behandeln.
  • Ich bin schwer enttäuscht von dir.
  • Du musst schon wissen, ob du heute Abend lieber ausgehst.
  • Wenn du mich lieben würdest, dann würdest du dich nicht so verhalten.
  • So unfair, wie du dich mir gegenüber verhältst.
  • Na ja, dann mache ich es eben selbst.
  • Das habe ich nie so gesagt.
  • Der XY bringt seiner Frau immer Blumen.

Was passiert mit dem Erpressten? Die geschilderten Verhaltensweisen und Äußerungen des Erpressers haben auf den Erpressten eine enorme Wirkung. Er verspürt Schuldgefühle und setzt auf Vermeidungsstrategie: Er nimmt sich zurück, ist gefügig, gibt bei Konflikten nach. Das schlechte Gewissen reift ihn ihm gemeinsam mit dem falschen Glauben, dass er seinem Partner gegenüber etwas schuldig ist.

Er katapultiert sich immer tiefer in die Opfer-Rolle. Doch je mehr das Opfer in die Defensive geht, desto vehementer wird der Täter:  Die Erpressung kann im Laufe der Zeit immer extremere Züge annehmen, der Erpresser kann zu immer heftigeren Mitteln greifen wie eigene Vernachlässigung, starke Verletzungen bis hin zum Suizidversuch.

Schließlich passiert das Paradoxe: Obwohl der Erpresser beim Erpressten seinen Willen durchgesetzt und seine Wünsche erfüllt bekommen hat, verliert er mit jedem Nachgeben des Opfers ein Stückchen Respekt vor ihm, hält ihn am Ende für schwach, kann ihm gegenüber keinen Respekt mehr empfinden.

Ein unendlicher Teufelskreis wird in den Gang gesetzt, beide sind gefangen in ihren Rollen, ihrer Gefühlsfalle. Übrigens – auch bei den Erpressten gibt es ein typisches „Psychogramm“: Übermäßiges Bedürfnis nach Lob, eine ausgeprägte Angst vor Wut, ein starkes Harmoniebedürfnis, ein hohes Maß an Selbstzweifeln, eine starke Tendenz, sich für das Leben anderer verantwortlich zu fühlen. Diese Eigenschaften lassen Sie leichter zum Opfer werden.

Raus aus der Gefühlsfalle!

Gefühlsfalle - emotionale ErpressungEin Ausstieg aus der emotionalen Erpressung gestaltet sich nicht einfach. Zum einen, weil die emotionale Erpressung ein schleichender Prozess ist: Der Täter beginnt erst einmal mit harmloseren Versuchen der emotionalen Erpressung, die sich dann aber bei entsprechender Gegenreaktion des Opfers weiter steigern und intensivieren.

Zudem ist hier die Fremd- und Eigenwahrnehmung stark verschoben. Dem Erpresser ist gar nicht bewusst, dass er den anderen erpresst. Er sieht die Partnerschaft durch seine Erpresser-Brille und  fühlt einen permanenten Mangel: Mangel an Liebe, Mangel an Aufmerksamkeit, Mangel an Hilfe und Unterstützung. Wenn der Partner bei jedem Fingerschnippen auf seine Wünsche eingeht und versucht, diese umgehend zu erfüllen, fühlt sich der Erpresser machtvoll, zufrieden. Zumindest für eine gewisse Zeit. Und auch das Opfer merkt meistens lange Zeit nicht, dass etwas in der Beziehung nicht stimmt: Nämlich, dass es emotional erpresst wird. Erst mit der Zeit nimmt es möglicherweise Anzeichen wahr, die für ein seelisches oder körperliches Ungleichgewicht sprechen.

Schuldgefühle

Das Opfer fühlt sich ständig schuldig, wenn es seinen eigenen Willen gegen den Willen des Partners stellen möchte.

Unter Druck

Das Opfer fühlt sich in der Beziehung unter Druck, weil sich der Erpresser-Partner dominant in den Vordergrund stellt.

Selbstzweifel

Das Opfer wird ständig mit anderen verglichen, hat das Gefühl, nicht genug zu sein.

Konfliktvermeidung

Das Opfer bemüht sich stets, Konflikten aus dem Wege zu gehen, um eine schlechte Grundstimmung in der Partnerschaft zu vermeiden.

Wut

Das Opfer fühlt sich oft grundlos wütend auf den Partner. Emotionale Erpressung kann zu Aggressionen oder gar Gewaltfantasien führen.

Körperliche Beschwerden

Das Opfer leidet unter wiederkehrenden Kopf- oder Magenschmerzen, Schlafstörungen, ist gereizt, verspürt gedrückte Stimmung.

Fühlen auch Sie sich wie eine Marionette Ihres Partners? Nehmen auch Sie bei sich die Zeichen der emotionalen Erpressung und ihre Folgen wie Wut, Niedergeschlagenheit, Schuldgefühle oder Selbstzweifel wahr? Dann ist es höchste Zeit, die unsichtbaren Fäden zu durchtrennen, den Teufelskreis zu durchbrechen.

Die gute Nachricht ist: Mit dem Erkennen der Anzeichen haben Sie schon den ersten Schritt getan: nämlich zur Bewusstwerdung. Jetzt können Sie den nächsten Schritt wagen – zum Handeln.

Raus aus der Beziehung?

Eine Beziehung, die durch emotionale Erpressung geprägt ist, ist nie gesund. Nicht für das Opfer, das in der Beziehung seine Identität nicht leben kann, sein ICH nicht frei entfalten kann. Aber auch nicht für den Erpresser, der auf eine ungesunde Art und Weise seine Bedürfnisse auf Kosten des Partners auslebt und somit aber auch keine Chance hat, eine erwachsene Partnerbeziehung auf Augenhöhe zu führen.

Die Beziehung zu verlassen, sich vom manipulativen Partner zu trennen, kann ein möglicher Ausweg sein. Aber viele Beziehungen haben trotz emotionaler Manipulation dennoch eine wertvolle Grundlage: starke Liebe und Zuneigung, einen gemeinsamen Freundeskreis, gemeinsame Erlebnisse, Hobbies oder gar gemeinsame Kinder. Dann lohnt es sich, die Beziehung nicht sofort zu beenden, sondern an ihr zu arbeiten. Mögliche Wege aus der emotionalen Erpressung könnten sein:

  • Objektiver Blick

Sprechen Sie mit Freunden und Verwandten über Ihre Sorgen und Beziehungszweifel. Oft hilft ein Blick von außen auf die Beziehung, um diese klarer zu sehen und Missstände zu identifizieren.

  • Gespräch mit dem Partner

Sprechen Sie beim Partner aus, was Sie bewegt. Beschreiben Sie, wie Sie sich fühlen, verwenden Sie möglichst ICH-Botschaften, DU-Botschaften werden schnell als Anklage und Vorwurf verstanden und ziehen sofortige Gegenwehr nach sich.

  • Entwickeln Sie Selbstbewusstsein

Legen Sie sich einen wirksamen Schutzschild gegen Erpressung an: gesundes Selbstbewusstsein. Besinnen Sie sich auf Ihr Selbstwertgefühl, schützen Sie Ihre eigenen Bedürfnisse und trauen Sie sich, diese auf die gleiche Stufe wie die Bedürfnisse Ihres Partners zu stellen.

  • Souveräner Auftritt

Überprüfen Sie die eigene Körpersprache. Gebeugte Haltung signalisiert Unterwürfigkeit, aufrechte Haltung hingegen Stärke und Selbstbewusstsein – ein wertvoller Schutz gegen Manipulationsversuche.

  • Nein sagen

Da die manipulative Erpressung mit gegenseitiger Verstrickung von Täter und Opfer einhergeht, ist es wichtig, dass Sie Ihr Verhalten und Ihre Kommunikation ändern, sich trauen auch mal nein zu sagen: „Nein, das sehe ich anders. Nein, ich fühle mich von dir unter Druck gesetzt. Es tut mir leid, aber ich kann dir nicht helfen“. Mit einer konsequenten Verhaltensänderung beziehungsweise Änderung Ihrer Kommunikation durchbrechen Sie die schädlichen Verhaltensmuster in Ihrer Beziehung. Der Täter kann nicht mehr in gewohnter Weise agieren, da er erkennt, dass er damit nicht mehr zum Erfolg kommt. Somit ist auch er gezwungen, neue Verhaltensweisen in der Beziehung zu entwickeln.

  • Distanz

Eskaliert die Situation, hilft nur noch Distanz. Beenden Sie auf vernünftige Weise das Gespräch, verlassen Sie die Wohnung.

  • Haben sie Geduld

Die schweren emotionalen Verstrickungen lassen sich vielleicht nicht mit einem ersten Versuch ändern. Haben Sie Geduld und lassen Sie sich durch Rückschläge nicht entmutigen. Tiefgreifende Verhaltensänderungen brauchen Zeit – und die brauchen Sie gleichermaßen wie Ihr Partner.

  • Professionelle Hilfe

Manchmal sind die emotionalen Abhängigkeiten, die Verwirrung und die Angst so stark, dass Sie nicht allein weiter kommen. Suchen Sie sich professionelle Hilfe von einem erfahrenen Psychotherapeuten, der Kommunikationsstile und Verhaltensmuster offen legen und vermitteln kann, wie einer seine Bedürfnisse dem anderen gengenüber angemessen äußern kann. Ganz gleich, ob Sie allein oder mit Ihrem Partner die Beratungsstelle aufsuchen.

  • Trennung/Scheidung

Wenn alle Versuche erfolglos verlaufen sind, und die Beziehungsbeteiligten ihren Weg aus der emotionalen Erpressung nicht herausfinden, ist der einzige Ausweg die Trennung bzw. Scheidung.

Ende gut – nichts gut?

emotionale abhängigkeit überwindenIn besonders schweren Fällen von emotionaler Abhängigkeit bedeutet das Ende der Beziehung noch lange nicht das Ende der emotionalen Erpressung. Der verlassene Erpresser schlüpft erneut in seine Opfer-Rolle und greift zu den gewohnten Mustern: der ganzen Klaviatur der emotionalen Erpressung. Möglicherwiese wirft er Ihnen vor, ihn im Stich gelassen zu haben. Möglicherweise appelliert er an Ihr Pflichtbewusstsein, ein guter Partner in guten und in schlechten Zeiten zu sein. Möglicherweise droht er an, sich etwas anzutun.

Bleiben Sie konsequent, steigen Sie nicht mehr in das Spiel als Marionette ein, lassen Sie sich nicht mehr in die Spirale der Schuldgefühle hineinziehen. Solange die Trennung halbwegs fair abgelaufen ist, haben Sie sich nichts vorzuwerfen. Lassen Sie sich auch nicht dazu hinreißen, den verlassenen Partner trösten zu wollen.

Die Psychologin Wiebke Neberich ist der Meinung: „Sich zu trennen und den Ex-Partner zu trösten, macht es für beide Partner nur noch schwerer, sich voneinander zu lösen. Beide müssen sich nach der Trennung erst einmal wieder auf ihr eigenes Leben konzentrieren und sich daran gewöhnen, dass der Ex-Partner eben nicht mehr der erste Ansprechpartner bei emotionalen Krisen ist.“

Wenn der Ex-Partner nach wie vor die gewohnten Verhaltensmuster der emotionalen Erpressung anwendet, sollten Sie es nicht scheuen, eine Kontaktsperre einzuleiten. Denn so heftig Ihnen dieses letzte Mittel auch vorkommen mag: Mit dieser konsequenten Handlungsweise tun Sie am Ende Ihrem Partner einen Gefallen. Sie ermöglichen ihm, sich von Ihnen zu lösen und machen für ihn den Weg frei für einen neuen Partner, der besser zu ihm passt. Damit der quälende Marionetten-Tanz zwischen Ihnen Beiden endlich keine neue Vorstellung mehr findet.

Schmetterlinge im Bauch: Was sie sind und woher sie kommen


Der Frühling kommt: Die Sonne strahlt um die Wette, die bunten Blumen sprießen in den Beeten, die Schmetterlinge flattern als Frühlingsboten durch die Luft. Und manchmal, bei den Frischverliebten, verirren Sie sich auch in die Magengegend.

Den Schmetterlingen auf der Spur

Wer kennt nicht die Redewendung „Schmetterlinge im Bauch“ als Metapher für den Zustand des Verliebt-Seins – wenn wir ein eigenartiges Kribbeln im Magen verspüren, gepaart mit Herzrasen, schweißnassen Händen und allgemeiner Verwirrung.

Den Begriff „Schmetterlinge im Bauch“ prägte die amerikanische Schriftstellerin Florence Converse (1871 – 1967). In ihrem Buch „House of Prayer“ sprach sie als erste von „butterflies in the stomach“, direkt übersetzt als „Schmetterlinge im Magen“. Der Ausdruck erfreute sich sehr schnell großer Beliebtheit und verbreitete sich immer weiter. Bis er schließlich Mitte des 20. Jahrhunderts in Deutschland ankam und auch heute noch in unserem Vokabular als feste Redewendung erhalten geblieben ist.

Schmetterlinge im Bauch: Der verrückte Hormon-Cocktail

Die Liebe kommt zwar in der Umgangssprache von Herzen und geht durch den Magen – aber eigentlich entsteht sie im Kopf, denn das Gehirn spielt eine entscheidende Rolle beim Verliebt-Sein. Im Gehirn werden Hormone gebildet – und diese übernehmen bei Verliebten die Regie, und versetzen den gesamten Körper in einen wahren Ausnahmezustand mit zahlreichen typischen Symptomen:

  • Zwanghafte Gedanken und Fixierung auf das Objekt der Begierde
  • Veränderte Wahrnehmung
  • Unkontrollierbares Verlangen
  • Schlaf- und Appetitlosigkeit 
  • Energie-Geladenheit
  • Erhöhte sexuelle Lust
  • Herzrasen, erhöhter Puls, verstärktes Schwitzen

Nicht alle, aber viele dieser Anzeichen muten wie Symptome einer Krankheit an. Und so ist es kein Wunder, dass Verliebte gerne mal als Liebeskranke bezeichnet werden – wie auch Platon seinerzeit schon erkannt hatte: „Liebe ist eine schwere Geisteskrankheit.“  

Verschiedene Studien belegen, dass bei den Verliebten und Zwangsneurotikern der Serotoninspiegel 40 Prozent unter dem Normalwert liegt – aus biochemischer Sicht sind Verliebte also psychisch krank. Darüber hinaus sind Veränderungen, die im Gehirn bei einer Sucht und bei der Verliebtheit passieren, nahezu identisch.

Aber welche Zutaten mischen bei dem verrückten Hormon-Cocktail der Verliebten mit?

  • Adrenalin und Noradrenalin

Maßgeblich verantwortlich für die Verliebtheit sind die Aufputscher-Hormone Adrenalin und Noradrenalin. Adrenalin wird in der Nebenniere produziert, Noradrenalin im Nebennierenmark. Zusammen lassen sie unser Herz höherschlagen, bringen die Hände zum Schwitzen. Biologisch gesehen sind dies Symptome wie bei einer Panik-Attacke. Dass wir bei dieser körperlichen Reaktion nicht aus lauter Angst das Weite suchen, ist das Verdienst weiterer Hormone, die nebenbei wirken: Während Adrenalin und Noradrenalin für die Aufregung und Spannung zuständig sind, sorgen Oxytocin, Dopamin und Serotonin für die Entspannung – und dafür, dass wir das Verliebt-Sein als positiven Stress wahrnehmen. Übrigens: Dadurch, dass diese Glückshormone über Blutbahnen in den Bauchraum weitergeleitet werden, fühlt es sich für uns so an, als hätten wir Schmetterlinge im Bauch.

  • Serotonin

Das Glückshormon Serotonin sorgt für gute Laune. Paradoxerweise ist bei Verliebten der Serotonin-Spiegel sehr niedrig, entspricht ungefähr dem von Menschen mit einer Zwangserkrankung. Der Serotonin-Mangel bewirkt, dass die Gedanken nur um den geliebten Menschen kreisen. Gleichzeitig aber sorgt die niedrige Serotoninkonzentration für Niedergeschlagenheit und Traurigkeit – zum Beispiel, wenn der geliebte Mensch nicht in unserer Nähe ist.

  • Dopamin

Bei Verliebten ist die Konzentration des Glücklich-Machers Dopamin im Belohnungszentrum des Vorderhirns sehr hoch. Dieser Neurotransmitter aktiviert das Belohnungssystem, verstärkt die positiven Gefühle und die Euphorie. Er gibt dem Körper vor, glücklich zu sein macht ihn „süchtig“ nach seinem Liebesobjekt. Der Verliebte befindet sich in einem Zustand, der einem Drogenrausch gleicht. Und von dieser Droge kann er nicht genug bekommen.

  • Oxytocin

Oxytocin wird gerne auch als Kuschelhormon bezeichnet. Es wird im Hypothalamus gebildet und wirkt im Gehirn ebenfalls auf das Belohnungssystem. Bei Verliebten wird es verstärkt ausgeschüttet – zum Beispiel bei Berührungen. Das Oxytocin fördert Vertrauen zueinander sowie die emotionale Bindung und sorgt dafür, dass die ausgelösten Gefühle speziell an eine Person gekoppelt werden.

  • Testosteron

In der Anfangszeit einer Beziehung sinkt der Testosteronspiegel bei Männern – sie werden dadurch ausgeglichener. Bei Frauen hingegen steigt er an – und mit ihm auch die sexuelle Lust. Vermutlich gleichen sich in dieser Phase die chemischen Prozesse zwischen den Geschlechtern an, damit Männer und Frauen leichter zusammenfinden.

Der Konflikt zwischen Herz und Verstand

Parallel zu der erhöhten Aktivität im Belohnungssystem beobachteten Wissenschaftler im präfrontalen Kortex bei Verliebten eine niedrigere Aktivität als zu normalen Zeiten. Der präfrontale Kortex ist immer dann beteiligt, wenn es darum geht, etwas sorgfältig zu planen oder abzuwägen. Aufgrund dieser Erkenntnisse scheint es so, dass es schwierig ist, während der Verliebtheitsphase sinnvolle Pläne zu schmieden oder realistische Urteile zu fällen. Verliebte haben Augen nur für den neuen Partner, sehen ihn in den rosigsten Farben – und merken vielleicht gar nicht, dass er vom Charakter her gar nicht passt. Wie sollte dann die Handlungsempfehlung für Verliebte lauten? Im Rausch der ersten Verliebtheit keine wichtigen Entscheidungen treffen, die das Leben verändern könnten: ein Kind zeugen, einen Umzug in eine andere Stadt bzw. Land zu planen oder zu heiraten.

Stattdessen ist etwas Geduld angesagt: Die Aktivität im präfrontalen Kortex wird wieder erhöht, wenn die Verliebtheit länger dauert und etwas abflaut. Erst dann öffnen sich unsere Augen für die Realität, erst dann können wir wieder vernünftig entscheiden, planen und urteilen. Schließlich basieren gute Entscheidungen darauf, dass wir sie mit Herz und Verstand treffen.

So lockt man die Schmetterlinge

Spielt aber die Zeit davor eine wichtige Rolle – bevor die Schmetterlinge im Bauch kommen? Bricht die Verliebtheit einfach wahllos über uns wie ein Hurrikan ein, oder gibt es im Vorfeld doch bestimmte Vorbedingungen, damit sich zwei Menschen ineinander verlieben? Es gibt scheinbar Voraussetzungen, die die Verliebtheit begünstigen:

  • Das äußere Erscheinungsbild

Der Evolutionsbiologe Karl Grammer fand heraus, dass Mann und Frau binnen zehn Sekunden aufgrund von äußerlichen Merkmalen entscheiden, ob der Andere als Partner in Frage kommt. Männer legen Wert verstärkt auf den physischen Bereich, Frauen auf den psychischen Bereich.

  • Gerüche

Man muss sich riechen können – der Eigengeruch des Partners kann anziehend wirken oder eben dazu führen, dass ein anfängliches Abenteuer nur ein Abenteuer bleibt.

  • Bewunderung für die andere Person

Diese kann auf einem einheitlichen Lebensentwurf, Arbeitsamkeit, gut bewältigten Schwierigkeiten, ähnlichen Lebenszielen oder der Fähigkeit, andere zu verstehen, basieren.

  • Biochemie

Nach Helen Fisher, der US-amerikanischen Anthropologin, bestimmt die Biochemie, ob sich zwei Menschen ineinander verlieben. Ihrer Meinung nach ist es zwar wichtig, dass wir bezüglich des sozialen Hintergrunds mit unserem Partner harmonieren. Was aber die hormonelle Persönlichkeit angeht, fühlen wir uns von Menschen angezogen, die ein anderes, uns ergänzendes biochemisches Profil besitzen.

Nach Helen Fisher kann man übrigens auch der Verliebtheit auf die Sprünge helfen. Wer sich verlieben möchte, sollte ganz einfach seine Dopamin-Ausschüttung aktivieren. Denn der Körper befindet sich sowohl bei Verliebtheit als auch in gefährlichen Situationen in einem Erregungszustand – und kann die beiden Zustände nicht gut unterscheiden. So empfiehlt es sich, mit seiner Angebeteten gleich zu Anfang aufregende Dinge zu unternehmen wie zum Beispiel einen Ausflug in den Seilgarten oder einen Fallschirmsprung.

Die nächste Station nach der Verliebtheit: die Liebe

Durch das extreme Spiel der Hormone wäre das Verliebt-Sein auf Dauer für den Körper zu stressig und anstrengend. Deswegen verändert sich mit der Zeit die Beziehung zum Partner, die erste Verliebtheit flacht nach 3 Monaten bis 3 Jahren ab – der Adrenalin- und Noradrenalin-Spiegel regulieren sich wieder im unteren Bereich. Verliebtheit wird abgelöst durch Liebe – laut Wissenschaftlern zwei ziemlich unterschiedliche Gefühlswelten.

Neurologisch und physiologisch betrachtet spielen sich diese beiden Gefühle in vollkommen anderen Hirnregionen ab und sind auch mit ganz verschiedenen Botenstoffen verbunden. Die Verliebtheit ist ein evolutionärer Ausnahmezustand, der mit Sucht und Wahn vergleichbar ist. Es kommt hauptsächlich zu Aktivitäten in der Stammhirnregion: Adrenalin, Dopamin, etc. werden ausgeschüttet. Liebe ist das, was folgt: Nämlich im Großhirn, im Vorderlappen. Die leisen Botenstoffe Hormone Serotonin, das Bindungshormon Oxytocin und das Glückshormon Endorphin werden hauptsächlich ausgeschüttet – diese nehmen wir körperlich kaum wahr. Dies ist auch der Grund, warum es möglich ist, jemanden zu lieben und gleichzeitig in einen anderen verliebt zu sein.

Lasst die Schmetterlinge wieder fliegen

Sehnsüchtige Leidenschaft ist nie wieder so groß wie in der ersten Phase der Verliebtheit. Kein Wunder, dass sich viele Paare in einer jahrelangen Partnerschaft nach diesem Gefühl zurücksehnen. Die gute Nachricht ist: Man kann die Verliebtheit verlängern oder wiederaufleben lassen – mit ein paar einfachen Tricks:

  • Sich erinnern

Bewusste gemeinsame Erinnerung an die erste Phase der Verliebtheit bringt die Schmetterlinge im Bauch zurück.

  • Überraschungen

Kleine Geschenke oder spontane Einfälle überraschen den Partner und zeigen ihm, dass man sich um ihn bemüht.

  • Körperliche Nähe

Mit der Zeit wird immer weniger vom Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet. Um seine Produktion anzuregen, sollte man sich als Paar wieder öfter körperlich näherkommen.

  • Anti-Kritik-Diät

Diese Diät kann Wunder bewirken: 4 Wochen lang darauf verzichten, den Partner zu kritisieren. Sondern sich stattdessen auf seine Stärken konzentrieren.

  • Gemeinsame Aktivitäten

Neue, gemeinsame Aktivitäten, die Beiden Spaß machen, regen Glücksgefühle an und machen die Partnerschaft wieder spannend.

So verändern Kinder eine Beziehung


Zu der Dauer einer Beziehung gehören immer zwei – oder doch drei? Rund 70% aller Österreicherinnen und Österreicher sind in festen Händen, 49% davon haben Kinder miteinander. Dauern Beziehungen mit Kindern in der Tendenz länger oder kürzer als die von kinderlosen Paaren? Wie sieht der Alltag aus? Welche Werte stehen im Ranking ganz oben?

In einer Studie hat das von Parship beauftragte Institut marketagent.com 655 liierte Österreicherinnen und Österreicher zwischen 18 und 69 Jahren dazu befragt. Was dabei herausgekommen ist: grundsätzlich wünschen sich Österreicherinnen und Österreicher in Beziehungen mehr Intimität…

Wann kriegen wir Kinder?

Das beschäftigt nicht nur jedes einzelne Paar. Wann passt das mit dem Kinderkriegen, wie viele sollen es sein? Jedes dritte Paar in Österreich freut sich schon in den ersten zwei Jahren seiner Beziehung über das erste Kind. Ein Drittel wartet etwas länger mit dem Nachwuchs und erlebt die Geburt des ersten gemeinsamen Babys nach zwei bis fünf Jahren Beziehungsdauer, ein Drittel aller österreichischen Paare wird nach fünf Jahren zum ersten Mal Mama und Papa. Wann österreichische Paare Kinder bekommen, ist also durchaus ausgeglichen.

Eins, zwei oder drei?

Die Tendenz geht in Österreich zu eher kleinen Familien: 42 Prozent der Paare ziehen ein Einzelkind groß, 44% haben sich nach dem ersten Kind noch einmal für ein Kind entschieden. Nur 14 Prozent der österreichischen Paare haben drei oder mehr gemeinsame Kinder – in einem von vier Fällen bringt einer der Partner ein minderjähriges Kind mit in die neue Beziehung. Dass beide Partner vorher schon Kinder haben, ist übrigens nicht die Regel, sondern nur in drei Prozent der Fall.

Wie sehr stimmen Ihre Meinung und die Ihres Partners/ Ihrer Partnerin in Bezug auf folgende
Themen überein? (5-stufige Skalierung)

Kommst du Kuscheln?

Wie sieht das eigentlich für Eltern mit der Sexualität aus – im Vergleich zu kinderlosen Paaren? Anscheinend fehlt es so oder so an Intimität – bei kinderlosen Paaren geben das mit 42% weniger als die Hälfte an, bei Elternpaaren knapp über die Hälfte. Und Paare ohne Sprösslinge können sich natürlich mehr Zeit für sich nehmen – zum Beispiel zum Kuscheln und für Gespräche.

Inwieweit stimmen Sie den folgenden Aussagen in Bezug auf Intimität in Ihrer Partnerschaft zu? (5-stufige Skalierung)

Das ist nichts Ungewöhnliches – schließlich fordern Kinder einiges an Aufmerksamkeit, wollen gewickelt, gefüttert bzw. später zum Sport oder zu Freunden gebracht werden.  Abgesehen davon verbringen aber auch kinderlose Paare nicht unbedingt mehr Freizeit miteinander – 58% aller Paare verbringen viel Zeit miteinander, und nur jeder Fünfte ist quasi nie ohne seinen Lieblingsmenschen anzutreffen.

Du und ich – für immer?

“Ich will für immer mit dir zusammen sein.” Das allein ist schon ein großer Satz – aber gilt das auch, wenn Babys, Kleinkinder oder später eben Teenager im Haus sind? Insgesamt zeigen Elternpaare mehr Einigkeit als Paare ohne Nachwuchs, und räumen den Werten “Familie”, “Ehe” und Beruf” einen höheren Stellenwert ein. Und deswegen schauen 76 Prozent aller Familien mit einer gemeinsamen Zukunft – bei kinderlosen Paaren sind es ganze 10 Prozent weniger. Fast 20 Prozent der Paare würden eine Beziehung beenden, wenn sie sie nicht mehr glücklich macht, während das nur für 10 Prozent der Paare mit Kindern in Österreich überhaupt eine Option ist.

Zu einer Beziehung gehören zwei

Wenn zwei eine Beziehung wollen, sollten weder Kinder noch Beruf etwas daran ändern. Jede Beziehung verändert sich über Jahre, und eben auch mit Kindern. Psychologin Caroline Erb rät, dass man sich “ganz bewusst Zeit füreinander nehmen” und natürlich auch “die Zweisamkeit pflegen” sollte. Und diesem Tipp kommt doch eigentlich jeder gerne nach, oder?

Beziehungsphasen: Phasen einer Beziehung

Eine Beziehung verändert sich im Laufe der Zeit – das ist ganz normal und auch gut so. Denn so schön das Gefühl auch ist, die Welt durch eine rosarote Brille zu sehen, so wichtig ist es für eine gesunde Beziehung doch auch, den grauen Alltag gemeinsam meistern zu können und natürlich, sich wirklich kennenzulernen.

Der Weg von der ersten Verliebtheit hin zum tiefen Vertrauen ist jedoch keine Autobahn, die man schnell und auf geraden Weg herunterfahren kann. Stattdessen ziehen sich die verschiedenen Beziehungsphasen über Jahre hinweg, wenn man denn so lange zusammenbleibt, und sind von einem ständigen Auf und Ab gekennzeichnet. Wie sich eine Beziehung im Laufe der Zeit genau entwickelt, und die verschiedenen Phasen gemeistert werden können, haben wir einmal genauer unter die Lupe genommen.

Beziehungsphasen: Diese Phasen macht jede Beziehung durch

Frauenzeitschriften, Paartherapeuten und Ehepaare – sie alle haben sich mit den verschiedenen Beziehungsphasen bereits intensiv beschäftigt. Wie viele davon man als Paar gemeinsam erfolgreich genießen und überwinden muss, darüber gehen die Ansichten auseinander. Denn natürlich ist es schwierig, die feinen, aber sichtbaren Entwicklungen in einer Beziehung zu definieren. Denn immerhin geschehen diese Veränderungen selten über Nacht, stattdessen ist der Übergang von der einen in die nächste Phase eher schleichend. Die Entwicklungen ziehen sich meist über Jahre hinweg.

Der Paartherapeut Roland Weber wollte es ganz genau wissen und hat sich wissenschaftlich mit den verschiedenen Phasen einer Beziehung beschäftigt – inklusive Hoch- und Tiefphasen. Laut Weber durchläuft eine Beziehung fünf verschiedene Zeiträume:

  1. Der Verliebtheitsphase
  2. Die Zeit der Ernüchterung
  3. Machtkämpfe
  4. Balance finden+
  5. Tiefe und echte Liebe

Meine Welt ist rosarot – die Verliebtheitsphase

verliebtheitsphaseWillkommen in der Verliebtheitsphase! Die Symptome sind: Schmetterlinge im Bauch, verliebtes Kichern und ganz viel Körperkontakt. Fast jeder kennt es: dieses ganz besondere, magische Strahlen, welches ein frischverliebtes Pärchen umgibt.

In den ersten Monaten einer Beziehung scheint alles perfekt zu sein – vor allem der Partner. Die Begriffe „eine rosarote Brille tragen“ oder „blind vor Liebe sein“ kommen nicht von ungefähr. Es ist typisch für die Anfänge einer Beziehung, dass mögliche Probleme oder negative Aspekte einfach ausgeblendet werden. Stattdessen wird das Verliebtheitsgefühl in ganzen Zügen genossen, der Partner und die Beziehung sind vermeintlich perfekt.

Der Partner und das gemeinsame Glück steht während der ersten Beziehungsphase unmittelbar im Mittelpunkt. Dem anderen wird viel Aufmerksamkeit und Zärtlichkeit geschenkt, das Glücksgefühl in ganzen Zügen genossen.

Somit bildet die Verliebtheitsphase einen wichtigen Grundbaustein für die gesamte weitere Beziehung. Während der ersten Monaten wächst das Paar als Einheit zusammen. Das jetzt so starke Gefühl der Verliebtheit hilft später durch schlechtere Zeiten. Denn nach meist 18 Monaten kühlen die überschwänglichen Gefühle etwas ab. Die Schmetterlinge im Bauch verschwinden und die rosarote Brille wird abgenommen. Für viele Beziehungen bedeutete das Ende der Verliebtheitsphase auch das Ende der gesamten Beziehung. Denn statt rosarot zeigt sich der eigene Partner nun in seinen echten Farben.

Beziehungsphase zwei beginnt – die große Ernüchterung

Phase der ErnüchterungIst das erste große Verliebtheitsgefühl verflogen, werden auch die Macken und Eigenarten des Partners auf einmal ganz anders wahrgenommen – oder überhaupt erst sichtbar. Kaum ist die rosarote Brille unten, wird der Partner genauer unter die Lupe genommen – und natürlich werden dann auch Eigenschaften und Angewohnheiten entdeckt, die einem vielleicht nicht so gefallen. Die Gefahr während der zweiten Beziehungsphase ist es, zu viel Kritik zu üben. Denn die negativen Eigenschaften prasseln förmlich nur auf einen ein. Statt dem Impuls, diese ständig zu kritisieren, nachzugeben, sollten auch die negativen Eigenschaften des Partners angenommen werden. Lernen Sie, Kompromisse einzugehen und genießen Sie es, Ihren Partnern nun wirklich kennenzulernen.

Natürlich geht mit der zweiten Phase auch ein Gefühl der Ernüchterung einher, welches leider meistens dafür sorgt, dass Paare sich trennen. Das Ende der Verliebtheitsphase fühlt sich für viele auch wie das Ende der Liebe an. Dabei beginnt echte Liebe erst genau jetzt, wenn der Partner so geliebt und akzeptiert wird, wie er wirklich ist.

Wer hat die Hosen an? – Lasst die Machtkämpfe beginnen!

machtkämpfeWer es schafft, Phase zwei der Beziehungsreise zu überstehen, wird leider nicht direkt belohnt. Im Gegenteil. Denn das anfängliche Verliebtheitsgefühl kehrt auch in der dritten Beziehungsphase nicht zurück. Stattdessen ist diese Zeit von Machtkämpfen geprägt. Jeder der Partner möchte das letzte Wort haben, Unstimmigkeiten werden in dieser Zeit bis ins kleinste Details ausdiskutiert. Beide Partner bemühen sich, den eigenen Standpunkt durchzusetzen.

Als wäre dieser ständige Machtkampf nicht genug, wird die dritte Beziehungsphase außerdem ständig von Trennungsgedanken begleitet.

Den Partnern wird immer klarer vor Augen geführt, dass die vermeintlich große Liebe nicht perfekt ist und wie schwierig es sein kann, auf den gleichen Nenner zu kommen. Die dritte Phase ist von einem ständigen Abwägen begleitet, ob es sich lohnt, die ganzen Machtkämpfe und Kritik für ein Leben mit dem eigenen Partner auf sich zu nehmen. Viele Paare entscheiden sich an diesem Punkt für eine Trennung. Wer es jedoch durch das dunkle dritte Tal der Beziehungsphasen schafft, wird königlich belohnt.

Wir bauen uns ein gemeinsames Leben auf – das Glücksgefühl kehrt zurück

gemeinsames Leben aufbauenBedenken und Machtkämpfe sind in der vierten Beziehungsphase endlich überwunden. Jetzt endlich kennen Sie Ihren Partner in- und auswendig. Nun ist es an der Zeit, sich selbst wiederzufinden und sich gemeinsam als Paar weiterzuentwickeln. In der vierten Beziehungsphase dreht sich alles darum, das gemeinsame Leben einzurichten.

Wie viele Freiräume brauche ich? Wie verbringen wir unsere gemeinsame Zeit? Was macht uns gemeinsam und was mich alleine glücklich? All das sind zentrale Fragen, die sich Paare in der vierten Beziehungsphase immer wieder stellen. „Ich“, „Du“ und das „Wir“ wird zu dieser Zeit ganz genau definiert. Gleichzeitig steigt jedoch auch wieder das Interesse an dem Partner. Die Zeit wird wieder intensiver gemeinsam genutzt und der Partner wird auf einer noch tiefergehenden Ebene noch besser kennengelernt. Der Zusammenhalt wird zu dieser Zeit ebenso gestärkt, wie die Eigenständigkeit beider Beziehungspartner. Die vierte Phase schafft eine harmonische Balance in der Beziehung.

Die Liebesphase – wir gehören zusammen

liebesphaseWer die fünfte Beziehungsphase gemeinsam erreicht, hat es geschafft. Beide Partner kennen sich wirklich in- und auswendig, haben Höhen und Tiefen gemeinsam überstanden und akzeptieren sich gegenseitig, wie sie wirklich sind. Der Partner wird zum eigenen Zuhause, zum sicheren Anker – vollkommen und ohne Täuschungen. Wer es bis hierher schafft, kann wirklich von echter und tiefer Liebe sprechen, die nichts mehr so schnell erschüttern kann.

Leider ist der Weg hierher für viele zu mühselig. Die meisten Beziehungen gehen schnell in die Brüche, sobald die ersten Probleme und Konflikte auftauchen. Wer jedoch ständig an seiner Beziehung arbeitet und auch schwere Phasen gemeinsam durchsteht, wird am Ende belohnt.

Beziehungsphasen: Eine Reise, die sich lohnt

Die fünf Phasen einer Beziehung des Paartherapeuten Roland Weber sind alles andere als einfach durchzustehen. Stattdessen wird klar, dass es eine Menge Arbeit bedeutet, wenn man die letzte Phase, die tiefgehende Liebe erreichen möchte. Vor allem heutzutage, in der modernen Welt, scheint es normal geworden zu sein, etwas das nicht so funktioniert, wie man es möchte, direkt auszutauschen. So leider auch in der Liebe. Immer mehr Beziehungen scheitern bereits an der zweiten Phase und schaffen es nie über die rosarote Anfangszeit hinaus.

Dabei lohnt es sich, auch die schweren Phasen gemeinsam als Paar zu meistern. Denn diese sind ebenso wichtig wie die anfängliche Verliebtheit um eine gemeinsame Basis und eine Balance innerhalb der Beziehung aufzubauen. Niemand ist perfekt und der Anspruch an Perfektion kann auch nicht an den Partner gestellt werden. Stattdessen ist es die Akzeptanz von Fehlern und Schwächen, die einer Liebe eine ganz besondere Stärke geben. Natürlich muss jeder für sich selbst entscheiden, mit welchen Charaktereigenschaften gelebt werden kann. Chronisches Fremdgehen oder Lügen sind keine Dinge, die akzeptiert werden müssen – auch nicht in der zweiten oder dritten Beziehungsphase.

Gemeinsam bis zur Phase fünf

Aber wie schafft man es als frischverliebtes Paar gemeinsam bis zur Phase fünf durchzuhalten? Denn dass der Weg hierher alles andere als einfach ist, liegt auf der Hand. Als erstes kann es helfen, sich über die fünf Beziehungsphasen bewusst zu werden und Unstimmigkeiten und Machtkämpfe als genau das zu sehen was sie sind: wichtige Punkte auf dem Weg zu einer harmonischen Beziehung. Bleiben Sie fair und respektvoll Ihrem Partner gegenüber und behalten Sie das große Ganze im Blick.

Eine Beziehung bedeutet Arbeit. Immer wieder muss Kraft und Geduld investiert werden. Das eigene und gemeinsame Glück sollte dabei gleichermaßen berücksichtigt werden. Besonders ausschlaggebend, ob ein Paar die fünf Beziehungsphasen gemeinsam durchlebt ist jedoch vor allem der eigene Wille. Sobald Sie und Ihr Partner sich bewusst füreinander entscheiden und sich schwierigen Phasen gemeinsam stellen, werden Sie als Paar auch stark genug für die zweite und dritte Beziehungsphase sein. Und sobald sie in der vierten Phase Ihre gemeinsame Balance gefunden haben, wartet am Ende der Berg- und Talfahrt die wahre und echte Liebe auf Sie. Und das ist all die Mühen doch allemal wert.

Parship Studie: So lieben die Österreicher

Mithilfe einer repräsentativen Studie wollte PARSHIP es einmal ganz genau wissen: wie lieben die Österreicher wirklich, was ist ihnen in einer Beziehung ganz besonders wichtig und wie sehen die Beziehungen in Österreich überhaupt aus? Um das herauszufinden, hat PARSHIP das digitale Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent.com im Juni dieses Jahres beauftragt, 1.455 Österreicher zwischen 18 und 69 zu befragen. 1.010 der Befragten befanden sich bereits in einer festen Partnerschaft.

Die Studie vermittelt einen umfassenden Überblick über das Liebesleben in Österreich. Ein Aspekt wurde bei der Umfrage aber ganz besonders deutlich: die Österreicher sind wirklich treue Seelen!

Zusammen durch dick und dünn

wie viele Beziehungen hatten Sie bis jetzt

Frage: Wie viele Partnerschaften/Beziehungen haben Sie in Ihrem Leben bereits gehabt?

Die Österreicher scheinen kleine Krisen nicht so schnell auseinander zu bringen, denn die meisten Beziehungen halten über Jahre hinweg. Langfristige Beziehungen sind keineswegs eine Ausnahme. Im Gegenteil: ganze 45 Prozent der Beziehungen dauern schon über fünfzehn Jahre. Dabei sind es nicht nur die älteren Generationen, die ihren Partner gerne ein Leben lang an ihrer Seite hätten. Selbst bei den unter 30-jährigen dauert ein Drittel der Beziehungen bereits länger als fünf Jahre. In der Altersgruppe 30 bis 39 befinden sich dann gleich 74 Prozent in einer Beziehung, die schon länger als ein halbes Jahrzehnt dauert. Hat der Österreicher seine bessere Hälfte einmal gefunden, scheint er sie nicht mehr loslassen zu wollen.

Die große Liebe finden – aber wo?

Dabei scheint die Liebe in Österreich nicht überall gleich verteilt zu sein. Spitzenreiter in Beziehungsfragen ist Tirol. Mit ganzen 79 Prozent leben hier die meisten Menschen in einer festen Beziehung. Aber nicht nur, dass die Tiroler schnell Partner an ihrer Seite haben, sie scheinen auch ein gutes Händchen zu haben um den oder die Richtige zu finden. Denn zusammen mit der Steiermark belegen die Tiroler auch in Sachen Langzeitbeziehung den ersten Platz.  Ganze 49 Prozent der Befragten in Tirol und der Steiermark geben an, dass ihre Beziehung schon mehr als fünfzehn Jahre hält. Logisch, dass die meisten Tiroler auch glücklich verheiratet sind. Auch hier sind die Tiroler mit 68 Prozent an der Spitze.

Hier leben die meisten Singles

Während die Tiroler anscheinend ein Talent darin haben, den richtigen Partner zu finden, sieht es im restlichen Österreich etwas anders aus. Weit weniger Partnerschaften finden sich beispielsweise im Vorarlberg – hier sind nur 59 Prozent der Befragten vergeben. Knapp die Hälfte ist immer noch auf der Suche nach einer langfristigen Beziehung. Langfristig ist hier das richtige Stichwort. Denn auch hier gibt es große Unterschiede. Die Beziehungen in Salzburg scheinen die Kürzesten zu sein. Nur 36 Prozent der Befragten sind schon länger als fünfzehn Jahre zusammen. Ein großer Unterschied zu den 49 Prozent in Tirol und der Steiermark. Dementsprechend werden hier auch die wenigsten Ehen geschlossen. Nur 53 Prozent der Befragten in Salzburg tragen einen Ehering.

Bundesland Prozentsatz in einer Beziehung
Tirol 79%
Burgenland 77%
Oberösterreich 74%
Steinmark 74%
Niederösterreich 74%
Kärnten 70%
Salzburg 65%
Wien 63%
Voralberg 59%

 

Romantisch in wilder Ehe

Zwar wünschen sich immer noch viele eine Hochzeit in Weiß, ein Trauschein ist heute in Österreich jedoch nicht mehr notwendig, um sich zusammen ein Leben aufzubauen. Und so entscheiden sich immer mehr Paare dazu, zwar zusammen zu wohnen und eventuelle auch eine Familie zu gründen, aber (noch) nicht zu heiraten. Mit 36 Prozent leben in Kärnten die meisten Liebespaare in einer wilden Ehe – zwar unter einem Dach und in einem gemeinsamen Haushalt, aber ohne Trauschein. Dicht gefolgt mit nur einem Prozentsatz weniger von den Wienern. Hier leben immerhin 35 Prozent der Liebespaare unverheiratet unter einem Dach. In Tirol hingegen scheinen die Ansichten noch etwas traditioneller zu sein. Mit nur 24 Prozent leben hier die wenigsten Paare unverheiratet zusammen.

Wie viele Frösche muss ich küssen?

Zwar geht die Tendenz der Österreicher definitiv dahin, möglichst lange und ernste Beziehungen zu führen, doch hat nicht jeder das Glück, gleich beim ersten Mal den Partner fürs Leben zu finden. Vor allem jüngere Generationen haben oft mehr als eine Beziehung. Die erste Jugendliebe auch zu heiraten ist heute eher eine Ausnahme. In der Altersgruppe der 60- bis 69-Jährigen geben immerhin noch 38 Prozent an, immer noch mit ihrer ersten Liebe zusammen zu sein. Das können von den 30- bis 39-Jährigen immerhin nur noch 10 Prozent von sich behaupten. Aber wie finden ich denn nun den richtigen Partner fürs Leben? Wie viele Frösche müssen geküsst werden, bis der oder die Richtige kommt? Anscheinend gar nicht so viele. Denn die meisten Österreicher, 59 Prozent der Männer und 67 Prozent der Frauen, geben an, in ihrem Leben zwischen zwei und fünf Partnerschaften gehabt zu haben. Der Fall zu sechs bis zehn Partnerschaften ist enorm. Nur 9 Prozent der Männer und 7 Prozent der Frauen geben an, so viele Partnerschaften gehabt zu haben.

Werte, die in Österreich noch immer zählen

Die Studie belegt, dass der Wunsch nach einer langfristigen und konstanten Partnerschaft in Österreich immer noch groß ist. Statt viel und schnell setzen die Österreicher auch heute immer noch auf weniger und dafür langanhaltende Partnerschaften. Ein gemeinsames Leben in Form einer Ehe oder eines gemeinsamen Haushaltes spielten dabei immer noch eine wichtige Rolle.

Evangelische Singles kennenlernen: Partnersuche für Christen

Evangelische SinglesMan möchte meinen, es wäre einfacher. Aber evangelische Singles zu finden, die ebenfalls auf der Suche nach einer festen Partnerschaft sind, das ist alles andere als leicht. Denn beim klassischen Dating dauert es oft etwas, bis man die Frage der Religionszugehörigkeit stellen kann.

Im Alltag sind Christen gar nicht so schnell von allen anderen netten Kontakten zu unterscheiden – was es letztlich schwerer machen kann, sich später mit der Anders- oder Nichtgläubigkeit des Partners zu arrangieren. Da ist es klüger, von Anfang an nach evangelischen Christen zu suchen.

Denn so teilt man sich von Beginn an die gleiche Wertebasis und den Glauben an Gott und seinen Sohn. In der ersten Verliebtheit mit einem Andersgläubigen kommt die Bedeutung hinter dieser grundsätzlichen Wertebasis oft gar nicht so sehr heraus. Erst mit Eintritt in die späteren Beziehungsphasen eröffnen sich durch unterschiedliche Glaubensgrundsätze echte Konfliktherde. In manchen Beziehungen ist das kein Trennungsgrund, die Beziehung wächst und gedeiht am gemeinsamen Austausch über solch elementare Fragen wie den Glauben an Gott und seine Bedeutung für die Menschheit.

Aber, auch das kommt vor: Manchmal trennt sich ein Paar, weil sich die Kompromissbereitschaft irgendwann erschöpft. Es klingt simpel, aber schon die Vorstellung des wöchentlichen Gottesdienstes kann für den nicht gläubigen Partner zu einem negativ besetzten Dauerthema werden. So zieht es seine Kreise und belastet die Beziehung, die letztlich nicht das erbringt, was sich beide Partner erhofft haben.

Diese Enttäuschung über gescheiterte Versuche ist teilweise hinderlich für neue Kontaktversuche und damit genau wie in nicht-religiösen Partnerschaften gelagert: Man will nicht (erneut) verletzt werden, mag keine weiteren Enttäuschungen erleben und auch ab einem gewissen Alter keine Zeit mehr mit unpassenden Kandidaten vergeuden. Spätestens mit Mitte 30 ist es für Christinnen langsam drängend, vor allem wenn der Wunsch nach eigenen Kindern im Raum steht.

Was praktizierenden Christen in der Beziehung wichtig ist

Christ beim GebetTheologen definieren unter anderem den expliziten Glauben an Jesus Christus als einen der Werte, die christliche Paare teilen sollten. Darüber hinaus ist es auch oft erwünscht und erhofft, dass sich mit dem Traummann oder der Traumfrau gemeinsam beten lässt – oder ein Austausch über Glaubensfragen stattfinden kann. Das bietet einen guten Rahmen, um zum Anfang miteinander ins Gespräch zu kommen. Über die verschiedenen Glaubenshaltungen entscheidet sich recht schnell, ob man langfristig wirklich gut zueinander passt – und den Partner fürs Leben gefunden hat.

Praktizierende Christen nutzen auch die intensive Beteiligung in der Gemeindearbeit und der regelmäßige Besuch des Gottesdienstes als Kriterium an den künftigen Partner. Aus gutem Grund: Denn wer gemeinsam die Gemeindearbeit als wertvoll und wichtig empfindet, wird deshalb wohl kaum im Streit aneinandergeraten. Ähnlich sieht es mit dem Gottesdienst aus. Wer gemeinsam und mit Freude im Herzen daran teilnimmt, wird sich kaum über das frühe Aufstehen und den blockierten Sonntagvormittag beschweren.

Ganz konkret erwarten Christen beim zukünftigen Partner:

  • den Glauben an Gott und Jesus Christus
  • Treue und die Heiligkeit der christlich geschlossenen Ehe
  • den Austausch zu religiösen Themen

Manchmal wünschen sich Singles zusätzlich auch einen Partner mit Kind – oder explizit einen kinderlosen Partner, mit dem oder der man dann gemeinsam die Elternschaft entdeckt.

Die christliche Basis ist dabei das Fundament, auf das die Beziehung gestellt wird.

Die Ehe spielt dabei eine fundamentale Rolle. Schließlich spiegelt sie in gewisser Weise die Beziehung zwischen Gott und den Menschen wider: Tiefgründig, dauerhaft und auf Liebe und Ehrlichkeit sollte sie begründet sein. Die Bibel nutzt den Vergleich von Jesus Christus als Bräutigam und der christlichen Gemeinde als seiner Braut. Das eine kann nicht ohne das andere, erst zusammen sind sie vollständig.

Partnersuche für Evangelische Singles – online und offline

Christlicher Single beim Online DatingLange Zeit ergaben sich Partnerschaften durch die direkte räumliche Nähe, durch gemeinsame Aktivitäten im Rahmen der Gemeindearbeit, durch Vermittlung von Familien und Freunden. Man kannte sich zumindest vom sehen, irgendjemand knüpfte den ersten Kontakt – und die Basis für eine spätere Beziehung war gelegt.

Heute ist das nicht mehr so einfach. Die evangelischen Gemeinden schrumpfen, obwohl die Bevölkerungszahlen in Österreich langsam, aber stetig zunehmen. Von 1951 bis heute hat sich der Prozentsatz der evangelischen Kirchangehörigen auf weniger als vier Prozent von der Gesamtbevölkerung reduziert.

Allgemein hat die Auslebung seines Glaubens im deutschsprachigen Raum nicht denselben Stellenwert, wie beispielsweise in den östlichen Nachbarländern. Das macht es schwierig, mal eben beim nächsten Kirchenfest den absoluten Traumpartner kennenzulernen.

 

Zum Glück gibt es mittlerweile einige Alternativen, beispielsweise:

  • überregional und regional abgehaltene Single-Treffen, organisiert von kirchlichen Trägern
  • christliche Konzerte & Tagungen
  • spezielle Partnerbörsen ausschließlich für Christen
  • allgemeine Partnerbörsen mit Themen- und Sucheingrenzungen, die christliche Partner auffindbar machen

Pfarrer und Gemeindemitarbeiter engagieren sich ehrenamtlich und aus vollem Herzen in der Vermittlung von christlichen Singles. In einigen Gemeinden wird deshalb regelmäßig zum „christlichen Speed-Dating“ ausgerufen. Einzige Vorgabe: Nur christliche Singles mit dem Wunsch nach einem dauerhaften Partner dürfen teilnehmen.

Auch Konzerte und Konferenzen zu christlichen Themen bieten viele Kontaktmöglichkeiten unter Gleichgesinnten. Die Glaubensfrage steht hier erst gar nicht im Raum, denn am evangelischen Kirchentag nimmt meist nur jemand teil, der sich aus vollem Herzen mit den dahinterliegenden Werten identifizieren kann.

Auch Online-Partnerbörsen bieten die Möglichkeit, die Religionszugehörigkeit beziehungsweise Werte wie Treue, der Wunsch nach einer festen Bindung und den Glauben an Gott als Anforderungen einzutragen. Durch den Online-Kontakt lässt sich auch tiefer forschen, inwieweit der oder die Ausgewählte als Christin im Alltag lebt, welche Bedeutung die Ehe und langfristige Partnerschaften haben.

Foren und christliche Netzwerke für gemeinsame Aktivitäten sind ebenfalls ein guter Anlaufpunkt. Auf einer rein freundschaftlichen Basis lässt sich so beispielsweise nach einem Umzug Anschluss an eine christlich geprägte Community finden. Daraus können sich sowohl Freundschaften als auch die Liebe des Lebens ergeben.

Sich verlieben ohne Druck – wenn die Partnersuche zunächst unerfüllt bleibt

Die Partnersuche ist spätestens ab Mitte 30 eine logische, aber eher rationale Entscheidung. Wer sich davon lösen kann, wird unter Umständen ganz unverkrampft und ohne Druck von seinem Traumpartner gefunden. Denn getragen wird die christliche Partnerschaft von dem Gedanken, dass sich für jeden der oder die eine passende Person finden wird.

Diese Gewissheit haben Singles ohne starkes Glaubensfundament oft nicht. Sie tun sich mit dem geduldigen Warten oft viel schwerer und arbeiten ganz konkret auf eine Partnerschaft hin, wie an einem Projekt mit Deadline. Dass Liebe aber nun mal in der Form nicht funktioniert, ist dann oft eine schmerzliche Erfahrung.

Beziehungspause: Macht Trennung auf Zeit Sinn?

Trennung auf ZeitVor allem in einer langjährigen Beziehung kann es passieren, dass man sich als Paar auseinander gelebt hat oder immer wieder kleinste Kleinigkeiten zu einem Streit führen. Ständige Konflikte oder die Unfähigkeit über Differenzen zu reden können zum Beziehungsende führen. In manchen Fällen ist es hilfreich, eine Beziehungspause einzulegen. Da beide Partner nicht wissen, mit welcher Entscheidung die Trennung auf Zeit endet, birgt diese Alternative ein hohes Risiko. Sind aber bestimmte Voraussetzungen vorhanden, können Beziehungspausen durchaus eine gute Wende der Partnerschaft einleiten.

Zeit für eine Beziehungspause?

Erste Anzeichen einer ernstzunehmenden Beziehungskrise werden oftmals verdrängt. Einer der Partner merkt beispielsweise, dass er nur noch ungerne nach Hause geht oder sich gar nicht auf den Partner freut, wenn dieser von der Arbeit nach Hause kommt. Auch ist man froh über jede Stunde, die man ohne den Partner Zuhause verbringen kann.

Andere Paare haben sich über die Jahre auseinandergelebt und gemeinsame Ziele sind anscheinend nicht mehr vorhanden. Jeder lebt sein Leben und es entsteht immer mehr das Gefühl, man führe eine Wohngemeinschaft mit freundschaftlicher Beziehung, statt als Liebespaar zusammen zu wohnen.

Wenn man sich oft gemeinsam einsam fühlt, Leidenschaft und prickelnde Sexualität vermisst – dann ist die Zeit für eine Beziehungspause gekommen.

Sehr viele Paare reden nicht über die ersten Anzeichen einer nahenden und wachsenden Beziehungskrise. Es wird versucht, diese Zeichen zu übersehen oder nicht ernst zu nehmen. Vor allem wenn im Umfeld des Paares ähnliche Partnerschaften vorherrschen kann es sein, dass man das Nachlassen der Liebesgefühle als normal ansieht.

Das geht solange, bis es einer von beiden nicht mehr aushält und aus der Beziehung ausbrechen möchte. Dabei muss es jedoch nicht unbedingt zur Trennung kommen. Eine Auszeit von der Beziehung kann für manche Paare eine wertvolle Chance sein, der Partnerschaft eine gute Wende zu geben.

Kann eine Trennung auf Zeit die Beziehung retten?

Beziehungsprobleme-arbeiten an der BeziehungOb eine Beziehungspause eine Partnerschaft retten kann, wird erst durch die Auszeit klar. Das Wesentliche einer Beziehungsauszeit ist es herauszufinden, wie stark die Gefühle noch sind. Beziehungspausen sollten dazu genutzt werden, die eigenen Emotionen zu sortieren, um innerlich ruhiger und klarer zu werden. Das ist nämlich häufig innerhalb des Paarlebens kaum noch möglich, denn man wird jeden Tag aufs Neue mit den unsicheren Gefühlen und belastenden Situationen konfrontiert.

Die Trennung auf Zeit kann zur Folge haben, dass die Liebe neuen Schwung bekommt und auch wieder gemeinsame Ziele angegangen werden. Es ist aber ebenso möglich, dass der Beziehungspause das endgültige Aus folgt. Es müssen sich beide darüber im Klaren sein, dass eine Auszeit einen offenen Ausgang hat. Manche Paare finden durch die Trennung auf Zeit wieder zusammen und andere merken, dass die gemeinsame Zeit ein Ende genommen hat. Es kann also niemand vorhersehen, ob das Paar nach der befristeten Auszeit einen gemeinsamen oder getrennten Weg eingeschlagen wird.

Wann ist eine Beziehungspause sinnvoll?

Beziehungspausen können nur dann eine Chance für die Partnerschaft sein, wenn beide für eine Auszeit sind. Außerdem müssen beide die Pause dazu nutzen wollen, Klarheit über die eigenen Gefühle zu erhalten. Eine Trennung auf Zeit ist als Richtungsweiser anzusehen: Beide können in sich hinein fühlen, innerlich zur Ruhe kommen, um am Ende der Beziehungspause genau zu wissen, ob man die Partnerschaft aufrechthalten oder beenden möchte.

Diese Überlegungen und das nach Innengehen sollten beide voneinander getrennt machen und dafür bietet sich die Möglichkeit einer Auszeit an.

Mit der Beziehungspause werden Gewohnheiten durchbrochen und jeder für sich kann erkennen, welche Bedürfnisse bisher nicht gelebt oder verdrängt wurden. Zudem wird der Blick für das Wesentliche wieder frei und die Sichtweise auf die Beziehung wird objektiver. Durch den Abstand kann besser von außen auf die Partnerschaft geschaut werden, denn man ist nicht mehr so stark mit den Emotionen verstrickt, die sich durch die Gewohnheiten beim Zusammenleben entwickelten.

Während der Auszeit wird man auch schnell feststellen, ob man seinen Partner vermisst und sich nach ihm sehnt oder ob man eine Art Erleichterung spürt und sich freier fühlt.

Beziehungspausen bieten somit Vorteile, um mehr Klarheit über sich selbst und über die Partnerschaft zu bekommen. Wie oben bereits erwähnt müssen beide mit der Auszeit einverstanden sein und es sollten auch beide damit rechnen, dass diese Trennung auf Zeit zur endgültigen Trennung führen kann.

Sehen beide in der Beziehungspause eine Chance für die Liebe, sollten Regeln für diese Auszeit besprochen und aufgestellt werden.

Wie geht man eine Beziehungspause an?

Hat sich ein Paar für eine Beziehungsauszeit entschlossen, stehen noch viele Fragen offen. Wie soll die Beziehungspause aussehen? Wann beginnt und wann endet sie? Sollte man sich zwischendurch treffen oder besser Funkstille pflegen? Bedeutet Beziehungspause, dass man in dieser Zeit trotzdem treu bleiben muss oder sind Seitensprünge erlaubt?

Diese und andere Punkte sollten unbedingt vor der Beziehungspause geklärt werden. Deshalb muss eine Auszeit mit einem offenen und ehrlichen Gespräch beginnen, bei dem beide ihre Vorstellungen für die Beziehungspause äußern sollten.

Regeln für die Trennung auf Zeit aufstellen

Bei diesem Vorbereitungsgespräch werden eindeutige Absprachen festgelegt, beispielsweise:

  • Wer von beiden bleibt während der Auszeit in der gemeinsamen Wohnung und wer zieht für diese Pause aus?
  • Wie lange soll die Beziehungspause anhalten? Tipp: Damit sich das Paar nicht komplett auseinander lebt und die Distanz zu groß wird, sollte die Auszeit maximal drei Monate andauern. Die meisten Paare, die sich für eine Trennung auf Zeit entscheiden, gönnen sich eine kurze Pause von vier Wochen.
  • Ist Treue oberste Priorität oder sind beide damit einverstanden, sich mit anderen Frauen oder Männern zu treffen? Falls solche Treffen erlaubt sind: Muss es dabei beim Flirt bleiben oder darf es auch zum Sex kommen? Bei diesem oft heiklen Thema ist es sehr wichtig, dass beide mit den Abkommen einverstanden sind. Möchte der eine außerpartnerschaftliche Sexualität ausschließen und der andere möchte die Beziehungspause auch für neue sexuelle Erfahrungen nutzen, ist die Chance auf eine gemeinsame Zukunft meistens schon hinfällig.
  • Auch sollte vereinbart werden, ob man in dieser Zeit in Kontakt bleibt oder während der Pause absolute Funkstille eingehalten werden sollte. Falls sich dafür entschieden wird, sich immer mal wieder zu treffen: Dann sollte die gemeinsame Zeit möglichst genossen werden. Möchte einer von beiden über Konflikte sprechen, sollte dafür ein extra Termin ausgemacht werden.

Die Beziehungspause dient auf der einen Seite der Selbstfindung und auf der anderen Seite soll gespürt werden, ob man die Partnerschaft fortsetzen oder endgültig beenden möchte.

Getrenntes Wohnen ist für die Auszeit kein Muss, aber es ist besser, einmal mit sich selbst alleine zu sein und zu erfahren und zu erfühlen: Was will ich? Was ist mir wichtig? Habe ich noch Träume und wenn ja, welche? Vermisse ich etwas?

Wenn die eigenen Bedürfnisse und Ziele klarer werden, tauchen die nächsten Fragen auf, die man sich selbst gegenüber ehrlich beantworten sollte: Kann ich diese Bedürfnisse und Träume mit meinem Partner leben? Kann ich mir ein Leben ohne ihn/ sie vorstellen? Was müsste ich ändern und was müsste mein Partner/ meine Partnerin ändern, damit die Beziehung eine Zukunft hat?

Was gilt es bei einer Trennung auf Zeit zu beachten?

Die Zeit der Beziehungspause sollte konsequent genutzt werden, um über sich selbst und über die Partnerschaft Klarheit zu bekommen. Es reicht also nicht aus, sich einfach mal ein paar Wochen nicht zu sehen. Der Sinn der Auszeit ist die Lösung der Paarkonflikte – und die kann im Fortbestand oder in der Trennung der Beziehung liegen. Dafür muss man sein Inneres anschauen, auch  – oder vor allem – wenn Ängste hochkommen.

Zudem sollte die Trennung auf Zeit ebenso als Zeit für sich selbst angesehen werden. Das heißt: Man gibt sich selbst die Erlaubnis, für sein Wohlgefühl zu sorgen. Schließlich soll auch herausgefunden werden, was einem selbst gut tut und was zukünftig anders laufen soll.

Ganz wichtig ist es, die vereinbarten Regeln einzuhalten. Diese Regeln wurden gemeinsam aufgestellt und das Einhalten der Vereinbarungen hat mit gegenseitigem Respekt und Vertrauen zu tun.

Resümee am Schluss der Beziehungspause

Gegen Ende der Beziehungsauszeit sollte eine Art Resümee gezogen werden:

  • Habe ich meinen Partner vermisst? Falls ja: Was fehlte mir besonders?
  • Liebe ich meinen Partner oder ist es vielmehr die Gewohnheit, die ich vermisst habe?
  • Habe ich Angst vor dem Alleinsein und deshalb auch Angst vor einer Trennung?
  • Freue ich mich auf eine weitere, gemeinsame Zukunft oder bin ich zumindest wieder zuversichtlich?
  • Sind Voraussetzungen an die Fortsetzung der Partnerschaft gebunden, beispielsweise mehr gemeinsame Zeit oder das Setzen neuer gemeinsamer Ziele?
  • Sind während der Auszeit neue persönliche Ziele entstanden? Falls ja: Lassen sich diese in der Partnerschaft verwirklichen?

Für die Beantwortung der Fragen sollte man sich Zeit und Ruhe nehmen. Außerdem ist auch hier wieder Ehrlichkeit gegenüber sich selbst wichtig. Das Resümee entscheidet schließlich darüber, ob es nach der Auszeit zur Scheidung kommt oder die Beziehung mit neuem Elan weitergeführt wird.

Nach der Beziehungsauszeit

Ist das Ende der Beziehungspause erreicht, sollte zunächst ein Gespräch erfolgen. Auch hier wieder: Ehrlich sein und offen über die eigenen Erkenntnisse, Gefühle und Zukunftsvorstellungen reden. Das zuvor gezogene Resümee hilft dabei, die eigenen Ziele und Wünsche vorzutragen.

Ebenso sollte über mögliche Ängste und über eigene Probleme gesprochen werden, die während der Beziehungspause ins Bewusstsein gelangt sind.

Bei der Aussprache geht es darum Klarheit darüber zu bekommen, ob es sinnvoll ist, die Partnerschaft weiterzuführen. Hat man für sich selbst entschieden, dass man gerne um die Beziehung kämpfen möchte, sollte das klar kommuniziert werden.  Dasselbe gilt, wenn man sich gegen die Partnerschaft entschieden hat.

Nach dieser Aussprache sollten die Verhältnisse geklärt sein. Sollte sich der Partner für eine Trennung entschieden haben, ist seine Entscheidung zu respektieren. Die Beziehungspause diente schließlich dazu, über die eigenen Gefühle und Zukunftsvorstellungen Klarheit zu erhalten.

Möchten beide die Partnerschaft fortsetzen, sollte offen darüber geredet werden, welche Veränderungen angestrebt werden. Die zuvor bestandenen Beziehungsprobleme werden sich nicht in Luft auflösen, nur weil man sozusagen von vorne anfangen möchte. Beide müssen bereit sein, sich diesen Problemen zu stellen und darüber zu reden.

Manchmal ist es hilfreich, sich zumindest für den Beginn des Neuanfangs Unterstützung bei einer dritten Person zu holen. Ob das nun ein gemeinsamer guter Freund ist oder ein Therapeut, sollte das Paar entscheiden.

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