Archiv für den Monat: Dezember 2017

Beziehungsphasen: Phasen einer Beziehung

Eine Beziehung verändert sich im Laufe der Zeit – das ist ganz normal und auch gut so. Denn so schön das Gefühl auch ist, die Welt durch eine rosarote Brille zu sehen, so wichtig ist es für eine gesunde Beziehung doch auch, den grauen Alltag gemeinsam meistern zu können und natürlich, sich wirklich kennenzulernen.

Der Weg von der ersten Verliebtheit hin zum tiefen Vertrauen ist jedoch keine Autobahn, die man schnell und auf geraden Weg herunterfahren kann. Stattdessen ziehen sich die verschiedenen Beziehungsphasen über Jahre hinweg, wenn man denn so lange zusammenbleibt, und sind von einem ständigen Auf und Ab gekennzeichnet. Wie sich eine Beziehung im Laufe der Zeit genau entwickelt, und die verschiedenen Phasen gemeistert werden können, haben wir einmal genauer unter die Lupe genommen.

Beziehungsphasen: Diese Phasen macht jede Beziehung durch

Frauenzeitschriften, Paartherapeuten und Ehepaare – sie alle haben sich mit den verschiedenen Beziehungsphasen bereits intensiv beschäftigt. Wie viele davon man als Paar gemeinsam erfolgreich genießen und überwinden muss, darüber gehen die Ansichten auseinander. Denn natürlich ist es schwierig, die feinen, aber sichtbaren Entwicklungen in einer Beziehung zu definieren. Denn immerhin geschehen diese Veränderungen selten über Nacht, stattdessen ist der Übergang von der einen in die nächste Phase eher schleichend. Die Entwicklungen ziehen sich meist über Jahre hinweg.

Der Paartherapeut Roland Weber wollte es ganz genau wissen und hat sich wissenschaftlich mit den verschiedenen Phasen einer Beziehung beschäftigt – inklusive Hoch- und Tiefphasen. Laut Weber durchläuft eine Beziehung fünf verschiedene Zeiträume:

  1. Der Verliebtheitsphase
  2. Die Zeit der Ernüchterung
  3. Machtkämpfe
  4. Balance finden+
  5. Tiefe und echte Liebe

Meine Welt ist rosarot – die Verliebtheitsphase

verliebtheitsphaseWillkommen in der Verliebtheitsphase! Die Symptome sind: Schmetterlinge im Bauch, verliebtes Kichern und ganz viel Körperkontakt. Fast jeder kennt es: dieses ganz besondere, magische Strahlen, welches ein frischverliebtes Pärchen umgibt.

In den ersten Monaten einer Beziehung scheint alles perfekt zu sein – vor allem der Partner. Die Begriffe „eine rosarote Brille tragen“ oder „blind vor Liebe sein“ kommen nicht von ungefähr. Es ist typisch für die Anfänge einer Beziehung, dass mögliche Probleme oder negative Aspekte einfach ausgeblendet werden. Stattdessen wird das Verliebtheitsgefühl in ganzen Zügen genossen, der Partner und die Beziehung sind vermeintlich perfekt.

Der Partner und das gemeinsame Glück steht während der ersten Beziehungsphase unmittelbar im Mittelpunkt. Dem anderen wird viel Aufmerksamkeit und Zärtlichkeit geschenkt, das Glücksgefühl in ganzen Zügen genossen.

Somit bildet die Verliebtheitsphase einen wichtigen Grundbaustein für die gesamte weitere Beziehung. Während der ersten Monaten wächst das Paar als Einheit zusammen. Das jetzt so starke Gefühl der Verliebtheit hilft später durch schlechtere Zeiten. Denn nach meist 18 Monaten kühlen die überschwänglichen Gefühle etwas ab. Die Schmetterlinge im Bauch verschwinden und die rosarote Brille wird abgenommen. Für viele Beziehungen bedeutete das Ende der Verliebtheitsphase auch das Ende der gesamten Beziehung. Denn statt rosarot zeigt sich der eigene Partner nun in seinen echten Farben.

Beziehungsphase zwei beginnt – die große Ernüchterung

Phase der ErnüchterungIst das erste große Verliebtheitsgefühl verflogen, werden auch die Macken und Eigenarten des Partners auf einmal ganz anders wahrgenommen – oder überhaupt erst sichtbar. Kaum ist die rosarote Brille unten, wird der Partner genauer unter die Lupe genommen – und natürlich werden dann auch Eigenschaften und Angewohnheiten entdeckt, die einem vielleicht nicht so gefallen. Die Gefahr während der zweiten Beziehungsphase ist es, zu viel Kritik zu üben. Denn die negativen Eigenschaften prasseln förmlich nur auf einen ein. Statt dem Impuls, diese ständig zu kritisieren, nachzugeben, sollten auch die negativen Eigenschaften des Partners angenommen werden. Lernen Sie, Kompromisse einzugehen und genießen Sie es, Ihren Partnern nun wirklich kennenzulernen.

Natürlich geht mit der zweiten Phase auch ein Gefühl der Ernüchterung einher, welches leider meistens dafür sorgt, dass Paare sich trennen. Das Ende der Verliebtheitsphase fühlt sich für viele auch wie das Ende der Liebe an. Dabei beginnt echte Liebe erst genau jetzt, wenn der Partner so geliebt und akzeptiert wird, wie er wirklich ist.

Wer hat die Hosen an? – Lasst die Machtkämpfe beginnen!

machtkämpfeWer es schafft, Phase zwei der Beziehungsreise zu überstehen, wird leider nicht direkt belohnt. Im Gegenteil. Denn das anfängliche Verliebtheitsgefühl kehrt auch in der dritten Beziehungsphase nicht zurück. Stattdessen ist diese Zeit von Machtkämpfen geprägt. Jeder der Partner möchte das letzte Wort haben, Unstimmigkeiten werden in dieser Zeit bis ins kleinste Details ausdiskutiert. Beide Partner bemühen sich, den eigenen Standpunkt durchzusetzen.

Als wäre dieser ständige Machtkampf nicht genug, wird die dritte Beziehungsphase außerdem ständig von Trennungsgedanken begleitet.

Den Partnern wird immer klarer vor Augen geführt, dass die vermeintlich große Liebe nicht perfekt ist und wie schwierig es sein kann, auf den gleichen Nenner zu kommen. Die dritte Phase ist von einem ständigen Abwägen begleitet, ob es sich lohnt, die ganzen Machtkämpfe und Kritik für ein Leben mit dem eigenen Partner auf sich zu nehmen. Viele Paare entscheiden sich an diesem Punkt für eine Trennung. Wer es jedoch durch das dunkle dritte Tal der Beziehungsphasen schafft, wird königlich belohnt.

Wir bauen uns ein gemeinsames Leben auf – das Glücksgefühl kehrt zurück

gemeinsames Leben aufbauenBedenken und Machtkämpfe sind in der vierten Beziehungsphase endlich überwunden. Jetzt endlich kennen Sie Ihren Partner in- und auswendig. Nun ist es an der Zeit, sich selbst wiederzufinden und sich gemeinsam als Paar weiterzuentwickeln. In der vierten Beziehungsphase dreht sich alles darum, das gemeinsame Leben einzurichten.

Wie viele Freiräume brauche ich? Wie verbringen wir unsere gemeinsame Zeit? Was macht uns gemeinsam und was mich alleine glücklich? All das sind zentrale Fragen, die sich Paare in der vierten Beziehungsphase immer wieder stellen. „Ich“, „Du“ und das „Wir“ wird zu dieser Zeit ganz genau definiert. Gleichzeitig steigt jedoch auch wieder das Interesse an dem Partner. Die Zeit wird wieder intensiver gemeinsam genutzt und der Partner wird auf einer noch tiefergehenden Ebene noch besser kennengelernt. Der Zusammenhalt wird zu dieser Zeit ebenso gestärkt, wie die Eigenständigkeit beider Beziehungspartner. Die vierte Phase schafft eine harmonische Balance in der Beziehung.

Die Liebesphase – wir gehören zusammen

liebesphaseWer die fünfte Beziehungsphase gemeinsam erreicht, hat es geschafft. Beide Partner kennen sich wirklich in- und auswendig, haben Höhen und Tiefen gemeinsam überstanden und akzeptieren sich gegenseitig, wie sie wirklich sind. Der Partner wird zum eigenen Zuhause, zum sicheren Anker – vollkommen und ohne Täuschungen. Wer es bis hierher schafft, kann wirklich von echter und tiefer Liebe sprechen, die nichts mehr so schnell erschüttern kann.

Leider ist der Weg hierher für viele zu mühselig. Die meisten Beziehungen gehen schnell in die Brüche, sobald die ersten Probleme und Konflikte auftauchen. Wer jedoch ständig an seiner Beziehung arbeitet und auch schwere Phasen gemeinsam durchsteht, wird am Ende belohnt.

Beziehungsphasen: Eine Reise, die sich lohnt

Die fünf Phasen einer Beziehung des Paartherapeuten Roland Weber sind alles andere als einfach durchzustehen. Stattdessen wird klar, dass es eine Menge Arbeit bedeutet, wenn man die letzte Phase, die tiefgehende Liebe erreichen möchte. Vor allem heutzutage, in der modernen Welt, scheint es normal geworden zu sein, etwas das nicht so funktioniert, wie man es möchte, direkt auszutauschen. So leider auch in der Liebe. Immer mehr Beziehungen scheitern bereits an der zweiten Phase und schaffen es nie über die rosarote Anfangszeit hinaus.

Dabei lohnt es sich, auch die schweren Phasen gemeinsam als Paar zu meistern. Denn diese sind ebenso wichtig wie die anfängliche Verliebtheit um eine gemeinsame Basis und eine Balance innerhalb der Beziehung aufzubauen. Niemand ist perfekt und der Anspruch an Perfektion kann auch nicht an den Partner gestellt werden. Stattdessen ist es die Akzeptanz von Fehlern und Schwächen, die einer Liebe eine ganz besondere Stärke geben. Natürlich muss jeder für sich selbst entscheiden, mit welchen Charaktereigenschaften gelebt werden kann. Chronisches Fremdgehen oder Lügen sind keine Dinge, die akzeptiert werden müssen – auch nicht in der zweiten oder dritten Beziehungsphase.

Gemeinsam bis zur Phase fünf

Aber wie schafft man es als frischverliebtes Paar gemeinsam bis zur Phase fünf durchzuhalten? Denn dass der Weg hierher alles andere als einfach ist, liegt auf der Hand. Als erstes kann es helfen, sich über die fünf Beziehungsphasen bewusst zu werden und Unstimmigkeiten und Machtkämpfe als genau das zu sehen was sie sind: wichtige Punkte auf dem Weg zu einer harmonischen Beziehung. Bleiben Sie fair und respektvoll Ihrem Partner gegenüber und behalten Sie das große Ganze im Blick.

Eine Beziehung bedeutet Arbeit. Immer wieder muss Kraft und Geduld investiert werden. Das eigene und gemeinsame Glück sollte dabei gleichermaßen berücksichtigt werden. Besonders ausschlaggebend, ob ein Paar die fünf Beziehungsphasen gemeinsam durchlebt ist jedoch vor allem der eigene Wille. Sobald Sie und Ihr Partner sich bewusst füreinander entscheiden und sich schwierigen Phasen gemeinsam stellen, werden Sie als Paar auch stark genug für die zweite und dritte Beziehungsphase sein. Und sobald sie in der vierten Phase Ihre gemeinsame Balance gefunden haben, wartet am Ende der Berg- und Talfahrt die wahre und echte Liebe auf Sie. Und das ist all die Mühen doch allemal wert.