Archiv für den Monat: Juni 2015

Monogamie: warum leben wir monogam?

monogam lebenSchwäne bleiben ein Leben lang zusammen. Sie sind das ideale Vorbild der Monogamie. Doch kann sich der Mensch ein Beispiel an diesem edlen Tier nehmen oder ticken wir einfach ganz anders? In diesem Artikel möchten wir klären, was Monogamie wirklich ist und herausfinden, ob wir Menschen für diese Art der Lebensform geschaffen sind und ob diese überhaupt noch zeitgemäß ist.

Was ist Monogamie?

Monogamie bedeutet nichts anderes als eine Fortpflanzungsgemeinschaft, die ein Leben lang zwischen zwei Personen besteht, ohne dass einer der Partner einen anderen Sexualpartner hat. Man kann bei der Monogamie also von der sogenannten Einehe, der Ehe mit einer einzigen Person, sprechen. Die strengste Form der Monogamie ist die sogenannte absolute Monogamie. Dabei gilt der Treueschwur auch nach dem Tod des Partners weiter. Dies bedeutet, dass eine Wiederverheiratung verboten ist. Je nachdem, wie die Regeln in der entsprechenden Kultur sind, kann es teilweise bei Nichtbeachtung zu starken Strafen, wie zur Verbrennung, kommen. Unter serieller oder relativer Monogamie versteht man dagegen Kulturen, in denen nacheinander mehrere Partner geheiratet werden dürfen. In modernen Staaten versteht man unter Monogamie nicht nur die Einehe, sondern auch die Wahl eines festen Sexualpartners.

Das Gegenstück zur Monogamie bilden die Bigamie, die Heirat zweier Partner sowie die sogenannte Mehr-Ehe, die häufig mit der Haremsbildung einhergeht. Vor allem Männer leben in verschiedenen Kulturkreisen häufig die Polygamie aus. Sie besitzen dann meist einen Harem, dem mehrere Frauen angehören. Allerdings wird dabei zwischen den unterschiedlichen Ebenen der Frauen unterschieden, sodass manche von ihnen sogenannte Hauptfrauen sind und damit mehr Rechte genießen.

Monogamie und tierische Vorbilder

In der westlichen Welt ist die Monogamie für die meisten Menschen normal. Sie wünschen sich dauerhaft eine Beziehung mit einem Partner. Dabei orientieren sich die Menschen nicht unbedingt am tierischen Vorbild. Die meisten Säugetiere treffen sich nur für die Fortpflanzung mit einem Partner. Selbst die menschenähnlichen Säugetiere leben zum Großteil nicht monogam. Sie praktizieren meist die soziale Monogamie. Dies bedeutet, dass sie zusammen mit dem Partner in einer festen Beziehung oder sogar einer Familie leben. Trotzdem haben sie immer wieder auch andere Sexualpartner. Männchen haben dabei häufiger Geschlechtsverkehr mit anderen, als die Weibchen. Dies liegt daran, dass die Männchen beim Geschlechtsakt ihr Erbmaterial weitergeben und damit die jeweilige Art vor dem Aussterben schützen. Anders verhält es sich bei Vögeln. Diese leben zum Großteil monogam.

Der Grund für die Monogamie im Tierreich liegt vor allem in der Anzahl der Nachfahren begründet. Je weniger Nachwuchs die Primatenarten bekommen, desto mehr beschützen sie diese und benötigen dafür die Hilfe beider Elternteile. Nur so kann die Art erhalten werden. Auch beim Menschen kommen mit meist nur einem Kind pro Schwangerschaft wenige Nachkommen auf die Erde und müssen dementsprechend von beiden Eltern umsorgt werden. Forschern zufolge könnte dieser hohe Erziehungsaufwand ein wichtiger Grund für die Entscheidung für die Monogamie sein.

Forschungen zufolge lebte der Mensch früher lediglich sozial monogam, praktizierte aber keine sexuelle Monogamie. Der christliche Glaube schreibt allerding vor, dass die Ehe nicht gebrochen und nur mit einem Partner geführt werden darf. Damit beeinflusst die kulturelle und religiöse Einstellung im Westen deutlich die Wahl zwischen Mono- und Polygamie.

Ist der Mensch für Monogamie geschaffen?

Für welche Art der Lebensform der Mensch genau geschaffen wurde, kann man nicht genau sagen. Allerdings gehen Forscher, wie bereits erwähnt, davon aus, dass Menschen durch gesellschaftliche Konventionen erst zur sexuellen Monogamie gelangten und ursprünglich nur eine soziale Monogamie praktizierten. Dies wiederum lässt darauf schließen, dass der Mensch nicht explizit für die sexuelle Monogamie geschaffen wurde, was auch viele Probleme erklärt.

Sowohl Frauen als auch Männer gehen zu einem großen Prozentsatz in einer Beziehung fremd. Viele von Ihnen erklären Ihren Ausrutscher mit sexuellem Verlangen und sind der Meinung, dass Gefühle bei dem Sex mit der anderen Person keine Rolle spielten. Dies lässt darauf schließen, dass der Mensch ein Verlangen danach hat, sich fortzupflanzen, sein Erbgut zu verteilen und damit für Nachkommen zu sorgen.

Ist Monogamie überhaupt noch zeitgemäß?

Im westlichen Kulturkreis ist Monogamie selbstverständlich immer noch zeitgemäß und wird auch in der jüngeren Generation weiterhin praktiziert. Inwiefern der Ansatz der Monogamie zeitgemäß ist, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Vor allem jüngere Paare stehen dem Thema häufig offen und zugleich kritisch gegenüber. Partnertausch, wie in Swinger Clubs oder auch offene Beziehungen, bei denen beide Partner getrennt voneinander mit anderen Sex haben dürfen, kommen immer mehr in Mode. Auf verschiedenen Online-Portalen kann man mittlerweile nicht mehr nur die große Liebe, sondern auch einfach nur ein sexuelles Abenteuer suchen und finden. Das bedeutet nicht, dass diese Menschen polygam leben. Vielmehr wenden sie sich der sozialen Monogamie zu, für die der Mensch höchstwahrscheinlich geschaffen wurde.

Welche Beziehungsform ist die richtige?

Ob monogam oder polygam, auf Dauer muss jeder für sich selbst herausfinden, welche Art der Paarbindung für sie oder ihn die passende ist. Selbstverständlich ist man hierbei immer den gesellschaftlichen Konventionen unterworfen, doch eine gewisse Form der Freiheit lässt sich auch heimlich gut ausleben, ohne dass das Umfeld etwas davon mitbekommen muss. Denken Sie immer daran, dass die Forderung nach zu viel Treue auch einschränkend sein kann. Anziehend sind schließlich meist die Dinge, die verboten sind. Geben Sie sich gegenseitig in einer Beziehung auch sexuell den nötigen Freiraum oder erleben Sie gemeinsam sexuelle Abenteuer. Das schweißt zusammen und macht Lust auf mehr, zu Hause im heimischen Bett. Wichtig ist, die Waagschale zwischen emotionaler Bindung und sexueller Freiheit zu halten. Schließlich geht es in der Regel nicht darum, einen neuen Partner zu suchen, sondern lediglich die Lust auf ein sexuelles Abenteuer ist der treibende Faktor.