Evangelische Singles kennenlernen: Partnersuche für Christen

Evangelische SinglesMan möchte meinen, es wäre einfacher. Aber evangelische Singles zu finden, die ebenfalls auf der Suche nach einer festen Partnerschaft sind, das ist alles andere als leicht. Denn beim klassischen Dating dauert es oft etwas, bis man die Frage der Religionszugehörigkeit stellen kann.

Im Alltag sind Christen gar nicht so schnell von allen anderen netten Kontakten zu unterscheiden – was es letztlich schwerer machen kann, sich später mit der Anders- oder Nichtgläubigkeit des Partners zu arrangieren. Da ist es klüger, von Anfang an nach evangelischen Christen zu suchen.

Denn so teilt man sich von Beginn an die gleiche Wertebasis und den Glauben an Gott und seinen Sohn. In der ersten Verliebtheit mit einem Andersgläubigen kommt die Bedeutung hinter dieser grundsätzlichen Wertebasis oft gar nicht so sehr heraus. Erst mit Eintritt in die späteren Beziehungsphasen eröffnen sich durch unterschiedliche Glaubensgrundsätze echte Konfliktherde. In manchen Beziehungen ist das kein Trennungsgrund, die Beziehung wächst und gedeiht am gemeinsamen Austausch über solch elementare Fragen wie den Glauben an Gott und seine Bedeutung für die Menschheit.

Aber, auch das kommt vor: Manchmal trennt sich ein Paar, weil sich die Kompromissbereitschaft irgendwann erschöpft. Es klingt simpel, aber schon die Vorstellung des wöchentlichen Gottesdienstes kann für den nicht gläubigen Partner zu einem negativ besetzten Dauerthema werden. So zieht es seine Kreise und belastet die Beziehung, die letztlich nicht das erbringt, was sich beide Partner erhofft haben.

Diese Enttäuschung über gescheiterte Versuche ist teilweise hinderlich für neue Kontaktversuche und damit genau wie in nicht-religiösen Partnerschaften gelagert: Man will nicht (erneut) verletzt werden, mag keine weiteren Enttäuschungen erleben und auch ab einem gewissen Alter keine Zeit mehr mit unpassenden Kandidaten vergeuden. Spätestens mit Mitte 30 ist es für Christinnen langsam drängend, vor allem wenn der Wunsch nach eigenen Kindern im Raum steht.

Was praktizierenden Christen in der Beziehung wichtig ist

Christ beim GebetTheologen definieren unter anderem den expliziten Glauben an Jesus Christus als einen der Werte, die christliche Paare teilen sollten. Darüber hinaus ist es auch oft erwünscht und erhofft, dass sich mit dem Traummann oder der Traumfrau gemeinsam beten lässt – oder ein Austausch über Glaubensfragen stattfinden kann. Das bietet einen guten Rahmen, um zum Anfang miteinander ins Gespräch zu kommen. Über die verschiedenen Glaubenshaltungen entscheidet sich recht schnell, ob man langfristig wirklich gut zueinander passt – und den Partner fürs Leben gefunden hat.

Praktizierende Christen nutzen auch die intensive Beteiligung in der Gemeindearbeit und der regelmäßige Besuch des Gottesdienstes als Kriterium an den künftigen Partner. Aus gutem Grund: Denn wer gemeinsam die Gemeindearbeit als wertvoll und wichtig empfindet, wird deshalb wohl kaum im Streit aneinandergeraten. Ähnlich sieht es mit dem Gottesdienst aus. Wer gemeinsam und mit Freude im Herzen daran teilnimmt, wird sich kaum über das frühe Aufstehen und den blockierten Sonntagvormittag beschweren.

Ganz konkret erwarten Christen beim zukünftigen Partner:

  • den Glauben an Gott und Jesus Christus
  • Treue und die Heiligkeit der christlich geschlossenen Ehe
  • den Austausch zu religiösen Themen

Manchmal wünschen sich Singles zusätzlich auch einen Partner mit Kind – oder explizit einen kinderlosen Partner, mit dem oder der man dann gemeinsam die Elternschaft entdeckt.

Die christliche Basis ist dabei das Fundament, auf das die Beziehung gestellt wird.

Die Ehe spielt dabei eine fundamentale Rolle. Schließlich spiegelt sie in gewisser Weise die Beziehung zwischen Gott und den Menschen wider: Tiefgründig, dauerhaft und auf Liebe und Ehrlichkeit sollte sie begründet sein. Die Bibel nutzt den Vergleich von Jesus Christus als Bräutigam und der christlichen Gemeinde als seiner Braut. Das eine kann nicht ohne das andere, erst zusammen sind sie vollständig.

Partnersuche für Evangelische Singles – online und offline

Christlicher Single beim Online DatingLange Zeit ergaben sich Partnerschaften durch die direkte räumliche Nähe, durch gemeinsame Aktivitäten im Rahmen der Gemeindearbeit, durch Vermittlung von Familien und Freunden. Man kannte sich zumindest vom sehen, irgendjemand knüpfte den ersten Kontakt – und die Basis für eine spätere Beziehung war gelegt.

Heute ist das nicht mehr so einfach. Die evangelischen Gemeinden schrumpfen, obwohl die Bevölkerungszahlen in Österreich langsam, aber stetig zunehmen. Von 1951 bis heute hat sich der Prozentsatz der evangelischen Kirchangehörigen auf weniger als vier Prozent von der Gesamtbevölkerung reduziert.

Allgemein hat die Auslebung seines Glaubens im deutschsprachigen Raum nicht denselben Stellenwert, wie beispielsweise in den östlichen Nachbarländern. Das macht es schwierig, mal eben beim nächsten Kirchenfest den absoluten Traumpartner kennenzulernen.

 

Zum Glück gibt es mittlerweile einige Alternativen, beispielsweise:

  • überregional und regional abgehaltene Single-Treffen, organisiert von kirchlichen Trägern
  • christliche Konzerte & Tagungen
  • spezielle Partnerbörsen ausschließlich für Christen
  • allgemeine Partnerbörsen mit Themen- und Sucheingrenzungen, die christliche Partner auffindbar machen

Pfarrer und Gemeindemitarbeiter engagieren sich ehrenamtlich und aus vollem Herzen in der Vermittlung von christlichen Singles. In einigen Gemeinden wird deshalb regelmäßig zum „christlichen Speed-Dating“ ausgerufen. Einzige Vorgabe: Nur christliche Singles mit dem Wunsch nach einem dauerhaften Partner dürfen teilnehmen.

Auch Konzerte und Konferenzen zu christlichen Themen bieten viele Kontaktmöglichkeiten unter Gleichgesinnten. Die Glaubensfrage steht hier erst gar nicht im Raum, denn am evangelischen Kirchentag nimmt meist nur jemand teil, der sich aus vollem Herzen mit den dahinterliegenden Werten identifizieren kann.

Auch Online-Partnerbörsen bieten die Möglichkeit, die Religionszugehörigkeit beziehungsweise Werte wie Treue, der Wunsch nach einer festen Bindung und den Glauben an Gott als Anforderungen einzutragen. Durch den Online-Kontakt lässt sich auch tiefer forschen, inwieweit der oder die Ausgewählte als Christin im Alltag lebt, welche Bedeutung die Ehe und langfristige Partnerschaften haben.

Foren und christliche Netzwerke für gemeinsame Aktivitäten sind ebenfalls ein guter Anlaufpunkt. Auf einer rein freundschaftlichen Basis lässt sich so beispielsweise nach einem Umzug Anschluss an eine christlich geprägte Community finden. Daraus können sich sowohl Freundschaften als auch die Liebe des Lebens ergeben.

Sich verlieben ohne Druck – wenn die Partnersuche zunächst unerfüllt bleibt

Die Partnersuche ist spätestens ab Mitte 30 eine logische, aber eher rationale Entscheidung. Wer sich davon lösen kann, wird unter Umständen ganz unverkrampft und ohne Druck von seinem Traumpartner gefunden. Denn getragen wird die christliche Partnerschaft von dem Gedanken, dass sich für jeden der oder die eine passende Person finden wird.

Diese Gewissheit haben Singles ohne starkes Glaubensfundament oft nicht. Sie tun sich mit dem geduldigen Warten oft viel schwerer und arbeiten ganz konkret auf eine Partnerschaft hin, wie an einem Projekt mit Deadline. Dass Liebe aber nun mal in der Form nicht funktioniert, ist dann oft eine schmerzliche Erfahrung.

Beziehungspause: Macht Trennung auf Zeit Sinn?

Trennung auf ZeitVor allem in einer langjährigen Beziehung kann es passieren, dass man sich als Paar auseinander gelebt hat oder immer wieder kleinste Kleinigkeiten zu einem Streit führen. Ständige Konflikte oder die Unfähigkeit über Differenzen zu reden können zum Beziehungsende führen. In manchen Fällen ist es hilfreich, eine Beziehungspause einzulegen. Da beide Partner nicht wissen, mit welcher Entscheidung die Trennung auf Zeit endet, birgt diese Alternative ein hohes Risiko. Sind aber bestimmte Voraussetzungen vorhanden, können Beziehungspausen durchaus eine gute Wende der Partnerschaft einleiten.

Zeit für eine Beziehungspause?

Erste Anzeichen einer ernstzunehmenden Beziehungskrise werden oftmals verdrängt. Einer der Partner merkt beispielsweise, dass er nur noch ungerne nach Hause geht oder sich gar nicht auf den Partner freut, wenn dieser von der Arbeit nach Hause kommt. Auch ist man froh über jede Stunde, die man ohne den Partner Zuhause verbringen kann.

Andere Paare haben sich über die Jahre auseinandergelebt und gemeinsame Ziele sind anscheinend nicht mehr vorhanden. Jeder lebt sein Leben und es entsteht immer mehr das Gefühl, man führe eine Wohngemeinschaft mit freundschaftlicher Beziehung, statt als Liebespaar zusammen zu wohnen.

Wenn man sich oft gemeinsam einsam fühlt, Leidenschaft und prickelnde Sexualität vermisst – dann ist die Zeit für eine Beziehungspause gekommen.

Sehr viele Paare reden nicht über die ersten Anzeichen einer nahenden und wachsenden Beziehungskrise. Es wird versucht, diese Zeichen zu übersehen oder nicht ernst zu nehmen. Vor allem wenn im Umfeld des Paares ähnliche Partnerschaften vorherrschen kann es sein, dass man das Nachlassen der Liebesgefühle als normal ansieht.

Das geht solange, bis es einer von beiden nicht mehr aushält und aus der Beziehung ausbrechen möchte. Dabei muss es jedoch nicht unbedingt zur Trennung kommen. Eine Auszeit von der Beziehung kann für manche Paare eine wertvolle Chance sein, der Partnerschaft eine gute Wende zu geben.

Kann eine Trennung auf Zeit die Beziehung retten?

Beziehungsprobleme-arbeiten an der BeziehungOb eine Beziehungspause eine Partnerschaft retten kann, wird erst durch die Auszeit klar. Das Wesentliche einer Beziehungsauszeit ist es herauszufinden, wie stark die Gefühle noch sind. Beziehungspausen sollten dazu genutzt werden, die eigenen Emotionen zu sortieren, um innerlich ruhiger und klarer zu werden. Das ist nämlich häufig innerhalb des Paarlebens kaum noch möglich, denn man wird jeden Tag aufs Neue mit den unsicheren Gefühlen und belastenden Situationen konfrontiert.

Die Trennung auf Zeit kann zur Folge haben, dass die Liebe neuen Schwung bekommt und auch wieder gemeinsame Ziele angegangen werden. Es ist aber ebenso möglich, dass der Beziehungspause das endgültige Aus folgt. Es müssen sich beide darüber im Klaren sein, dass eine Auszeit einen offenen Ausgang hat. Manche Paare finden durch die Trennung auf Zeit wieder zusammen und andere merken, dass die gemeinsame Zeit ein Ende genommen hat. Es kann also niemand vorhersehen, ob das Paar nach der befristeten Auszeit einen gemeinsamen oder getrennten Weg eingeschlagen wird.

Wann ist eine Beziehungspause sinnvoll?

Beziehungspausen können nur dann eine Chance für die Partnerschaft sein, wenn beide für eine Auszeit sind. Außerdem müssen beide die Pause dazu nutzen wollen, Klarheit über die eigenen Gefühle zu erhalten. Eine Trennung auf Zeit ist als Richtungsweiser anzusehen: Beide können in sich hinein fühlen, innerlich zur Ruhe kommen, um am Ende der Beziehungspause genau zu wissen, ob man die Partnerschaft aufrechthalten oder beenden möchte.

Diese Überlegungen und das nach Innengehen sollten beide voneinander getrennt machen und dafür bietet sich die Möglichkeit einer Auszeit an.

Mit der Beziehungspause werden Gewohnheiten durchbrochen und jeder für sich kann erkennen, welche Bedürfnisse bisher nicht gelebt oder verdrängt wurden. Zudem wird der Blick für das Wesentliche wieder frei und die Sichtweise auf die Beziehung wird objektiver. Durch den Abstand kann besser von außen auf die Partnerschaft geschaut werden, denn man ist nicht mehr so stark mit den Emotionen verstrickt, die sich durch die Gewohnheiten beim Zusammenleben entwickelten.

Während der Auszeit wird man auch schnell feststellen, ob man seinen Partner vermisst und sich nach ihm sehnt oder ob man eine Art Erleichterung spürt und sich freier fühlt.

Beziehungspausen bieten somit Vorteile, um mehr Klarheit über sich selbst und über die Partnerschaft zu bekommen. Wie oben bereits erwähnt müssen beide mit der Auszeit einverstanden sein und es sollten auch beide damit rechnen, dass diese Trennung auf Zeit zur endgültigen Trennung führen kann.

Sehen beide in der Beziehungspause eine Chance für die Liebe, sollten Regeln für diese Auszeit besprochen und aufgestellt werden.

Wie geht man eine Beziehungspause an?

Hat sich ein Paar für eine Beziehungsauszeit entschlossen, stehen noch viele Fragen offen. Wie soll die Beziehungspause aussehen? Wann beginnt und wann endet sie? Sollte man sich zwischendurch treffen oder besser Funkstille pflegen? Bedeutet Beziehungspause, dass man in dieser Zeit trotzdem treu bleiben muss oder sind Seitensprünge erlaubt?

Diese und andere Punkte sollten unbedingt vor der Beziehungspause geklärt werden. Deshalb muss eine Auszeit mit einem offenen und ehrlichen Gespräch beginnen, bei dem beide ihre Vorstellungen für die Beziehungspause äußern sollten.

Regeln für die Trennung auf Zeit aufstellen

Bei diesem Vorbereitungsgespräch werden eindeutige Absprachen festgelegt, beispielsweise:

  • Wer von beiden bleibt während der Auszeit in der gemeinsamen Wohnung und wer zieht für diese Pause aus?
  • Wie lange soll die Beziehungspause anhalten? Tipp: Damit sich das Paar nicht komplett auseinander lebt und die Distanz zu groß wird, sollte die Auszeit maximal drei Monate andauern. Die meisten Paare, die sich für eine Trennung auf Zeit entscheiden, gönnen sich eine kurze Pause von vier Wochen.
  • Ist Treue oberste Priorität oder sind beide damit einverstanden, sich mit anderen Frauen oder Männern zu treffen? Falls solche Treffen erlaubt sind: Muss es dabei beim Flirt bleiben oder darf es auch zum Sex kommen? Bei diesem oft heiklen Thema ist es sehr wichtig, dass beide mit den Abkommen einverstanden sind. Möchte der eine außerpartnerschaftliche Sexualität ausschließen und der andere möchte die Beziehungspause auch für neue sexuelle Erfahrungen nutzen, ist die Chance auf eine gemeinsame Zukunft meistens schon hinfällig.
  • Auch sollte vereinbart werden, ob man in dieser Zeit in Kontakt bleibt oder während der Pause absolute Funkstille eingehalten werden sollte. Falls sich dafür entschieden wird, sich immer mal wieder zu treffen: Dann sollte die gemeinsame Zeit möglichst genossen werden. Möchte einer von beiden über Konflikte sprechen, sollte dafür ein extra Termin ausgemacht werden.

Die Beziehungspause dient auf der einen Seite der Selbstfindung und auf der anderen Seite soll gespürt werden, ob man die Partnerschaft fortsetzen oder endgültig beenden möchte.

Getrenntes Wohnen ist für die Auszeit kein Muss, aber es ist besser, einmal mit sich selbst alleine zu sein und zu erfahren und zu erfühlen: Was will ich? Was ist mir wichtig? Habe ich noch Träume und wenn ja, welche? Vermisse ich etwas?

Wenn die eigenen Bedürfnisse und Ziele klarer werden, tauchen die nächsten Fragen auf, die man sich selbst gegenüber ehrlich beantworten sollte: Kann ich diese Bedürfnisse und Träume mit meinem Partner leben? Kann ich mir ein Leben ohne ihn/ sie vorstellen? Was müsste ich ändern und was müsste mein Partner/ meine Partnerin ändern, damit die Beziehung eine Zukunft hat?

Was gilt es bei einer Trennung auf Zeit zu beachten?

Die Zeit der Beziehungspause sollte konsequent genutzt werden, um über sich selbst und über die Partnerschaft Klarheit zu bekommen. Es reicht also nicht aus, sich einfach mal ein paar Wochen nicht zu sehen. Der Sinn der Auszeit ist die Lösung der Paarkonflikte – und die kann im Fortbestand oder in der Trennung der Beziehung liegen. Dafür muss man sein Inneres anschauen, auch  – oder vor allem – wenn Ängste hochkommen.

Zudem sollte die Trennung auf Zeit ebenso als Zeit für sich selbst angesehen werden. Das heißt: Man gibt sich selbst die Erlaubnis, für sein Wohlgefühl zu sorgen. Schließlich soll auch herausgefunden werden, was einem selbst gut tut und was zukünftig anders laufen soll.

Ganz wichtig ist es, die vereinbarten Regeln einzuhalten. Diese Regeln wurden gemeinsam aufgestellt und das Einhalten der Vereinbarungen hat mit gegenseitigem Respekt und Vertrauen zu tun.

Resümee am Schluss der Beziehungspause

Gegen Ende der Beziehungsauszeit sollte eine Art Resümee gezogen werden:

  • Habe ich meinen Partner vermisst? Falls ja: Was fehlte mir besonders?
  • Liebe ich meinen Partner oder ist es vielmehr die Gewohnheit, die ich vermisst habe?
  • Habe ich Angst vor dem Alleinsein und deshalb auch Angst vor einer Trennung?
  • Freue ich mich auf eine weitere, gemeinsame Zukunft oder bin ich zumindest wieder zuversichtlich?
  • Sind Voraussetzungen an die Fortsetzung der Partnerschaft gebunden, beispielsweise mehr gemeinsame Zeit oder das Setzen neuer gemeinsamer Ziele?
  • Sind während der Auszeit neue persönliche Ziele entstanden? Falls ja: Lassen sich diese in der Partnerschaft verwirklichen?

Für die Beantwortung der Fragen sollte man sich Zeit und Ruhe nehmen. Außerdem ist auch hier wieder Ehrlichkeit gegenüber sich selbst wichtig. Das Resümee entscheidet schließlich darüber, ob es nach der Auszeit zur Scheidung kommt oder die Beziehung mit neuem Elan weitergeführt wird.

Nach der Beziehungsauszeit

Ist das Ende der Beziehungspause erreicht, sollte zunächst ein Gespräch erfolgen. Auch hier wieder: Ehrlich sein und offen über die eigenen Erkenntnisse, Gefühle und Zukunftsvorstellungen reden. Das zuvor gezogene Resümee hilft dabei, die eigenen Ziele und Wünsche vorzutragen.

Ebenso sollte über mögliche Ängste und über eigene Probleme gesprochen werden, die während der Beziehungspause ins Bewusstsein gelangt sind.

Bei der Aussprache geht es darum Klarheit darüber zu bekommen, ob es sinnvoll ist, die Partnerschaft weiterzuführen. Hat man für sich selbst entschieden, dass man gerne um die Beziehung kämpfen möchte, sollte das klar kommuniziert werden.  Dasselbe gilt, wenn man sich gegen die Partnerschaft entschieden hat.

Nach dieser Aussprache sollten die Verhältnisse geklärt sein. Sollte sich der Partner für eine Trennung entschieden haben, ist seine Entscheidung zu respektieren. Die Beziehungspause diente schließlich dazu, über die eigenen Gefühle und Zukunftsvorstellungen Klarheit zu erhalten.

Möchten beide die Partnerschaft fortsetzen, sollte offen darüber geredet werden, welche Veränderungen angestrebt werden. Die zuvor bestandenen Beziehungsprobleme werden sich nicht in Luft auflösen, nur weil man sozusagen von vorne anfangen möchte. Beide müssen bereit sein, sich diesen Problemen zu stellen und darüber zu reden.

Manchmal ist es hilfreich, sich zumindest für den Beginn des Neuanfangs Unterstützung bei einer dritten Person zu holen. Ob das nun ein gemeinsamer guter Freund ist oder ein Therapeut, sollte das Paar entscheiden.

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Misstrauen in der Partnerschaft

Vertrauen und MisstrauenMisstrauen ist Gift für jede Partnerschaft, denn wer seinem Partner immer wieder böse Absichten unterstellt, sorgt mit Garantie für eine tiefe Beziehungskrise. Die Basis einer Beziehung ist das gegenseitige Vertrauen.

Chronisches Misstrauen wirkt wie eine selbsterfüllende Prophezeiung: Eines Tages beendet der Partner die Beziehung und das Misstrauen scheint bestätigt zu werden.

Misstrauen in der Partnerschaft: Beziehungskrise vorprogrammiert

Chronisches Misstrauen führt fast immer zur Beziehungskrise, die nicht selten mit der Trennung endet. Dabei tut Misstrauen weder  den Betroffenen noch den Partnern gut, denn fehlendes Vertrauen bringt viele schmerzhafte Emotionen mit sich. Jeder Mensch möchte vertrauensvoll sein und Vertrauen seiner Mitmenschen erhalten. Misstrauische Menschen fühlen sich mit den damit verbundenen Emotionen nicht wohl, denn sie gehen davon aus, dass sie wieder enttäuscht, gekränkt und verletzt werden. Weil die vergangenen Erfahrungen  schmerzvoll waren, konnte sich erst Misstrauen entwickeln. Um solche Erlebnisse zu verhindern, wird der Partner kontrolliert und mit Vorurteilen behaftet. Vor allem die Kontrolle führt den Partner letztlich in ein Lügenkonstrukt, damit er sich wenigstens teilweise selbstbestimmt bewegen kann.

Kommen diese Lügen zum Vorschein, hat sich die Überzeugung des misstrauischen Partners bewahrheitet: Er hatte scheinbar doch Recht damit, misstrauisch zu sein und mit Vertrauen vorsichtig umzugehen.

Für beide Parteien ist ein Leben mit Misstrauen mit viel Schmerz verbunden, denn die Liebe kann dadurch nicht erhalten bleiben. Der Partner, der ständig misstrauisch beäugt wird, kann es alleine nicht schaffen, eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen.

Misstrauen statt Vertrauen – Ursachen und Symptome

Misstrauischer Partner spioniert seiner Freundin nachWer nur schwer vertrauen kann und bereits chronisch misstrauisch ist, wird sich in der Regel selbst schützen wollen. Misstrauen entsteht oftmals durch negative Erfahrungen in der Vergangenheit. Geschah dies häufiger, wird eine Art Schutzmantel angezogen, der aus Misstrauen besteht, denn scheinbar führt Vertrauen zu Enttäuschung – so die innere Überzeugung.

Meistens haben diese Enttäuschungen aber auch mit den eigenen Erwartungen an den Partner zu tun. Es bestanden feste Vorstellungen von einem Partner und wurden diese meist unausgesprochenen Erwartungen nicht erfüllt, machte Enttäuschung den Liebesgefühlen Platz. Es wird sich also nicht in einen Menschen mit seiner individuellen Persönlichkeit verliebt, sondern es wird sich in eine imaginäre Person verliebt: Die oder der Auserwählte soll dann den Vorstellungen dieser Person entsprechen.

Chronisches Misstrauen kann sich ebenso durch Erfahrungen entwickeln, in denen miterlebt oder beobachtet wurde, wie das Vertrauen von Mitmenschen ausgenutzt wurde. Diese Erfahrung muss man nicht am eigenen Leib gespürt haben. Es kann sein, dass man als Kind mitbekommen hat, wie seine Mutter oder sein Vater vom Partner betrogen und hintergangen wurde.

Eine andere Ursache für Misstrauen ist das unbewusste Übernehmen einer Meinung. War zum Beispiel die Mutter gegenüber ihrem Mann (oder ihren Partnern) misstrauisch, weil sie bereits Untreue erlebt hatte, können sich bei der Tochter misstrauische Gefühle bemerkbar machen, sobald sie sich verliebt. Dann werden die rosaroten Wolken von Gedanken zerstört: „Meint er es wirklich ernst oder spielt er mir etwas vor?“; „Liebt er mich tatsächlich oder bin ich nur Lückenfüller für seine Ex?“.

Der misstrauische Mensch sucht förmlich nach Beweisen für sein Misstrauen – und wird selbstverständlich fündig. Der Partner braucht nur ein „falsches“ Wort zu sagen, eine andere Person herzlich begrüßen oder zu spät zur Verabredung zu kommen – schon wird ihm etwas unterstellt, welches das Misstrauen bestätigt.

Anzeichen für chronisches Misstrauen

Um selbst überprüfen zu können, ob das eigene Misstrauen bereits chronisch geworden ist, sind hier ein paar Anzeichen aufgeführt, die als Begleitsymptome deklariert werden können:

  • Man macht sich ständig Sorgen
  • Der Partner /die Partnerin wird genau beobachtet, wobei eine gewisse Angst zu spüren ist, dass sich das Misstrauen bestätigen könnte
  • Chronisch misstrauische Menschen befinden sich häufig in einer Art Alarmbereitschaft
  • Man hat das Gefühl, das Leben sei eine einzige, große Gefahr – denn Gefahren scheinen überall zu lauern
  • Innerlich lehnt man andere Menschen – und ebenso den eigenen Partner /die eigene Partnerin ab
  • Man führt innere Selbstgespräche und wägt immer wieder ab, ob man vertrauen kann oder nicht
  • Aus Angst vor Enttäuschung oder Verletzung wird man von Unsicherheit und Unwohlsein begleitet

Körperliche Begleiterscheinungen sind oftmals angespannte Muskeln, Herzrasen und hoher Blutdruck. Viele Betroffene fühlen sich zudem innerlich unruhig und nervös.

Ist Misstrauen generell schlecht?

kronisches MisstrauenMisstrauen ist nicht grundsätzlich etwas Schlechtes, aber: Chronisches Misstrauen ist genauso ein Extrem wie generell blind zu vertrauen. Ein gesundes Maß an Misstrauen ist also durchaus nützlich, denn dieses Gefühl warnt uns, wenn etwas nicht stimmt und wir besser genauer hinschauen oder hinhören sollten. Eine gesunde Skepsis schützt vor Situationen und Menschen, die gefährlich oder zumindest schädigend sein können.

Ein Beispiel sind Menschen, die nicht authentisch sind; bei denen die Worte nicht mit der Körpersprache übereinstimmen. Im Gespräch mit diesen Menschen stellt sich manchmal ein skeptisches Gefühl ein – und dieses Gefühl kann berechtigt und wichtig sein. Diese Warnfunktion kann somit vor Heiratsschwindlern, Verkäufern bedenklicher Produkte oder Dienstleistungen, Gewinnversprechen u.ä. schützen.

Misstrauen ist also nicht generell schlecht – chronisch misstrauisch zu sein wirkt jedoch zerstörerisch und das sowohl auf die eigene Persönlichkeit als auch auf die Partnerschaft.

Wie können Betroffene krankhaftes Misstrauen überwinden?

Aufgrund der Erfahrungen, die zu Misstrauen führten, haben in der Regel das Selbstwertgefühl und das Selbstvertrauen gelitten. Betroffenen ist es meistens nicht bewusst, dass sie sich selbst nicht vertrauen können (ihren Gefühlen nicht trauen können) und ihre eigene Persönlichkeit nicht schätzen können.

Wenn aber Eifersucht und Misstrauen zum beinahe Dauerzustand werden, ist auch das Gefühl anwesend, andere Frauen oder Männer seien wertvoller, liebenswerter, besser…usw.

Wer lieben möchte, muss als erstes sich selbst lieben lernen – wer vertrauen möchte, muss als erstes sich selbst vertrauen lernen.

Nun kann aber dieses Misstrauen nicht von heute auf  morgen weggeschoben werden. Deshalb ist der erste Schritt in Richtung Vertrauen: Akzeptanz! Zunächst darf das Misstrauen akzeptiert werden. Manchen Betroffenen hilft es, dem Misstrauen gedanklich eine Gestalt zu geben – und diese Gestalt darf da sein. Sie darf als Begleiter durch den Alltag anwesend sein, denn schließlich gibt es Gründe, warum sie sich überhaupt erst entwickeln konnte.

Im nächsten Schritt sollten die Ursachen für das Misstrauen an die Oberfläche geholt werden. Dabei ist es empfehlenswert, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Affirmationen und Selbstkontrolle

SelbstkontrolleAffirmationen sind positiv formulierte Sätze die dabei helfen können, das Unterbewusstsein mit neuen Überzeugungen zu füttern. Das Unterbewusstsein steuert die Gedanken und Gefühle und zwar aufgrund der tiefen Überzeugungen.

Chronisch misstrauische Menschen sind davon überzeugt, keinem Menschen vertrauen zu können. Deshalb treten Gedanken auf wie „Ich kann ihr/ ihm nicht vertrauen!“ oder: „Er/ Sie will nur mein Geld; will mich betrügen; liebt in Wirklichkeit jemand anderen…!“.

Eine Affirmation könnte also lauten: „Ich vertraue ihr/ ihm voll und ganz!“ Diesen Satz sagt man sich mehrmals täglich vor – leise in Gedanken oder laut vor dem Spiegel. Zu Beginn erscheint es einem wie Selbstbetrug, sobald diese Affirmation gedacht oder ausgesprochen wird. Doch im Laufe der Zeit verändert sich etwas: Der Glaube an diesen Satz wird stärker und stärker  und dadurch verändern sich auch die Gefühle.

Ein anderer wichtiger Aspekt beim Aufbauen von Vertrauen ist die Selbstkontrolle: Statt den Partner/ die Partnerin auszufragen und zu kontrollieren sorgt man dafür, genau das nicht zu tun. Auch das wird anfangs schwer sein, denn die Kontrolle ist zur Gewohnheit geworden. Selbstkontrolle – oder Selbstbeherrschung – wird beispielsweise schwierig sein, wenn das Handy des Partners vor einem auf dem Tisch liegt und nur ein Griff notwendig wäre, um Mails und Nachrichten durchzulesen.

Doch: Alles, was wiederholt wird, entwickelt sich zur Gewohnheit. Somit wird es zunehmend einfacher, die Kontrolle loszulassen.

Was tun, wenn der Partner misstrauisch ist?

Partner eines chronisch  misstrauischen Menschen machen häufig einen gravierenden Fehler: Sie fühlen sich für die Eifersucht /für das Misstrauen verantwortlich – zumindest zum Teil. Besonders am Anfang einer Beziehung versuchen sie ihren Partner davon zu überzeugen, dass er vertrauen kann und keine Angst vor Enttäuschungen oder Verletzungen haben muss.

Diese Versuche sind jedoch zum Scheitern verurteilt, denn natürlich möchte man seinen Partner nicht mit Absicht enttäuschen oder verletzen – und trotzdem kommt es in jeder Partnerschaft vor. Paare sind nicht immer einer Meinung und tun oder sagen manchmal etwas, das beim anderen negative Emotionen auslöst.

Zum anderen sucht ein chronisch misstrauischer Mensch unbewusst nach Bestätigungen seiner Skepsis: Worte, Blicke, Gesten und Taten werden so gedeutet, dass sie als Beweis für einen Vertrauensbruch angeführt werden können.

Was kann man also tun, wenn der Partner kein Vertrauen aufbauen kann? Hier hilft nur dem Partner deutlich zu machen, dass die Verantwortung für das Misstrauen oder die Eifersucht bei ihm liegt. Das heißt: Der misstrauische Mensch muss bereit sein, gegen diese Gefühle und Gedanken anzugehen, sie zu verändern und Vertrauen aufzubauen. Als Partner kann man motivierend zur Seite stehen und dazu raten, professionelle Hilfe eines Psychotherapeuten oder eines Coachs anzunehmen. Ohne diese Hilfe ist es kaum zu schaffen, wenn die Ursache für das Misstrauen tief im Unterbewusstsein verankert ist.

In jeder Partnerschaft sollte über eigene Gefühle und Erlebnisse geredet werden können. Miteinander reden muss oftmals geübt werden – auch in diesem Bereich kann ein Paartherapeut unterstützend wirken. Beide Parteien sollten offen über ihre Gefühle, Befürchtungen und Bedürfnisse sprechen lernen – und somit auch die Emotionen ansprechen können, die mit dem Misstrauen und der Eifersucht zusammenhängen.

Männer verstehen: Eine Anleitung für Frauen

lächelnder MannFrauen würden ja gerne echte Männerversteherinnen sein, doch häufig sind Männer für sie fast unbekannte Wesen. Einige Verhaltensweisen sind für Frauen kaum nachvollziehbar.

Auch die unterschiedliche Kommunikation von Mann und Frau führen nicht selten zu Missverständnissen und Streit.

Wie ticken Männer und wovor haben sie Angst? Was finden Männer sexy und was lässt sie eher vor Beziehungen flüchten?

Männerbild heute: Typisch männlich ist out?

Viele Probleme in der Beziehung – und schon beim ersten Date – haben mit dem veränderten Männerbild zu tun. Was ist denn typisch männlich und darf Mann seine männliche Seite zeigen? Im Zuge der Emanzipation haben sich die Geschlechter zwar aufeinander zu bewegt, aber Männer stehen mit sich selbst oftmals in Konflikt. Sie sollen die Frauenversteher sein, Gefühle zeigen und auch mal weinen. Männer sollen ihre Partnerin darin unterstützen, dass sie ihren Mann stehen kann und später auch Karriere und Familie unter einen Hut bringen kann. Frauen möchten ihre Weiblichkeit leben und gleichzeitig ein Stück der Männerwelt erobern. Aber: Frauen erwarten von ihren Männern, dass diese zwar ihre weibliche Seite zum Vorschein bringen, doch sie sollen ihre typisch männlichen Verhaltens- und Denkweisen ad acta legen. Genau das funktioniert aber weder gut noch langfristig.

Emanzipation ist gut und dennoch gibt es Unterschiede zwischen Mann und Frau. Gleichberechtigt zu sein bedeutet ja nicht, dass es keine geschlechtlichen Unterschiede mehr gibt.

Männer reden anders

Mann redetWenn Frauen sich mit anderen Frauen treffen, möchten sie möglichst viel reden und dabei ihre Probleme ansprechen und durchsprechen. Treffen Männer sich mit anderen Männern, dann drehen die Gespräche sich eher um Job, Autos, Fußball oder andere weniger emotionale Themen. Während Männer gut und auch gerne schweigen können, möchten Frauen lieber reden.

Männer drücken sich in der Regel klar und deutlich aus und senden selten indirekte Botschaften. Sagt er beispielsweise: „Wir haben kein Brot mehr“, dann ist das lediglich als Information gedacht. Die Frau versteht aber: „Du hättest beim Einkauf daran denken müssen, Brot mitzubringen“.

Trotz Emanzipation möchten Männer nur ungerne über Gefühle reden. Haben sie Probleme, machen sie das lieber mit sich selbst aus – oder verdrängen die Probleme. Werden sie nun von ihrer Partnerin dazu gedrängt, Gefühle und Ängste auszusprechen, hat das meistens zur Folge, dass der Mann schweigt und sich verschließt. Männer möchten keine Schwächen zeigen  und kommunizieren größtenteils informativ und sachbezogen.

Dieser Druck wird alleine schon durch eine simple Frage ausgeübt: „Was denkst du gerade?“ Diese Frage ist häufig die Zündschnur für einen Konflikt. Antwortet er mit „Nichts“, interpretiert sie in ein „Nichts“ alles Mögliche hinein. Liebt er mich nicht mehr? Was will er mir nicht sagen? Hat er vielleicht eine andere?

Würde eine Frau mit einem „Nichts“ auf diese Frage antworten, würde er gar nicht weiter darüber nachdenken. Nichts heißt nichts – für den Mann gibt es da nichts hinein zu interpretieren. Er nimmt die Antwort so an wie sie ist. Männern geht es auch nicht darum, mittels Gesprächen auf emotionaler Ebene die Beziehung zu festigen. Männer schweigen gerne und fühlen sich damit nicht unwohl. Auch  möchten sie nicht jedes kleinste Problem ausdiskutieren, weil für sie viele Dinge gar kein Problem darstellen. Zudem haben Männer Ängste, die sie für sich behalten möchten, weil für Männer Ängste gleichbedeutend mit Schwächen sind.

Wovor haben Männer Angst?

wovor haben männer angst

Das starke Geschlecht möchte stets als mutig und als Held dastehen. Scheinbar kennen Männer keine Ängste, denn warum sonst mögen sie den Nervenkitzel bei schnellen Fahrten mit dem Auto oder Motorrad oder waghalsigen Sportarten.

In Wirklichkeit haben aber auch Männer mit Ängsten zu kämpfen, die sie sich aber nicht anmerken lassen wollen und lieber überspielen:

  • Versagensangst
  • Angst vor Blamage
  • Verlustangst
  • Angst, nicht mehr attraktiv genug zu sein
  • Angst vor Einengung

Angst zu versagen

Die meisten Männer möchten dem typischen Männerbild entsprechen und das ist mit Karriere und Erfolg verbunden. So definieren sie sich über ihre Arbeit und dem damit verbundenen Gehalt. Männer haben Angst arbeitslos zu werden, im Beruf zu versagen und zu wenig Geld zu verdienen. Sie haben auch Angst, ihrer Partnerin nicht genügend bieten zu können und diese Angst wird noch verstärkt, wenn die Partnerin immer wieder enttäuscht Vergleiche zieht: „Die Müllers machen diesen Sommer wieder einen Cluburlaub auf den Malediven – das würde ich mir auch gerne mal leisten können!“.

Angst, im Bett zu versagen

Die Versagensangst bezieht sich aber auch auf die Sexualität. Auch im Bett möchte er ein ganzer Kerl sein und seine Frau befriedigen können. Deshalb ist die Angst vor Impotenz auch groß. Über die sexuelle Vergangenheit der Partnerin  möchten Männer am liebsten nichts wissen, weil sich dann immer mal wieder die Befürchtung in seine Gedanken drängt, sie könne den Sex mit dem Ex befriedigender empfunden haben.

Angst vor Blamage

Vor  anderen Menschen und vor allem vor seinen Freunden möchte er als ganzer Kerl auftreten. Es ist ihm peinlich, wenn er dann von seiner Partnerin mit Kosenamen angesprochen wird – auch wenn er zuhause gerne als Kuschelbär oder Schatzipupsi betitelt wird.

Verlustangst

Ein Mann, der seine Frau liebt, hat auch gleichzeitig mit Verlustangst zu kämpfen. So kann ihn ein kleiner und unbedeutender Flirt eifersüchtig werden lassen. Die Verlustangst wird umso größer, wenn er mit seinem Aussehen unzufrieden ist. Taucht dann ein Mann auf, der dem männlichen Ideal entspricht, kann seine Eifersucht entfacht werden, wenn seine Frau sich mit ihm versteht und sich vielleicht einfach nur gut mit diesem scheinbaren Konkurrenten gut unterhält.

Angst, nicht attraktiv genug zu sein

Ein Mann möchte dem äußeren Männerbild entsprechen und dabei kommt es auf die Körpergröße, auf Muskeln, das Sixpack und volles Haar an. Zeigen sich die ersten Geheimratsecken, wölbt der Bauch sich nach vorne oder entspricht seine Körpergröße nicht dem Ideal, können sich Komplexe breitmachen. Diese Angst versuchen Männer oftmals zu kompensieren, indem sie anfangen Sport zu treiben oder sich mit Statussymbolen zu schmücken.

Angst vor Freiheitsverlust

Männer möchten ein Stück Freiheit behalten und haben Angst, dass sie in einer Partnerschaft zu wenig Freiraum bekommen. So gerne sie auch mit ihrer Partnerin zusammen sind und so glücklich die Beziehung auch  sein mag, möchten Männer ebenso die Möglichkeit haben, Zeit mit Freunden zu verbringen – ohne Anwesenheit der Partnerin. Von klammernden Frauen, die jede freie Minute mit ihrem Partner verbringen möchten, fühlen sich Männer meistens eingeengt.

Wie zeigen Männer ihre Liebe?

Männer nutzen die drei magischen Worte „Ich liebe dich“ eher sparsam und sprechen auch nicht offen über ihre Gefühle. Wie können Frauen erkennen, ob sie von ihrem Partner geliebt werden? Männer zeigen ihre Liebe nicht unbedingt mit Liebesbriefen, romantischem Candle-light-Dinner oder wortreichen Liebesschwüren. Sie drücken aber mit vielen kleinen Gesten ihre Liebe aus:

  • Männer merken sich, welche Schokolade oder welcher Wein seiner Liebsten am besten schmeckt und denkt beim Einkauf daran. Als Liebesbeweis bringt er ihr diese Dinge mit.
  • Männer nehmen beim Spaziergang oder Stadtbummel die Hand ihrer Partnerin in ihre und drücken damit Zugehörigkeit und Liebe aus.
  • Vor dem Einschlafen breitet er seine Arme aus, weil er ihre Nähe spüren und sie im Arm halten möchte.
  • Auch im Alltag zeigt er mit Berührungen und Umarmen, dass er seine Partnerin liebt.
  • Er geht mit zum Konzert ihrer Lieblings-Musikband oder bummelt mit ihr über den Flohmarkt, wenn das Unternehmungen sind, die sie glücklich machen – auch wenn er selbst kein Fan dieser Freizeitaktivitäten ist.
  • Braucht sie mal Zeit für sich, lässt er ihr diesen Freiraum.

Männer möchten geliebt werden

Männer möchten geliebt werden und zwar mit all ihren Stärken und Schwächen. Männer haben nur selten das Verlangen, ihre Partnerin umzuerziehen. Sie können die kleinen Macken ihrer Frau viel besser akzeptieren – und oftmals sogar lieben – als es umgekehrt bei Frauen der Fall ist. Frauen neigen im Laufe der Partnerschaft dazu ihrem Mann vorschreiben zu wollen, was er tun und lassen soll. Sind die „Verbesserungswünsche“ zu viel und zu stark, fühlt der Mann sich ungeliebt.

Männer möchten ihre Partnerin zufrieden und glücklich machen. Ist die Frau unzufrieden, bezieht er das auf sich und fühlt sich für die Unzufriedenheit seiner Partnerin verantwortlich. Kommt noch häufige Nörgelei dazu, hat der Mann das Gefühl, er könne seiner Frau kein glückliches und zufriedenes Leben bieten. Dann verschließt er sich und widmet sich seinem Hobby oder verbringt mehr Zeit mit seinem Job oder mit seinen Freunden. Dort hat er das Gefühl so sein zu können wie er ist und respektiert und akzeptiert zu werden.

Wollen Männer wirklich nur Sex?

Männern ist Sex wichtig  und sie lieben Sexualität. Sie messen auch am Sex, wie gut oder schlecht die Beziehung läuft. Sex bedeutet für ihn auch, seiner Partnerin nahe zu sein. Möchte sie weniger Sex, fühlt er sich weniger begehrt und vermisst die Nähe. Für ihn stellt Sex einen Liebesbeweis dar – und eine Möglichkeit zur Konfliktlösung.

Tipp zum Schluss: Andersartigkeit schätzen lernen

Die Unterschiede zwischen Mann und Frau führen häufig zu Beziehungskonflikten. Männer zu verstehen fällt vielen Frauen schwer – und umgekehrt können auch Männer Verhaltens- und Denkweisen der Frauen oft nicht nachvollziehen. Wenn Frauen ehrlich zu sich selbst sind stellt sich jedoch heraus, dass das weibliche Geschlecht die männlichen Eigenschaften ihres Partners weniger wertschätzen kann als umgekehrt. Männer schätzen nämlich durchaus die weiblichen Attribute. Sie wissen, dass die emotionalen und sozialen Kompetenzen der Frauen auch dazu führen können, ein wohltuendes Zuhause genießen zu können.

Gleichberechtigung heißt auch, die Andersartigkeit des Partners schätzen zu lernen. Männer, die ihre männliche Seite leben dürfen und für ihr Verhalten und ihre Gedanken nicht verurteilt werden, fühlen  sich von ihrer Partnerin geliebt und werden ihre Liebe mit kleinen Gesten zur Geltung bringen. Außerdem können beide Geschlechter voneinander lernen – wenn sich beide für den anderen öffnen. Zum Beispiel tut es als Frau ganz gut zu erkennen, dass nicht jedes Problem stundenlang ausdiskutiert werden muss oder dass gemeinsames Schweigen auch entspannend wirken kann.

Konfliktfähigkeit in der Partnerschaft

KonfliktfähigkeitDie Konfliktfähigkeit  beider Partner ist entscheidend für das Gelingen der Partnerschaft. Probleme und Meinungsverschiedenheiten wird es auf dem gemeinsamen Weg immer wieder einmal geben.

Wird Konflikten aus dem Weg gegangen oder destruktiv gestritten, können Paare in der Trennung die einzige Lösung sehen – dabei stellen Konflikte aber auch stets eine Chance zur Weiterentwicklung der Beziehung dar.

Was bedeutet Konfliktfähigkeit in der Partnerschaft?

Eine Partnerschaft besteht aus zwei eigenen Persönlichkeiten mit individuellen Ansichten, Bedürfnissen und Lebensvorstellungen. Zum Beziehungsalltag gehören deshalb auch Konflikte, denn nicht immer ist man einer Meinung und nicht immer gehen die Wunschvorstellungen  mit denen des Partners Hand in Hand.

Konflikte bieten stets eine Chance zur eigenen Persönlichkeitsentwicklung, aber auch für die Entwicklung der Partnerschaft. Dafür müssen beide Partner konfliktfähig sein und das bedeutet, konstruktiv zu streiten, miteinander zu reden und nach Lösungsalternativen zu suchen, sodass die Bedürfnisse beider erfüllt werden können.

Konfliktfähigkeit zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • Durch Empathie werden Konflikte und unterschwellige Probleme rechtzeitig erkannt
  • Mut, den Konflikt oder die eigene Unzufriedenheit offen anzusprechen, denn dadurch fördert man die Auseinandersetzung mit dem Problem
  • Aktives Zuhören: Die Ansichten des Partners anhören, ohne innerlich schon nach Antworten oder Lösungen zu suchen und ohne im Innern die Sätze für das Aussprechen der eigenen Ansicht zu formulieren
  • Bereitschaft mitbringen, den Standpunkt und die Emotionen des Gegenübers zu verstehen
  • Bewusstsein darüber, dass die Selbstwahrnehmung nicht unbedingt der Fremdwahrnehmung entsprechen muss
  • Konfliktfähigkeit hängt zudem mit dem eigenen Selbstbewusstsein zusammen, denn nur wer sich seiner Bedürfnisse, Persönlichkeit, Stärken und Schwächen bewusst ist, kann erkennen, ob hinter der eigenen Wut, dem Frust oder der Enttäuschung ein ganz anderes Problem steht.
  • Selbstbehauptung ist notwendig, um Konflikte konstruktiv lösen zu können. Wer sich kleiner, weniger wertvoll fühlt, wird sich in der Regel mit destruktiven Mitteln behaupten wollen – wenn auch unbewusst.

Die Kompetenzen für die Konfliktfähigkeit werden in Kindheitstagen erlernt. Dafür ist ein Umfeld wichtig, welches konstruktives Konfliktmanagement vorlebt. Ebenfalls ist es für die spätere Konfliktfähigkeit wesentlich, ob man als eigene Persönlichkeit respektiert wurde. Mussten schon früh eigene Bedürfnisse, Wertvorstellungen und ähnliches unterdrückt werden, kann jede mögliche Meinungsverschiedenheit beängstigend wirken, sodass man konfliktscheu wird  oder sich mit destruktiven Methoden versucht zu behaupten.

Warum ist Konfliktfähigkeit für die Partnerschaft wichtig?

Empathie ist die Voraussetzung zur Lösung von KonfliktenBei der Partnerwahl reizen oftmals nicht nur die Gemeinsamkeiten, sondern ebenso die Gegensätze. Ist man selbst beispielsweise ein eher vorsichtiger, ängstlicher Typ, kann man von dem Mut und der Abenteuerlust des anderen fasziniert sein. Im Laufe der Beziehung können jedoch gerade diese Gegensätze zum Konflikt führen. Auf einmal wird die Unordnung des Partners zum großen Thema, weil man zum Beispiel selbst nur in ordentlicher, aufgeräumter Umgebung entspannen kann. Oder man merkt, dass die anfangs bewunderte Abenteuerlust des Partners das eigene tiefe Bedürfnis nach ruhigem Familienleben weckt und nun als scheinbar unüberwindbares Hindernis zwischen den Parteien steht.

Wer nun konfliktscheu ist und den Gesprächen über ein Problem aus dem Weg geht sorgt  dafür, dass sozusagen aus einer Mücke ein Elefant werden kann. Unterschwellig schwelt die Unzufriedenheit, die bei unpassender Gelegenheit zum Vorschein kommt: Der Partner wird angeschrien oder man lässt auf andere wenig konstruktive Weise Frust ab und seiner Wut freien Lauf – ohne das eigentliche Problem zu benennen.

Die Auseinandersetzung mit den Erwartungen, Wertvorstellungen und Bedürfnissen beider Parteien kann die Beziehung verbessern und die Verbundenheit fördern. Fehlt die Konfliktfähigkeit, verlaufen Streitgespräche häufig vernichtend und verletzend:

Das Vorwurfs-PingPong

Die  meisten Konflikte landen als Vorwurfs-PingPong auf dem Tisch: Es wird sich gegenseitig vorgeworfen, was der andere getan oder unterlassen hat. Auf einen Vorwurf wird mit einem Gegenvorwurf reagiert. Es wird kein Verständnis für den Partner aufgebracht und es werden auch keine Lösungen gesucht. Bei dieser Art von Streitgespräch geht es nur darum dem Partner klar zu machen, dass er Schuld an der Misere hat.

Häufig führen die Erwartungen an den Partner zu Enttäuschung und letztlich zu Wut. Statt die eigenen Bedürfnisse, Vorstellungen und Wünsche auszusprechen geht man davon aus, dass der andere diese Dinge genauso sieht oder empfindet. Werden die Erwartungen nicht erfüllt, wird das Vorwurfs-PingPong begonnen.

Beziehungskonflikte: Geschlechtsunterschiede beim Beziehungskrach

Flexibilität - wichtige Vorsaussetzung im KonfliktmanagementKonfliktfähigkeit zeichnet sich unter anderem dadurch aus, möglichst ruhig und sachlich ein Thema anzusprechen und dem anderen tatsächlich zuzuhören. Bei den meisten Paaren wird jedoch ein Konflikt erst dann angesprochen, wenn er bereits zum großen Problem angeschwollen ist. Dann reicht eine Kleinigkeit aus, um einen Beziehungskrach auszulösen.

Die Unfähigkeit mit Konflikten in der Partnerschaft konstruktiv umzugehen, äußert sich bei Frauen oftmals anders als bei Männern:

  • Viele Frauen lassen ihren Leidensdruck wachsen, indem sie immer wieder ihre eigenen Bedürfnisse und Werte unterdrücken. Auch haben viele Frauen die Erwartung, dass ihr Partner wissen müsse, was sie sich wünscht und was sie zum Glücklichsein braucht. Da sie nicht aussprechen, was sie bedrückt, kommt es mehr und mehr zu Missverständnissen. Innerlich wächst die Wut, die dann bei einem nichtigen Anlass lautstark herausgelassen wird.

Häufig haben diese Frauen als Mädchen gelernt: Sei stets artig, bescheiden und zurückhaltend. Erhört wurden sie nur dann, wenn sie lauter wurden – auch wenn dies nicht immer zum gewünschten Ergebnis führte.

  • Männer, die wenig konfliktfähig sind, flüchten vor Beziehungsgesprächen. Sie meiden die Auseinandersetzung mit Problemen in der Partnerschaft und verlassen die Szene und den Raum in der Hoffnung, dass sich bei der Rückkehr schnell wieder versöhnt wird und alles scheinbar wieder in Ordnung ist.
    Viele Männer sind die Lösungsfinder. Spricht sich die Partnerin aus ist er der Meinung, er müsse sofort eine gute Lösung für seine Frau parat halten. Ist er dazu nicht in der Lage, rüttelt dies an seinem Selbstvertrauen und er flüchtet lieber aus der Situation. Ein typisches Missverständnis in sehr vielen Partnerschaften, denn häufig erwartet sie gar keine sofortigen Lösungsvorschläge.

Setzt sich ein Paar nicht mit auftretenden Problemen konstruktiv auseinander, führt dies in den meisten Fällen zur inneren Distanz. Die Verbindung und Verbundenheit des Paares reißt mehr und mehr ein, bis Gefühle wie Enttäuschung, Traurigkeit und Wut die Oberhand übernehmen.

Konfliktfähigkeit kann man lernen

Lösungsstrategien für KonflikteKonfliktfähigkeit ist erlernbar und ist ein wesentliches Merkmal bei den Paaren, die sich auch noch nach vielen Jahren in einer glücklichen Beziehung fühlen. Diese Paare haben gelernt, wie man miteinander reden kann und anschließend gestärkt aus dem Gespräch gehen kann.

Streiten  und über Ängste, Hoffnungen, Erwartungen und Bedürfnisse reden kann man üben und es lässt sich lernen, einen aufkommenden Konflikt im Ansatz zu erkennen und zur Sprache zu bringen.

Da viele Menschen in ihrer Kindheit nicht gelernt haben, wie Konflikte konstruktiv gelöst werden können, empfiehlt sich die Art des  Zwiegespräches, wie von Michael Lukas Moeller entwickelt:

Zwiegespräche führen

Das Gespräch - der erste Schritt zur KonfliktlösungIm Zwiegespräch nach M. Lukas Moeller geht es darum, die Gesprächsbereitschaft und die Kommunikation in der Partnerschaft zu verbessern. Die Paare entwickeln die Fähigkeit des Zuhörens und Einfühlens in den Partner.

Das gegenseitige Vertrauen erhöht  sich im Laufe der Zeit, wenn die Zwiegespräche regelmäßig geführt werden. Die Partner trauen sich mehr und mehr, über ihre Ängste, Erwartungen und Bedürfnisse zu sprechen, weil dieses typische Vorwurfs-PingPong ausbleibt.

Moeller stellte Regeln auf die dafür sorgen, dass sich die Gesprächskultur des Paares verändern und die Konfliktfähigkeit entwickeln kann:

  • Das Paar vereinbart einen festen, wöchentlichen Termin für dieses Zwiegespräch, das mindestens sechzig Minuten und maximal neunzig Minuten dauern soll. Dieser fixe Termin sollte als genauso wichtig angesehen werden, wie andere bedeutsame Termine.
  • Während des Zwiegespräches werden sämtliche möglichen Störquellen ausgeschaltet. D.h., Handys werden stumm oder off gestellt, die Türklingel wird ausgeschaltet und es läuft auch keine Musik im Hintergrund.
  • Da das Paar nicht abgelenkt werden sollte, wird während des Gespräches weder gegessen noch getrunken.
  • Für das Zwiegespräch wird ein Platz gewählt, bei dem sich die Partner gegenüber sitzen können.
  • Nun darf abwechselnd geredet werden, während der andere zuhört. Beim Reden bleibt man bei sich: Die Person erzählt, wie sie sich fühlt, was sie befürchtet, erwartet und wie sie ihren Partner und die Beziehung erlebt. Es werden somit keine Du-Botschaften vermittelt (z.B.: „Du hast xy getan und deshalb fühlte ich mich klein!“, sondern z.B.: „Mein Problem ist es, dass mich manche Aussagen innerlich kränken und ich mich plötzlich klein fühle.“).
  • Vorwürfe, Bewertungen des Partners oder seines Verhaltens und Interpretationen werden ganz bewusst vermieden. Dadurch lernen beide Parteien bei sich zu bleiben und Situationen so zu erzählen, wie sie es erlebt und gefühlt haben.

Wichtig sind vor allem zwei Faktoren: Die Regelmäßigkeit und die Pünktlichkeit.  Muss einmal der Termin für das Zwiegespräch verschoben werden, dann innerhalb der Woche, sodass trotzdem das Wochengespräch stattfinden kann.

Die Dauer des Gespräches hängt mit der Aufnahmefähigkeit und Konzentration  zusammen: Nach 60 bis 90 Minuten lässt beides nach, sodass eine Verlängerung des Gespräches sich eher negativ auf den Verlauf auswirkt.

Regelmäßig bedeutet auch: Pünktlich zum vereinbarten Termin beginnen und das Gespräch pünktlich beenden. Dazu kann ein Wecker eingestellt werden.

Ich und Du: Konfliktfähigkeit bedeutet Eigenverantwortlichkeit

im Dialog bleiben - KonfliktmanagementDie nach Moeller geführten Zwiegespräche fördern die Eigenverantwortlichkeit des Einzelnen. Das Paar lernt, die Andersartigkeit des Partners zu akzeptieren statt zu kritisieren. Mit der Zeit wird deutlich, dass jeder für seine Gefühle und für seine Reaktionen verantwortlich ist.

Da im Zwiegespräch immer einer redet und bei sich bleibt, während der andere zuhört – also nicht bereits den nächsten Vorwurf im Geiste formuliert -, fühlen sich beide Partner im Laufe der Zeit ernster genommen und verlieren die Scheu, über ihre Ängste, ihren Ärger und ihre Bedürfnisse zu sprechen.

Die Zwiegespräche fördern eine vertrauensvolle, ehrliche und respektvolle Kommunikationskultur, die sich wiederum positiv auf die gesamte Beziehung auswirkt. Beide Partner dürfen eine eigene Persönlichkeit bleiben und das Ich und Du werden klarer. Dadurch entsteht ein neues Wir, das durch liebevolle Verbundenheit gekennzeichnet ist.

Zu Beginn wirkt das Zwiegespräch mit seinen Regeln noch befremdlich und oftmals fühlen sich die Paare erst einmal gehemmt. Aufgrund ihrer negativen Erfahrungen mit der Konfliktbewältigung haben die meisten Paare anfangs das Gefühl, sie säßen sich wie beim Verhör gegenüber. Deshalb  lassen viele nach den ersten zwei oder drei Zwiegesprächen die Termine dazu ausfallen und schieben wichtigere Dinge vor.

Die Regelmäßigkeit und die Regeln sind jedoch wichtig, damit sich eine neue, bessere Gesprächskultur entwickeln kann. Damit die Zwiegespräche Früchte tragen können, sollten beide Partner offen über ihre Erwartungen und Befürchtungen bezüglich dieses Gespräches reden. Dadurch zeigt sich meistens, dass der eine nicht alleine mit diesen Ängsten steht und häufig lenkt dieses offene Ansprechen das Zwiegespräch in die richtige Richtung: Vertrauensvoll miteinander reden, den anderen respektieren, bei sich selbst bleiben und Konflikte konstruktiv lösen.

 

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Altersunterschied Mann und Frau

Altersunterschied bei PaarenZu Beginn einer Partnerschaft spielt der Altersunterschied zwischen Mann und Frau oftmals noch keine große Rolle. Frisch Verliebte schweben auf Wolke Sieben und in dieser Phase einer Beziehung wird der Fokus auf Positives gelenkt.

Allerdings stößt eine Liebe mit großer Altersdifferenz in der Gesellschaft auf wenig Verständnis, sodass der rosarote Himmel bei diesen Paaren schon am Anfang  düstere Flecken bekommt. Zudem sind Probleme in einer Partnerschaft mit großem Altersabstand in den überwiegenden Fällen vorprogrammiert.

Ab wann spricht man von einem großen Altersunterschied?

Liegen zehn Jahre zwischen beiden Partnern, entspricht die Altersdifferenz schon nicht mehr der Norm. Von einem großen Altersunterschied wird gesprochen, wenn einer der Beiden zwanzig Jahre älter oder jünger ist. Ideal wäre es, wenn höchstens fünf Jahre zwischen Mann und Frau liegen.

Eine Beziehung mit hohem Altersabstand ist nicht grundsätzlich zum Scheitern verurteilt, genauso wenig wie eine Partnerschaft zwischen Gleichaltrigen ein Garant für  eine glückliche und dauerhafte Liebe ist. Dennoch ist das Trennungsrisiko bei Paaren mit großem Altersunterschied höher, denn einige Faktoren werden oftmals im Laufe der Partnerschaft zum Problem.

Studienergebnisse zeigen ein erhöhtes Trennungsrisiko bei großem Altersunterschied

Forscher der University in Atlanta werteten Daten von rund dreitausend Personen aus. Die Wissenschaftler um Randal Olson nahmen eine Analyse der Faktoren vor, die das Trennungsrisiko von Paaren erhöhen.

Es zeigte sich, dass eine große Altersdifferenz auch ein großes Risiko für eine Trennung bedeutet: Bei einem Altersunterschied ab zwanzig Jahren steigt das Trennungsrisiko um mehr als neunzig Prozent. Laut Statistik sind Partnerschaften ab einem Altersabstand von dreißig Jahren so problematisch, dass eine Trennung absehbar ist.

Grundsätzlich – so die Ergebnisse der Studie –  ist das Trennungsrisiko umso höher, je größer der Altersunterschied ist. Allerdings fanden die Wissenschaftler ebenso heraus, dass sich das Risiko minimiert, je länger die Beziehung besteht. Das heißt: Ab einer zweijährigen Partnerschaft sinkt bereits die Wahrscheinlichkeit, dass das Paar getrennte Wege gehen wird. Je länger das Paar in dieser Konstellation lebt, desto stabiler ist die Beziehung – so die Schlussfolgerung der Forscher.

Gemeinsame Interessen in der Beziehung

no generation problemsEine Partnerschaft bleibt lebendig, wenn das Paar gemeinsame Interessen, Hobbys und Lebensziele teilt. Deshalb achtet eine seriöse Partnervermittlung auf möglichst viele Gemeinsamkeiten der Partnersuchenden.

Gemeinsame Interessen und Hobbys sind nicht unbedingt vom Alter abhängig. Dennoch gibt es Unterschiede zwischen den Generationen. Zum Beispiel sind Gleichaltrige mit der zu ihrer Generation gehörigen Musik aufgewachsen. In der Regel sieht die Freizeitgestaltung einer 20-jährigen Person anders aus, als die eines 40-jährigen oder älteren Menschen. Auch die Vorstellung eines Urlaubs verändert sich mit dem Alter: Möchte ein jüngerer Mensch noch möglichst aktiv sein und in seiner Freizeit oder im Urlaub Erlebnisse sammeln, hat eine ältere Person all dies schon hinter sich und stellt sich eher eine entspannte und bequemere Zeit vor.

Hinzu kommt der Freundeskreis, der sich häufig distanziert, wenn der Partner einer viel älteren oder jüngeren Generation angehört. Die kulturellen Interessensunterschiede machen sich bei Treffen bemerkbar und letztlich ist es nicht selten, dass sich einer der Beiden für die Freunde des anderen und gegen seine eigenen entscheiden muss. Auch das wird auf Dauer zwischen dem Paar als schier unlösbares Problem stehen.

Befindet sich ein Partner noch in der Ausbildung, während der andere bereits voll im Berufsleben steht, wird auch der finanzielle Aspekt früher oder später zu Streitpunkten führen. Auf der anderen Seite spielt das Bedürfnis nach Absicherung bei manchen Frauen eine Rolle, die sich an einen wesentlich älteren Partner binden.

Unterschiedliches Alter – verschiedene Lebensziele

unterschiedliches Alter in einer BeziehungAuch die Lebensziele können zum Stolperstein in der Beziehung werden. Bei Partnerschaften mit großem Altersunterschied ist dies häufig ein unüberwindbares Hindernis. Ein junger Mensch strebt meistens nach beruflichem Erfolg und die Karriere steht zunächst im Mittelpunkt des Lebens. Außerdem besteht in jungem Alter oftmals der Wunsch nach einem Eigenheim.

In der Regel sind diese Bedürfnisse einem Menschen ab 40 nicht mehr so wichtig. Der ältere Partner wird eventuell ihm oder ihr zuliebe einige Wege beschreiten, die er von sich aus nicht mehr als erstrebenswert empfindet. Doch innerlich wächst die Sehnsucht nach den eigenen Lebenszielen, die sich immens vom jüngeren Partner unterscheiden können.

Grundsätzlich ist es für eine Partnerschaft schier tödlich, wenn sich einer von Beiden verstellen muss; wenn einer seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu oft verdrängen muss. Bei einer Partnerschaft mit großem Altersabstand sind solche Probleme schon fast vorprogrammiert. Ist der 40-jährige Mann zunächst für seine 20-jährige Partnerin noch interessant, kann das zehn oder zwanzig Jahre weiter ganz anders aussehen. Dann ist die Frau im „besten“ Alter und nicht selten möchten Frauen in den 40-ern noch einmal richtig loslegen und ihre bisher unerfüllten Lebensträume Realität werden lassen. Er befindet sich dann schon kurz vor dem Rentenalter und wird wahrscheinlich von einem ruhigen „Lebensabend“ geträumt haben.

Auch wenn das Thema Tod in unserer Gesellschaft gerne unausgesprochen bleibt, muss sich ein Paar mit großem Altersunterschied damit befassen. Bei zwanzig Jahren Altersdifferenz wird irgendwann der eine Part 50 Jahre und der andere 70 Jahre alt sein. Aufgrund der Lebenserwartung ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die jüngere Partnerin / der jüngere Partner früh Witwe(-r) wird.

Familienplanung als Hindernis

Pärchen plant FamilieZu den Lebenszielen gehört ebenfalls die Familienplanung und hier wird es kritisch, wenn der Altersunterschied zu groß ist. Ganz schwierig wird es, wenn die Frau älter als der Mann ist und er gerne eine Familie gründen möchte. Schon alleine vom biologischen Standpunkt aus gesehen tickt die Uhr der Frau und je älter sie ist, umso höher ist das Gesundheitsrisiko einer Schwangerschaft. Ebenso problematisch wird es, wenn die fast 40-jährige Frau ihren Kinderwunsch erfüllen möchte und ihr viel jüngerer Partner dazu noch gar nicht bereit ist.

Umgekehrt könnte man aufgrund der prominenten Beispiele annehmen, dass eine späte Vaterschaft Glück beschere. Für manche Männer ist es tatsächlich von Vorteil erst dann mit der Familienplanung anzufangen, wenn die berufliche Karriere auf festen Füßen steht und mehr Zeit und Muße für den Nachwuchs zur Verfügung stehen. Männer, die bereits Väter sind und nun mit einer jüngeren Frau eine Beziehung eingingen, distanzieren sich meistens, wenn die junge Partnerin das Thema Familienplanung anspricht. Bei vielen Paaren mit großem Altersunterschied ist dies der Wendepunkt der Partnerschaft, welcher das Ende der Beziehung absehen lässt.

Das Thema Familienplanung sollte so früh wie möglich angesprochen werden, damit sich beide darüber klar werden können, ob solche wichtigen Lebensziele gemeinsam angestrebt werden.

Vaterkomplex oder Mutterersatz?

Unbewusst wählen Frauen häufig einen Partner aus, der dem Vater ähnlich ist oder der den in Kinderzeit nicht verfügbaren Vater ersetzen soll. War die Vater-Tochter-Beziehung schwierig, werden diese Probleme oftmals auf den Sugardaddy projiziert. Im Laufe der Partnerschaft wird also aus dem Wunsch-Papa, der eine gewisse Reife mit sich bringt und die Beschützerrolle übernommen hat, der Vater, der seiner Tochter nie genug Anerkennung oder Aufmerksamkeit geschenkt hat. Was in der Kindheit der jungen Frau zwischen ihr und ihrem Vater verpasst wurde, soll nun vom älteren Partner bereinigt werden. Dieser Rolle kann auf Dauer niemand gerecht werden, zumal die eigene Persönlichkeit des älteren Partners nicht zur Geltung kommen darf.

Während sich Frauen mit einem Vaterkomplex wesentlich ältere Partner aussuchen, wählen Männer mit einem Mutterkomplex häufig jüngere Frauen. Der Grund für dieses Paradox: Eine junge Frau lässt sich leichter in die konservative Rolle einer Ehefrau führen, als eine ältere Frau, die einen Partner auf Augenhöhe sucht und eine moderne, gleichberechtigte Partnerschaft anstrebt. Ein Mann mit Mutterkomplex möchte keine partnerschaftliche Beziehung eingehen. Er möchte eine Partnerin, die das traditionelle Rollenbild einer Ehefrau übernimmt: Den Mann bekochen, umsorgen und ihm ein möglichst bequemes Zuhause bieten. Da dieses Frauenbild in anderen Ländern eher vorzufinden ist, gehen einige Männer auf (unbewusste) Mutterersatzsuche in die Ferne, um sich dort eine viel jüngere Frau zu suchen.

Oft wird vom Umfeld ein Mutter- oder Vaterkomplex angenommen, wenn sich ein Paar mit hoher Altersdifferenz bildet. Studien zufolge sind Konstellationen mit diesem Hintergrund aber eher die Ausnahme.

Gesellschaftliche Normen und Rollenbilder

Rollenbilder und unausgesprochene Normen sind die Faktoren, die bei Paaren mit großem Altersunterschied zu Stress und innerem Druck führen und zwar von Anfang an. Beziehungen mit hoher Altersdifferenz sind gesellschaftlich immer noch ein Tabu – auch wenn die Promi-Welt anderes vorlebt. Das Paar hat von Beginn ihrer Partnerschaft an mit Gerede, Vorurteilen und Vorwürfen zu kämpfen, da es die anerkannten Rollenbilder nicht erfüllt.

Doch auch bei diesem Thema werden Unterschiede gemacht, denn ein Mann mit jüngerer Frau wird eher akzeptiert, als eine Frau mit jüngerem Partner. Trotzdem müssen sich beide Konstellationen mit dem Unverständnis und dem Tratsch des Umfeldes auseinandersetzen. Besonders schwierig ist dies, weil meistens auch Freunde und Familie wenig Akzeptanz für eine Partnerschaft mit hohem Altersabstand aufbringen können. Gehören Kinder zur Beziehung, müssen sie nicht selten in Kindergarten oder Schule Spott ertragen, wenn der wesentlich ältere oder viel jüngere Partner der Mutter auf Sprechtagen oder Festen erscheint.

Diesem gesellschaftlichen Druck können nur wenige Paare standhalten. Es gehört viel innere Stärke und Selbstbewusstsein dazu, um die von außen kommenden Probleme nicht  in das Beziehungsleben hineinzulassen. Die Beeinflussung durch das Umfeld wird mitunter so sehr verinnerlicht, dass ein weiterer Stressfaktor entsteht: Die Verlustangst des älteren Partners.

Stress bei großem Altersunterschied durch Verlustangst

Stress entsteht beim wesentlich älteren Partner auch aufgrund von Verlustangst. Besonders ältere Frauen hadern mit ihrem Aussehen und fürchten, dass sie für ihren jüngeren Partner immer weniger attraktiv sein könnten. Dieser Druck wird durch eine Gesellschaft gefördert, die ein jugendliches Erscheinungsbild und anhaltende Vitalität und Sportlichkeit als hohe Werte ansieht.

Menschen mit Verlustangst neigen zur Kontrollsucht und Eifersucht. Werden sich diese Denk- und Verhaltensweisen nicht bewusst gemacht, sorgt man ungewollt für eine selbsterfüllende Prophezeiung und verliert den Partner.

Kann eine  Partnerschaft mit großer Altersdifferenz überhaupt funktionieren?

Bei all den genannten Faktoren, die häufig zur Trennung eines Paares mit großem Altersunterschied führen, gilt immer noch die Ausnahme der Regel. Es gibt viele Paare, die trotz hohen Altersabstands eine glückliche und dauerhafte Beziehung führen. Warum diese Partnerschaften funktionieren, hängt nicht vom Altersunterschied ab, sondern von Kriterien, die für jede Beziehung gelten:

  • Die zwei Menschen verbindet wahre Liebe und gegenseitigen Respekt
  • Die Beziehung bleibt durch gemeinsame Interessen, Hobbys etc. lebendig und spannend
  • Die wesentlichen Lebensziele stimmen überein
  • Die beiden Menschen sind in der Lage, den Vorurteilen und Spott der Umwelt mit Gelassenheit und Selbstbewusstsein entgegen zu treten

 

 

 

Lass uns Freunde bleiben: Geht das? Und wie sinnvoll ist das?

Freundschaft mit dem ExfreundJa oder nein? Die Liebe hat sich verabschiedet. Heißt das automatisch, dass die ehemaligen Partner auf allen Ebenen getrennte Wege gehen müssen?

Kann tatsächlich jeder das Kunststück schaffen, eine Beziehung zu beenden, ohne alles kaputt zu machen? Und als Freunde ein wenig auseinander zu driften, den anderen aber nicht völlig aus dem Leben zu streichen?

Freundschaft nach der Trennung: Alles oder Nichts

Kaum ein Liebes-Aus geht völlig ohne Enttäuschung über die Bühne. Fast immer leidet einer mehr als der andere. Ob Scheidung, Entlobung oder simple Trennung: „Aber wir können ja Freunde bleiben“ erscheint nicht selten wie ein Hohn. In der Situation selbst jedenfalls. Manchmal geht es recht schnell, dass man einander doch wieder offen und auf einer ganz neuen Ebene entgegen treten kann. Freundschaft nach der Trennung kann durchaus funktionieren. Häufig macht sich jedoch einer der beiden zumindest etwas vor. Wenn es schlicht darum geht, nicht loslassen zu können – dann ist der Schmerz vorprogrammiert.

Vertrauen

Partnersuche ist eine diffizile Angelegenheit. Im besten aller Fälle ist man mit seinem Herzblatt auch während der Partnerschaft befreundet. Diesen Aspekt nach dem Beziehungsende zu pflegen, hängt nicht zuletzt vom Trennungsgrund ab. Hat das Vertrauen nachhaltig gelitten, wird es schwer… Hat man einfach den Funken verloren, mag einander aber von ganzem Herzen, kann es durchaus funktionieren.

Grundsätzlich gilt die Faustregel: Je inniger, ehrlicher und nicht zuletzt vertrauensvoller die Liebesbeziehung war, desto wahrscheinlicher wird es nachher etwas mit der Friendship-Phase. Viele zusätzliche Faktoren, manche davon beeinflussbar, andere weniger – tragen ihr Schäuflein dazu bei. Eifersüchtige neue Partner  können die guten Absichten untergraben, ein zu enger Kontakt kann zur Falle mit großer Rückfall-Gefahr mutieren. Ganz oft gilt: Eine konkrete Phase absoluter Funkstille ist unabdingbar.

Abschließen

Die Gretchenfrage lautet: Kann man mit der verflossenen Liebe abschließen, wenn man sie ständig vor Augen hat? Tja. Aus den Augen, aus dem Sinn? Möglich. Oder man verzehrt sich genau nach dem, das gerade tabu und nicht verfügbar ist.

Jeder Mensch ist anders. Jede Beziehung auch. Macht man es sich umso schwerer, wenn man es mit Freundschaft probiert? Oder zu leicht? Weil es nichts Ganzes und nichts Halbes ist und das Loslassen prolongiert wird.

Mitunter geht es um Entwicklungen in unterschiedliche Richtungen, die nicht beide im gleichen Ausmaß zur gleichen Zeit vollziehen. Auf freundschaftlicher Basis besteht durchaus die realistische Möglichkeit, dass alle Beteiligten bekommen, was sie brauchen. Einen Teil der Bedürfnisse stillt man eben nicht mehr in der Liebesbeziehung.

Plan B?

Lässt man sich auf die Freundschafts-Kiste ein, um den anderen zurückzugewinnen, hat man schon verloren. So gut wie immer. Und das unter Schmerzen. Denn wenn sich der/die Ex vor den eigenen Augen neu orientiert und das Glück findet, kommt das einem Stich ins Herz nach dem anderen gleich. Selbst wenn man schon lange nur noch nebeneinander her gelebt hat, dieser Liebeskummer macht eine Bindung der anderen Art so gut wie unmöglich.

Auch wenn es erst einmal so schön bequem und vertraut scheint – fast jeder muss erst einmal gehörig Tränen vergießen, wenn ein Lebensabschnitt zu Ende geht. Selbst wenn

man nicht mehr miteinander schlafen möchte und von der großen Leidenschaft schon längst nichts mehr übrig ist – in der Zeit als Single heißt es erst einmal, die Partnerschaft gründlich zu verarbeiten.

Eine Beziehung hat viele Ebenen – ob man soweit loslassen kann, dass Eifersucht und Sexualität einfach keinerlei Rolle spielen, muss jeder für sich selbst herausfinden.

Ja, es gibt sie: Beste Freunde, die ganz selbstverständlich Beziehungstipps austauschen, einander respektieren und im Leben des anderen eine große Rolle spielen. Und die einander einst geliebt haben. Meist liegt dieser Teil ihrer Vergangenheit allerdings eine ganze Weile zurück. Zeit ist ein wichtiger Faktor. Wer es schafft, über eine gewisse Phase den Kontakt locker aufrechtzuerhalten, nachdem man getrennt ist, kann in eine ganz neue Ebene finden. Wenn es beide von ganzem Herzen so wollen.

Prinzip Hoffnung: Vorsicht!

Freunde bleiben aus Hoffnung den Partner wiederzugewinnenTrennungsschmerz kann man niemals dadurch vermeiden, dass man sich auf einen faulen Kompromiss einlässt. Patentrezept gibt es grundsätzlich keines, vor allem, weil jede Beziehung einfach anders ist.

Der Bruch zwischen zwei Menschen nach dem Aus einer Liebe ist immer ein einschneidendes Erlebnis. Nach einer einvernehmlichen Trennung tut man sich vermutlich leichter – Garantien gibt es aber nie. Warum will man das überhaupt? Oft geschieht es einfach. Ohne Plan, Ziel und Hintergedanken. Zwar hat man keinen Partner mehr, aber einen neuen Freund dazu gewonnen.

Immerhin hat man im besten Fall lange Zeit jemanden seine Seele geöffnet. Warum sich dann nicht ab und zu melden – und schnell ist man dann auch wieder verabredet. Aber: Die Rahmenbedingungen müssen fast immer explizit abgesprochen werden. Denn man war doch einst das Wichtigste im Leben des anderen! Freundschaft als Synonym für „Bleib in meinem Leben“ kann eine gute Idee sein. Sieht man es als „Bleib in der Nähe, falls gerade sonst niemand da ist“, dann zeugt das von Egoismus und Kurzsichtigkeit.

Wenn Freundschaft, ab wann?

Kommt Zeit, kommt Rat? Hm. Alles ist möglich. Trennung als Aufbruch. In neue Zeiten. Die eventuell einen locker-lässigen Umgang beinhalten kann. Fast jeder zweite hat den einen oder anderen ehemaligen Partner, den er heute durchaus als Freund bezeichnen würde. Von „Lieben“ zu „Sehr gern haben“? Ja, meinen viele. Funkstille kommt oft einfach nicht in Frage.

Vor allem nach längeren Partnerschaften liegen aber meistens Monate bis Jahre zwischen den verschiedenen Phasen. Und das ist auch gut so. Die Scherben müssen einfach unbedingt gründlich zusammengekehrt werden. Überspringt man den Liebeskummer, holt einen das ganz schnell ein. Vor allem, wenn noch Fragen offen sind und das Vertrauen gelitten hat. Oder schlicht noch Gefühle im Spiel sind.

Lonely, I´m Mr. Lonely

Vorsicht, Falle: Wenn es vorbei ist, ist’s vorbei. Selbst wenn die Trennung und die letzte gemeinsame Zeit nicht gerade ein Hit war, eines kennt fast jeder: Der andere fehlt. In den seltsamsten Situationen erfasst einen eine Welle der Sehnsucht. Schnell folgt der Zweifel: War es doch ein Fehler, aufzugeben? Sollte man der Liebe doch noch eine Chance geben? Es gab doch auch Schönes! Na selbstverständlich gab es das. Sonst wäre man ja gar nicht erst zusammen gekommen. Und dass man jemanden vermisst, der einen wichtigen Part in Leben und Alltag innehatte, erstaunt wenig. Das gehört dazu.

Auch zum Abnabelungsprozess. Da muss man durch! „Freundschaft“ als nichts Ganzes und nichts Halbes ist keine Alternative, wenn das Vertrauen weg ist und man ohne den Anderen besser dran ist. Oder zumindest die Chance hat, solo eines Tages das Glück zu finden. Dazu gehört Freiheit, Offenheit und die Kapazitäten, sich auf etwas Neues einzulassen. Das macht Angst. Ungewissheit verunsichert fast jeden. Aber: Rückschritte verlängern das Elend nur und beenden es nicht.

Wenn mehr verbindet, als trennt

Klingt banal, dürfte aber schlicht des Pudels Kern sein: Nach dem Aus als Paar zeigt sich, ob einander mehr verbindet als trennt. In fast jeder Hinsicht. Sind beide wirklich bereit für einen Neustart und dabei glücklich, dann kann eine echte Freundschaft gelingen.

Ohne Vertrauen, Respekt und Ehrlichkeit schaut es schlecht aus. Hat die beiden vor allem leidenschaftlich-heißer Sex zusammen gehalten, dann dürfte sich die Freundschaft-Sache schnell erledigen. Vielleicht findet man viele neue Gemeinsamkeiten, vielleicht kommt man aber auch drauf, dass einer oder beide sich immer nur oberflächlich für die Interessen des anderen begeistern konnten. Die Fassaden bröckeln – aber, möglicherweise, finden die Ex-Lover darunter neue, wertvolle Schätze.

Loslassen

Wer einfach nur nicht allein sein kann, der steht vor einer Falle: Man verwehrt sich vielleicht die Chance auf großartige neue Begegnungen, wenn man sich immer wieder mit dem/der Ex trifft. Und sich auf ihn/sie fokussiert. Da hat etwas Neues oft einfach keinen Platz. Aber das Alte wird eben auch nichts mehr… Jedenfalls nicht so, wie es war. Es muss wirklich endgültig vorbei und verarbeitet sein.

Druck und schlechtes Gewissen

Freunde bleiben nach dem BeziehungsausSchluss machen ist nie schön. Aber der verlassene Partner hat nicht auf Dauer das Recht, den anderen zu erpressen und alles Negative in seinem Leben zuzuschreiben. Hat man sich nur auf die Freundschafts-Ebene eingelassen, weil der andere sonst angeblich nicht zurechtkommt und geht auf jedwede Forderung ohne Murren ein, verlängert man das Elende vermutlich nur.

Ob man dem anderen Gesellschaft leisten soll oder sonstigen Forderungen aus schlechtem Gewissen ohne mit der Wimper zu zucken nachkommt – so funktioniert ein Abschließen nicht. Damit tut man niemandem einen Gefallen! Oft heißt die Botschaft zwischen den Zeilen „Schau doch, wie schlecht es mir geht! Du bist schuld! Du hast mir das Herz gebrochen! Du schuldest mir etwas!“ Liebe und Freundschaft aus Pflichtgefühl heraus funktionieren nun einmal nicht. Nie.

Beruht das Arrangement auf absoluter Freiwilligkeit von beiden Seiten, kann man den besten aller Gesprächspartner gefunden haben. Kaum jemand kennt einen so gut. Objekte Lebenshilfe von jemandem, der einen unheimlich gerne hat. Und, ja: Der auch weiß, wie man sich in einer Beziehung verhält. Eine gehörige Kopfwäsche zur rechten Zeit kann Wunder wirken. Oder echtes, aufrichtiges Lob.

Lass uns Freunde bleiben: Und jetzt?

Manche Dinge kann man einfach nur ausprobieren. Wenn beide Ex-Partner unbedingt befreundet bleiben möchten, kann es durchaus einen – echten, ernsten – Versuch wert sein. Vielleicht hat man denjenigen so ein Leben lang an seiner Seite. Auf eine Art, die eventuell nicht jeder versteht. Möglicherweise macht man es sich selbst und anderen unnötig schwer.

Niemand kann wirklich vorher sagen, ob nicht doch rasende Eifersucht einsetzt, wenn neue potenzielle Partner am Horizont erscheinen. Oder diese der Freundschaft derart ablehnend gegenüber stehen, dass die neue Liebe gefährdet ist. Solange es sich nicht um einen faulen Kompromiss unter falschen Vorzeichen und voller Unwahrheiten und Ängsten handelt, kann es eine Bereicherung sein. Ein halbes Jahr Pause schadet selten. Manchmal interessiert man sich dann ohnehin nicht mehr für einander – oder man hat den Abstand, unvoreingenommen auf einander zuzugehen. Distanz und Zeit können Wunder wirken. Müssen sie aber nicht.

Richtig Schluss machen: So beenden Sie Ihre Beziehung

die Beziehung beendenDas Tragische am Ende einer Beziehung ist oft, dass der eine früher einen Schlussstrich zieht als der andere. Innerlich zumindest. Fast immer begleitet einen der beiden Partner das nagende Gefühl des Zweifels und der Unzufriedenheit über einen längeren Zeitraum.

Kommt er für sich selbst zur Feststellung, dass diese Beziehung eben keine Zukunft hat und Liebeskummer und ein Dasein als Single immer noch besser ist als die aktuelle Partnerschaft, ist der Schlussstrich nun mal die einige Lösung. Schön ist eine Trennung nie. Aber sie kann mehr oder weniger respektvoll ablaufen. Im Anschluss gleich ein Date mit jemand Neuem zu verabreden etwa ist unglaublich schlechter Stil. Und fair kann man das auch nicht nennen…

Und jetzt? Wie schafft man es, seinem Partner den Trennungswunsch schonend mitzuteilen?

Eines vorweg: Schluss machen ist nun einmal eine unangenehme Angelegenheit. Für alle Beteiligten. Niemand tut das gern. Jedenfalls, wenn er keine klinisch relevante psychische Störung aufweist. Aber: Natürlich kann man eine Beziehung mehr oder weniger taktvoll beenden. Im Zweifelsfall sollte man natürlich so viel Fingerspitzengefühl wie möglich aufbringen. Immerhin geht es ja um jemanden, der einem einmal viel bedeutet hat.

Schonend kann man grundsätzlich nur dann Schluss machen, wenn es keine echte Überraschung ist. Sonst gilt: Es wir jemand verletzt werden, und es wird jemand leichter und der andere schwerer damit zurechtkommen. Meist.

Ende mit Schrecken – oder Schrecken ohne Ende

gebrochenes HerzOb man im Vorfeld nun Nächte lang Gespräche über die verschwundene Liebe geführt hat oder vor allem für sich selbst zum Schluss gekommen ist, dass man ums Schlussmachen nicht herum kommt: Es gibt No-Gos, die man grundsätzlich tunlichst meiden sollte. Vor allem, wenn man sich entschieden hat, ohne den Partner durchs weitere Leben zu wandeln.

Meist hat sich schon ein untrüglicher Bote des Untergangs gezeigt: Die Sexualität tritt immer mehr in den Hintergrund, die beste Freundin ist immer wichtiger als das Herzblatt. Vielleicht ist man ja nicht mehr verliebt, aber noch befreundet? Je nach Trennungsgrund kann man eventuell die Freundschaft retten. Auch wenn es höchste Zeit war, die Partnerschaft zu beenden.

Echt, jetzt?

Woher weiß ich, wie ich es am besten angehe? Naja – Wie würden Sie denn bestimmt nicht gerne sitzen gelassen? Da sind die meisten Menschen ähnlich. Selbst die Konfliktscheusten erwarten, dass man ihnen dabei in die Augen schaut und sich Zeit und Energie für ein klärendes Gespräch nimmt. Das ist man dem Ex-Herzblatt schuldig. Punkt. Alles, was –zurecht! – ungläubige Reaktionen wie „Echt, jetzt?“ „Das ist nicht dein Ernst!!“ „Ist das ein schlechter Scherz?“ auslöst, ist Tabu. Wenn man einen Hauch von Anstand und Rückgrat hat jedenfalls.

Heutzutage ganz oben auf der No-Go Liste stehen vor Allem folgende Möglichkeiten: Break-up per Kurzmitteilung, am Telefon oder, fast immer komplett letztklassig: einfach abtauchen.

Klassiker: “Ich geh´schnell Zigaretten holen”

Eine Minimalanforderung an das Ende einer Beziehung darf ruhig sein: Sich stets höflich zu benehmen. Oder Selbiges zumindest stets zu versuchen. Immerhin war man doch einst so verliebt! Das ist man der gemeinsamen Zeit schuldig, oder? Partnerschaften beginnen meist mit heißen Küssen und enden aus vielerlei Gründen. Ohne Schmerz geht es fast nie. Aber man kann es mehr oder weniger grausam angehen.

Als Gentleman aus der Nummer rauskommen? Das sollte nicht unbedingt Priorität haben. Eindeutig und doch so schonend wie möglich sollte der Schlussstrich sein. Kurz gesagt: So, dass man sich selbst noch in den Spiegel schauen kann, es aber keine Unklarheiten über Gründe und Zukunft gibt.

Nicht viel besser, aber vielleicht manchmal schonender: Gar nicht Schluss machen und die Sache einfach im Sand verlaufen lassen.

Gerade, wenn man sich nicht sicher ist, ob wirklich endgültig Hopfen und Malz verloren ist, ziehen sich viele Lover langsam aber sicher und auf Raten zurück. Die Abstände der Kontaktaufnahme werden immer länger, die Intensität erlischt schlicht ganz unmerklich. Ergibt in erster Linie dann wirklich Sinn, wenn es die zwei Involvierten ähnlich sehen. Will einer mehr als der andere, kann man sich kaum erhobenen Hauptes auf diese oder eine ähnliche Art und Weise aus der Affäre ziehen.

Richtig Schluss machen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Wann soll man die Beziehung beendenTja. Am besten, man hört da ganz tief in sich selbst hinein. In den anderen sollte man sich doch einigermaßen hineinversetzen können – immerhin war er doch einst die wichtigste Person im Leben! Die meisten würden wohl eines erwarten: Wenn der Entschluss steht, möglichst schnell auch umsetzen. Oder?

Auch wenn es Tausend Ausreden à la „Ich wollte ihr nicht den Urlaub verderben“ geben mag: Im Nachhinein wird diese Auszeit einfach nur halb so schön sein, weil man in jedes Detail etwas hineininterpretieren wird. Oder vermeintlich verpasste Chancen zählt, die man ja vielleicht hätte ergreifen wollen, wenn man schon Solo gewesen wäre. Das Leben ist kurz. Was vorbei ist, ist vorbei. Der letzte Akt sollte auf jeden Fall Priorität haben, egal, was sonst noch in Ihrer beider Leben so los ist.

Sollte also Zeit und Raum zu überwinden sein, dann ab in den Flieger oder ein paar Stunden frei schaufeln! Was getan werden muss, muss getan werden. Keine Ausreden. Kein Verschieben auf Morgen. Da wird es auch nicht besser. Aber man hat einen weiteren Tag in einer Situation verbracht, die keinen weiterbringt.

Lassen Sie´s bleiben, wenn zu  viel Alkohol im Spiel ist! Das hat einfach kaum Sinn. Nüchtern betrachtet muss man bei Tageslicht wohl ganz von vorne anfangen. Und das mit Kater. Schlechter Plan!

Aber: Knapp vor der Führerscheinprüfung oder einem anderen wichtigen Ereignis, das vollste Konzentration erfordert, muss es wirklich nicht sein. Das ist keine Ausrede zum Aufschieben – und wenn, dann nur kurz – aber die volle Konzentration und Aufmerksamkeit sollte man sich so gut wie möglich sichern.

Wo macht man am besten Schluss?

BeziehungsausLust & Liebe sind also Geschichte, aber die Welt ist klein. Und wie heißt es so schön: Man sieht sich immer zweimal im Leben. Es ist also im eigenen Interesse, sich am Ende nicht wie der letzte Abschaum zu verhalten. Bedeutet: Der richtige Ort ist ebenso wichtig wie der richtige Zeitpunkt.

Wenn möglich nicht in der Öffentlichkeit. Bzw. wenn, dann sollte ein Rückzugsort unmittelbarer in der Nähe sein. Und liebe Vertraute. Derjenige, der sie verursacht hat, trocknet die Tränen am schlechtesten…

Sollte der verschmähte Ex-Partner allerdings zu gewaltsamen Wutausbrüchen mit unabsehbarem Ausgang neigen, dann sei es gestattet, eine gewisse räumliche Distanz zu schaffen… Besteht aber keinerlei Gefahr, dann ist es schlicht feig und unfair. Bleiben Sie, um die wichtigsten Fragen zu beantworten. Stellen Sie sich den Tränen. Kommt es zu dem Punkt, dass im Moment alles gesagt ist oder alle Beteiligten überfordert sind, heißt es: Den Rest vertagen. Aussprechen muss aber fast immer sein, wenn ein endgültiger Schlussstrich das Ziel ist.

Wer zumindest ernsthaft versucht, so fair wie nur möglich zu bleiben, der wird diesem Menschen, den er ja einst geliebt hat, vermutlich die zukünftige Partnersuche erleichtern. Denn: Ob Mädchen oder Dame, cool oder sensibel, Held oder Softie: Eine unglücklich beendete Liebe prägt. Immer. Missverständnisse, Lügen oder auch Komplikationen und Fehler machen die nächsten Schritte nach vorne schwierig.

Ein vertrauter Ort ohne Unterbrechungen, aber auch mit einer begrenzten Art von „Fluchtmöglichkeiten“ ist ideal. Nicht jeder will gleich stundenlang bis ins kleinste Detail dem Scheitern der Liebe auf den Grund gehen. Die Fakten zu ignorieren oder vor der Aussprache wegzulaufen macht allerdings auch wenig Sinn. Es kann eine kluge Option sein, die eigenen vier Wände der beiden zu wählen und eine enge Vertrauensperson der / des Sitzengelassenen einzuweihen und am Ende dazu zu bitten.

Profis ran lassen? Marktlücke: Angsthasen haben zum Schlussmachen die Trennungsagentur

Es gibt nichts, das es nicht gibt. Gilt auch hier! Kaum zu glauben, aber wahr: Findige Geschäftemacher haben dieses Thema für sich entdeckt und – machen für andere Schluss! Besser, als Unklarheiten für immer und ewig, ja. Aber: Tja: Wer´s nicht selbst beenden kann, sollte es wohl gar nicht erst beginnen.

Schau mir in die Augen, Kleines

Möglichst schnell nach dem Treffen der endgültigen Entscheidung, von Angesicht zu Angesicht, nüchtern und unter vier Augen: So schwer ist es dann doch nicht. Ohne eine ordentliche Portion Mut und Willensstärke geht es allerdings nicht. Ob man nun mit der Tür ins Haus fällt, stundenlange Einleitungsstrategien entwickelt und umsetzt oder es einfach spontan herausplatzt: Gerade  Männer wissen oft nicht, wie mit den zu erwartenden  Tränen umzugehen ist.

Zum Heulen…

Achtung! Wenn keiner der Beteiligten ein Stein ist, dann ist mit Emotionen zu rechnen. Es wird wehtun. Man wird es vorübergehend nicht wahr haben wollen. Jemand wird weinen. Das ist so gut wie unvermeidlich. Sonst waren nämlich nie wirklich große Gefühle im Spiel. Dieser Schlussakt verdient Respekt, Aufmerksamkeit, Emotionen und ein wenig Arbeit. Vor allem bei demjenigen, der sich vorbereiten kann und die Entscheidung trifft.

Also: Bitte keine Floskeln und nicht überrascht tun, wenn erst einmal alle Dämme brechen. Natürlich tut es weh! Die eigene Verantwortung für das unvermeidliche Aus ansprechen und eingestehen kann durchaus gehörig den Wind aus den Segeln nehmen, was gegenseitige Vorwürfe betrifft. Warum? Kann eventuell einfach nicht beantwortet werden. Manchmal geht die Liebe einfach so schnell, wie sie gekommen ist.

Wer es schafft, keine verbrannte Erde zu hinterlassen, sondern konstruktiv gemeinsam auf die gemeinsame Zeit zurück zu blicken, der wird vermutlich schneller drüber hinweg kommen. Und der / dem Ex den großen Gefallen tun, nicht erst ewig lang an seelischen Narben laborieren zu müssen, bevor man sich auf jemand Neuen einlassen kann. Alles ist möglich. Wenn man mit sich selbst einigermaßen im Reinen ist. Und dem anderen dabei hilft, dahin zu kommen.

Vielleicht steht ja am Ende der Beginn einer wunderbaren Freundschaft…

Offene Beziehung: Fauler Kompromiss oder Liebe 2.0?

offene beziehungEs war einmal eine wunderschöne Prinzessin, die traf den stattlichen Prinz ihrer Träume und sie schwebten glücklich bis an Ende ihrer Tage auf Wolke Sieben. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Soweit so märchenhaft. Heute dauert die Ewigkeit ewig – kann da ein Partner tatsächlich genügen? In jeder Hinsicht? Oder vergnügen sich die Königskinder vielleicht anderweitig?

Liebe ohne körperliche Treue – Viele tun es, wenige reden darüber.

Das Konzept der lebenslangen romantischen Liebe zu einer einzigen Person überstrahlt als Ideal viele andere Vorstellungen. Aber: Wie realistisch ist es? Wie viel Selbstdisziplin erfordert es, stets der Versuchung zu widerstehen? Kann man diese Energie vielleicht konstruktiver einsetzen?

Augen zu und durch?

Eine Möglichkeit: Sex mit anderen in Kombination mit Offenheit und Ehrlichkeit dem Partner gegenüber. Nicht selten ist ja der Vertrauensbruch weit schmerzhafter als die schnelle Auswärts-Nummer an sich. Also: Anything goes? Wer kommt denn mit einer derartigen Option auf Dauer klar? Andererseits: Ist das Modell offene Beziehung / Polyamorie nicht vielleicht sogar viel realistischer und erfolgversprechender in Zeiten wie diesen? Oder bleibt immer irgendjemand auf der Strecke?

Jedem Tierchen sein Pläsierchen

Vielseitig interessierte Menschen kennen das Konzept eventuell aus dem Freundeskreis: Man erwartet einfach nicht, dass der beste Freund / die beste Freundin alle schrägen Hobbies und Freizeitaktivitäten teilt, sondern hat unzählige Gleichgesinnte für ganz spezielle Vorlieben. Keine faulen Kompromisse, keine Zwangsbeglückungen – Der eine kann nicht genug von Ballettaufführungen bekommen, mit der anderen tanzt man regelmäßig auf dem Tisch. Auch wenn die Arrangements im Detail ebenso unterschiedlich sind wie die Bezeichnungen – derzeit im Trend scheint etwa das Modell „Polyamorie“ – eines scheint sich herauszukristallisieren: Jede Beziehung ist anders. Und wenn alle Beteiligten zufrieden sind, dann gibt es wenig gegen die jeweilige Lebensform einzuwenden.

Kann eine offene Beziehung funktionieren?

Tja: Eine einfache Ja/Nein-Antwort wäre schön, nicht wahr? Aber selbst Experten sind sich über diese Frage nicht einig. Festzustellen ist: Vielfach schlittert man am Ende einer langen Partnerschaft, die an der großen „Bürde“ körperliche Treue zu zerbrechen droht, in ein alternatives Modell. Was für die einen der Anfang vom Ende ist kann jedenfalls nur dann eine Chance haben, wenn keiner der Beteiligten sich nur aus Angst auf einen für ihn faulen Kompromiss einlässt.

Wie führt man eine derartige Partnerschaft?

Die Details sind so zahlreich wie die Fehler, die man dabei begehen kann. Aussagekräftige repräsentative Langzeitstudien fehlen bis dato. Beispiele für und gegen diese Lebensform können so gut wie nie auf die Gesamtbevölkerung umgesetzt werden. Freigeister wie Künstler und Querdenker haben sich immer schon an derartige Experimente heran gewagt. Skeptiker meinen, dass dabei immer schon einzelne Beteiligte auf der Strecke geblieben sind. Da man aber in niemanden hinein schauen kann, bleibt es unterm Strich bis dato ein Rätsel.

Nichts als die Wahrheit?

DreiecksbeziehungSich immer wieder in neue Menschen zu „verschauen“ oder gar zu verlieben kann man / frau kaum verhindern. Befürworter der offenen Variante wollen nicht, dass diese wunderbaren Gefühle als etwas Schlechtes oder Bedrohliches angesehen werden. Diese Befindlichkeiten sind also anzuerkennen. Körperlich muss aber – im Gegensatz zum Vorurteil – nicht unter allen Umständen etwas laufen. So oder so: Eine ganz wichtige persönliche Entscheidung ist die Frage „Was genau will ich wissen?“.

Im Vorfeld müssen einige Regeln festgelegt werden. Auch wenn natürlich ein Ausbrechen aus dem strengen herkömmlichen Regelwerk eine wichtige Triebfeder darstellt, kann eine zu leichtfertige Herangehensweise tiefe Gräben aufreißen.

Ja, man selbst und das Herzblatt soll sich konstant weiterentwickeln können. Spirituelles und psychisches Wachstum jederzeit ein brandneues, aufregendes „Ich bin in dich verliebt“ zulassen. Dieses Gefühl der ganz frischen Schmetterlinge im Bauch wird parallel und nicht in Konkurrenz zum tiefen „Ich liebe dich“ angesehen.

Grundsätzlich muss ein „Ich habe da wen kennengelernt“ aber noch lange nicht heißen „Ich will etwas mit jemandem anderen anfangen“. Oft genügt die Möglichkeit völlig – und das Gefühl, sich gegenseitig nicht einzuschränken, sondern dem Anderen neue Erfahrungen von Herzen zu gönnen. Allerdings: Wenn es doch in der Horizontalen endet: Will ich wirklich die Details wissen, wie es war? Vergleicht man sich nicht automatisch? Schnürt es Liebenden nicht zwangsläufig Herz und Kehle zu, wenn das Objekt der Begierde von jemandem anderen schwärmt?

Jene, die es ausprobiert haben, scheinen unterschiedliche Schlussfolgerungen zu ziehen. Ja: Da man dem anderen ohnehin anmerkt, dass da etwas “im Busch“ ist, schwört so mancher auf völlige Transparenz. Klingt vernünftig. Praktische Selbstversuche zeigen allerdings: Der Teufel schläft nicht. Und viele Konstellationen sind wohl eher zum Scheitern verurteilt. Heißt: Steht man wirklich komplett drüber, wenn man dem Betthupferl von gestern heute bei der Geburtstagsparty des Enkerls über den Weg läuft? Man entdeckt, dass man gemeinsame Freunde und Bekannte hat, die vermutlich nicht alle nachvollziehen können, was sich da genau abspielt? Was, wenn Nachwuchs im Spiel ist und Fragen stellt? Und vor allem: Unschuldig bei jeder Gelegenheit drauflos plappert diesbezüglich?

Häufig wird man aus Erfahrung klug und macht daher verbindlich aus: Niemand aus dem Freundes- und Bekanntenkreis. Um sicherzugehen: Vorher abklären!

Secrets and Lies

Wer jetzt sofort denkt: „Na das klingt ja nicht sehr spontan!“, der hat vermutlich recht. Da Vertrauen und ein gewisser verantwortungsvoller Umgang mit eventuellen Folgen und „Kollateralschäden“ ein essentieller Aspekt ist, muss – zumindest im engeren Umfeld – aber eben das eine oder andere Detail bedacht werden. „Nicht in der eigenen Stadt“ kann eine Regel sein, die daraus resultiert. So mancher geht einen Schritt weiter und „erlaubt“ Abenteuer ohne „Beichte“ davor oder danach außerhalb der Homebase. What happens in Vegas, stays in Vegas …

The more the merrier?

Eine heikle Balance also und eine Ab-und Herantasten zwischen persönlichem Freiraum und gemeinsamer Wohlfühlzone. Ein Tanz zwischen Theorie und Praxis, denn Eifersucht lässt sich einfach nicht auf Knopfdruck abstellen. Selbst wenn man sie als Egoismus ansieht. Aber vielleicht ist es ja doch einen Versuch wert? Besser gesagt: Lohnt es sich nicht tatsächlich, das Besitzdenken über Bord zu werfen und gelegentlichen Ausflügen mit derselben stoischen Gelassenheit begegnen, wie wenn der Partner mit Freunden Fußball spielen geht? Können wir der besseren Hälfte nicht einfach einen spaßigen Abend bei einer ausgelassenen Sexparty gönnen?

Contenance bewahren und „Drüber stehen“ um jeden Preis? Verleugnet man damit nicht schlicht seine Gefühle? Wie schafft man es, sich nicht vom Zauber des Neuen und Unbekannten bedroht zu fühlen und gewiss zu sein, dass mehrere unterschiedliche Individuen ganz von einander unabhängig zusammen sein wollen. Sexuell. Oder spirituell. Im Idealfall: Beides.

Polyamorie – Vielfältige Liebe als Zukunftsmodell?

Jeder mit jedem, Harem, freie Liebe ohne Einschränkung: Viele Mythen entsprechen einfach nicht den tatsächlichen Lebenskonzepten. Polyamorie hat als Symbol ein Herz mit integrierten Zeichen der Unendlichkeit. Das englische Kunstwort „Polyamory aus dem Griechischen „viel, mehrere“ und Latein „Liebe“ steht für den Oberbegriff einer Praxis, Liebesbeziehungen zu mehr als einem Menschen zur selben Zeit zu pflegen. Wichtig: Das volle Wissen und Einverständnis aller beteiligten Partner.]

Die Bindungen sind langfristig und vertrauensvoll konzipiert und schließen Verliebtheit, Zärtlichkeit und Sexualität ein.

Die nichtmonogamen Beziehungen sind auf emotionaler Ebene vergleichbar mit Freundschaften oder familiären Bindungen, haben aber eine große sexuelle Komponente, Nicht selten haben Beteiligte bisexuelle Neigungen, die gemeinsam mit dem „Hauptpartner“ ausgelebt werden können.

Dieses Konzept stellt ganz grundsätzlich die Vorstellung in Frage, dass eine Zweierbeziehung die einzig erstrebenswerte oder mögliche Form eines glücklichen Zusammenlebens darstellt.

Ähnlich angelegt ist die Idee einer offenen Beziehung /Partnerschaft /Ehe, in der die „Außenkontakte“ allerdings unterschiedlich tief gehen können. Die Beteiligten stehen einander grundsätzlich und wissentlich die Freiheit zu, auch andere Partner, insbesondere Sexualpartner zu haben. Mit einem Konflikt mit konventionellen Erwartungen an und Moralvorstellungen muss man / frau umgehen können.

Kein Synonym: Offene Beziehung versus Polyamorie

Auch wenn Einzelfälle ähnlich anmuten können, besteht ein essentieller Unterschied: Die Offenheit in einer offenen Beziehung fokussiert in erster Linie auf den sexuellen Aspekt. Gerade in dieser Hinsicht werden meist strikte Beschränkungen festgelegt, was bei Polyamorie oftmals immer wieder neu ausdiskutiert wird.

Beziehungskrisen und Fremdgehen sind übrigens auch diesen Konzepten keineswegs völlig fremd. Je nach Beziehungsform wird zwar die klassische Monogamie abgelehnt, ein kompletter Freibrief ist das aber so gut wie nie.

Wenn die neue Freundin aus Bindungsangst Exklusivität ausschließt, hat ihr Herzblatt schlechte Karten. Vor allem, wenn der Wunsch nach sexueller Untreue einseitig ist, kann am Ende kaum Zufriedenheit bei allen Beteiligten aufkommen. Selbst dann, wenn man am eigenen Leib erfahren hat, dass Geheimnisse das Verletzendste an einem Seitensprung sein können. Manchmal ist das beste Ende für eine monogame Bindung die Scheidung – eifersüchtig andere Konstellationen zu ertragen würde kein Psychologe raten.

Friends with Benefits versus Eifersucht, Einsamkeit und Ehekrise?

Friends with BenefitsBei der Partnersuche setzt jeder auf eine ganz eigene Zusammensetzung aus romantischen, freundschaftlichen und sexuellen Komponenten. In letzter Zeit scheint es eine Häufigkeit an Versuchen zu geben, den nicht unbedingt exklusiven Begriff „Herzensmensch“ neu zu definieren.

Sex und Gefühle trennen zu wollen scheint bei beiden Geschlechtern en Vogue – Ist das  Ende der Monogamie gekommen? Passt die Vorstellung vielleicht einfach nicht für jeden? Es gibt nun mal Einzelgänger, Gruppenwesen und Freigeister, die ihre ganz individuellen Bedürfnisse im sozialen Umfeld suchen. Und finden.

Viele aufregend-atemberaubende neue Erfahrungen mit unterschiedlichen Bezugspersonen gleichzeitig sammeln zu dürfen, die voneinander wissen und einander sogar mögen und bereichern, klingt spannend, aufregend und toll. Die „Beziehungsarbeit“ muss allerdings auch unter einander stattfinden. Mehrere Individuen unter einen Hut zu bringen, erfordert durchaus Energie und Organisation. Manchmal schlittert man durch einen Wechsel der Umstände – etwa räumliche Trennungen – in derartige Konstellationen und glaubt so, das Beste aus allen Welten zu bekommen.

Ein Gefühl von Gemeinschaft, Einheit und Fürsorge kann auch im Rahmen von Gruppendynamik aufkommen. Vielleicht entsteht ja tatsächliche eine Emotion à la Wunschfamilie oder heimeliges Nest…

Leider besteht die Gefahr einer Projektion von sich auf alle Beteiligten: unterschiedlichste Interessen und Bedürfnisse können sich in absoluter Verunsicherung manifestieren, selbst wenn sich alle größte Mühe geben.

Offen über unsere Wünsche und Bedürfnisse kommunizieren kann man allerdings nur dann, wenn man diese kennt. Das setzt ein grundsätzliches In-sich-Selbst-Ruhen voraus. Und eine gesunde Balance an Egoismus und Gruppenkompatibilität.

Anfang vom Ende?

Nicht selten ist der Freibrief zum Seitensprung ein lahmer Versuch mit wenig Eigeninitiative, wieder mehr Prickeln in eine Beziehung zu bringen. Als allerletzter Ausweg, wenn alles Andere gescheitert ist und man nur noch neben einander her lebt. Ein radikaler Schlussstrich wird aus Gründen wie Bequemlichkeit und Finanzen aufgeschoben. Aufregend, neu, abenteuerlich soll das Leben aber doch rasch werden.

Sündige Stunden außerhalb als Alternativprogramm zum drögen Ehealltag sollen den Kick verschaffen, den man schon so lange nicht mehr spürt. Tja – Warum dann nicht mit erhobenem Haupt einen Schlussstrich ziehen und es tatsächlich mit einer Freundschaft versuchen? Viel spielt sich ja meist im Ehebett ohnehin nicht mehr ab.

Fremdgehen mit Erlaubnis, ohne dabei die eigene Beziehung aufs Spiel zu setzen. Komfort und liebevoller Umgang in der Partnerschaft , Respekt und aufregende Abenteuer gleichzeitig: Eine verlockende Abwechslung, aber kann das gut gehen? Was, wenn man sich doch Hals über Kopf verliebt? Kann man diese Möglichkeit ja ausschließen? Und, last but not least: Ist eine derartige Herangehensweise jemals fair gegenüber den Dritten? Muss nicht irgendjemand zwangsläufig auf der Strecke bleiben?

Die diesbezüglichen Erfahrungen sind völlig unterschiedlich. Nicht zuletzt deshalb, weil jeder sein „Binkerl“ aus vorherigen Bindungen mit sich trägt.

Unbewusste emotionale Erwartungen

Paartherapeuten zeigen sich durchaus skeptisch. Selbstwert und Sicherheit findet man heute oft nicht mehr durch die soziale Umwelt, sondern in der Paarbeziehung. Abenteuer können außerhalb das Grundbedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit verletzen.

Fazit: Sündig oder sinnvoll?

Oft stolpern Paare in das Experiment „offene Beziehung“ nach jahrzehntelangen Partnerschaften. Und schmerzhaften heimlichen Seitensprüngen. Ehrlichkeit kann eine Bereicherung sein – oft ist das Vertrauen allerdings so geschädigt, dass der Anfang vom Ende längst absehbar ist. Dann hält man an etwas längst Zerstörtem unnötig lange fest.

Emotionale Nähe und Liebe ja bitte, sexuelle Exklusivität nein danke – ob beides tatsächlich zu vereinbaren ist? Das muss man ganz individuell herausfinden. Drum suche, wer sie ewig bindet… Die Diskrepanz zwischen sicherem Hafen und Abwechslung im Bett spricht für die Liebe ohne körperliche Treue. Ob es das wert ist, zeigt nur der Selbstversuch.

Wer Treue bewahrt, kennt nur die triviale Seite der Liebe. Nur die Treulosen kennen die Tragödien der Liebe. Oscar Wilde

Kommunikationsprobleme zwischen Mann und Frau

Wir müssen reden!

Männer und Frauen kommunizieren unterschiedlichDie wohl meist gefürchtetsten drei Worte in einer Beziehung. Sehr, sehr oft der Anfang vom Ende. Meist ist es viel zu spät, um die Gräben noch zu überwinden. Das Ungesagte hat sich zu einer Mauer aufgetürmt, die keiner der Beteiligten mehr einreißen kann. Oder will. Sprechen Marsianer und Venus-Bewohnerinnen einfach nicht dieselbe Sprache? Die Erfahrung zeigt: Ja. Häufig. Viel zu häufig.

Man(n) kann nicht nicht kommunizieren, postulierte einer, der es wissen muss. Ob Wissenschaftler Paul Watzlawick je im zwischenmenschlichen Bereich am Schweigen der Männer gescheitert ist, kann an dieser Stelle nicht geklärt werden. Funkstille tut einer Beziehung jedenfalls nie gut. Ohne Austausch verliert man sich jedenfalls früher oder später. Den kann man zwar nicht auf Biegen und Brechen erzwingen, aber lernen und üben. Und vor allem: Pflegen. „Wir haben uns auseinander gelebt“ bedeutet nicht selten: Wir haben uns viel zu lange nicht mehr die Zeit genommen, zu reden. Und: Zuzuhören!

Du verstehst mich nicht!

Kommunikationsexperten befassen sich jedenfalls schon lange mit dem zwischengeschlechtlichen Kontakt. Der muss nicht nur verbal ausfallen. Auch wenn die zahllosen Klischees von den weiblichen Plaudertaschen und mundfaulen Schweigern nicht aussterben – Anders, als immer wieder behauptet, sprudeln aus beiden Geschlechtern mehrere Tausend Wörter pro Tag heraus. Wie viele genau, konnte bis dato nicht wissenschaftlich fundiert eruiert werden. Fakt dürfte sein: Die Zahlen nähern sich einander an. Im Durchschnitt und in unseren Breiten jedenfalls. Allerdings reden wir zielstrebig und nicht selten permanent an einander vorbei.

Dabei stolpern Paare – bei aller Liebe – auch über ihre eigenen Muster: Subtilität kommt bei Ihm oft einfach nicht an, und bei notorischem Keppeln und Jammern schaltet er flugs auf Durchzug. Sie hingegen ignoriert gerne, was sie nicht sehen will. Wird er immer stiller, kann es gut sein, dass er sich – getreu dem höflichen Motto „Hast du nichts Nettes zu sagen, sag gar nichts“ auf dem inneren Rückzug befindet. Oder aber aus seiner Sicht ist alles paletti, und der Herr schweigt einfach selig vor sich hin. Sollte sich das Kommunikationsverhalten jedenfalls drastisch ändern, heißt es: Hinschauen. Analysieren. Irgendeinen Grund gibt es fast immer. Und wenn es nur daran liegt, dass er sich im Büro den ganzen Tag von der rhetorischen Schokoladenseite zeigen musste…

Kommunikationsprobleme entstehen nicht zuletzt aus jahrhundertealten, tradierten Geschlechterrollen. Frauensprache in Männersprache zu übersetzen und umgekehrt zählt zu den Herausforderungen funktionierender Zweisamkeit.

Übung macht den Meister

Plappermäuler haben einen großen Vorteil: Die Übung. Jedenfalls in ihrer Funktion als Sender. Kommunikation besteht aber aus drei essentiellen Faktoren: Sender – Empfänger – Botschaft. Zuhören kann wichtiger sein als selbst zu sprechen. Das Gesagte kann völlig nachrangig sein, wenn es vor allem darum geht, wieder Kontakt zum anderen aufzunehmen. Ohne letzteren keine Intimität, Sexualität, oder irgendeine Art des Austausches.

Männergespräche

Kennen Sie das? Er trifft sich mit Freunden, verbringt mehrere Stunden mit ihnen. Kehrt zurück, Sie fragt „Was gibt es Neues bei XY?“ und Er hat keinerlei Updates. Null. Dabei kriselt es beim einen, der andere hat eine neue Freundin, der Nachwuchs wurde endlich eingeschult usw. „Worüber habt ihr denn gesprochen?“ fragt man sich als bessere Hälfte. Das starke Geschlecht kommuniziert untereinander völlig anders als die Damen. Und in ihrer Plauder-Welt dreht sich ganz oft alles um banale Gemeinsamkeiten: Sport, Job, Arbeit, Autos. Meist Anlass-bezogen. Und vor Allem: Aufgabenbezogen.

Klischees? Mitnichten. Einfach drauf los plaudern über die Banalitäten des Alltags haben viele nicht gelernt. Die Ladies hingegen kennen eines gut: Im Zuge des unbedarften Drauf-los-Quatschens lösen sich ganz oft Fragen und Probleme, von denen sie bis dato gar nicht wussten, dass sie überhaupt Thema waren. Und so kommt es im besten Fall gar nicht erst zu einem Riesenknäuel an Missverständnissen und Unklarheiten, die aufzudröseln viel mehr Mühe macht als eine rechtzeitige Auseinandersetzung. Durch die konstante Auseinandersetzung miteinander haben die Mädels nicht zuletzt eine wichtige Fertigkeit erworben: Sie erkennen bei ihren Geschlechtsgenossinnen im Plauderton erste Warn- und Alarmsignale und assistieren durch nachfragen und bis zum „Durchkauen“ detailliertes Analysieren schon im Vorfeld, wo ein Stolperstein lauern könnte.

Hallo! Ist da jemand?

Versucht man dann mit dem Holden auf einer ähnlichen Ebene, das Gespräch fortzusetzen, überfordert man ihn schnell. „Komm auf den Punkt!“ scheint er immer wieder zu fordern. Doch den versucht sie grade selbst, zu finden. Oder zu erkennen, ob es überhaupt einen gibt.

Venus ruft Mars?

Vielleicht sind es ja wirklich zwei verschiedene Sprachen. Hinter  Du hörst mir gar nicht zu! Du redest zu viel! Steckt oft die Botschaft: Ich bin mit der Situation überfordert. Ich brauche einen Übersetzer!

Vielleicht hilft ja eine Betrachtung: Worüber redet er mit seinen Buddies? Tja, Klischee hallo: Vor allem über die Firma. Wie läuft’s bei dir? Heißt vorwiegend: Wie geht es im Job. Da kann es in Herzensangelegenheiten noch so sehr kriseln, er wird sich nicht flugs in dieser Causa Rat holen, sondern banale Anekdoten aus seinem Berufsleben von sich geben. Eventuell dann im Nebensatz seufzend irgendetwas Ironisches über den Hausdrachen erzählen.

Es folgen Maschinen aller Art als Thema, und dann eventuelles Aktuelles aus aller Welt wie Sport oder Ähnliches. Herzensangelegenheiten lassen sich die Herren auch unter einander eher aus der Nase ziehen. Und auch dann überrascht es vermutlich die Kumpels nicht, wenn er nur Fakten teilt. Heißt: Die Information „Ich lasse mich scheiden“ kann das Allererste sein, was das nahe Umfeld über Beziehungsprobleme erfährt. Klingt komisch, ist aber so!

Dass vor diesem Hintergrund die banale Frage „Was denkst du gerade?“ zu Irritationen führen kann, verwundert wenig. Auch „Was gibt´s Neues?“ können beim Homo sapiens völlig andere Assoziationen hervorrufen –  je nachdem, ob man über X und Y Chromosomen verfügt.

„Er / Sie redet zu viel“ ist übrigens auch Ansichtssache. Für die Herren bedeutet dies meist: „Plappert über Dinge, die mich nicht interessieren“. Und die Damen kritisieren sehr häufig, dass ER Monologe über sich selbst hält.

 

Tipps

Ist also Hopfen und Malz verloren? Das wäre ja noch schöner!

Mit dieser Übersetzungshilfe klappt´s besser, versprochen!

Die Damen mögen´s gerne indirekt, die Herren allerdings haben es nicht wirklich mit dem Zaunpfahl-Winken. „Verschlüsselte“ Botschaften kommen selten an. Und noch seltener gut. Klar gibt es auf beiden Seiten Meister der Manipulation – Aber wir wollen uns hier dem Austausch auf Augenhöhe widmen.

Statt dezenten Hinweisen bitte also konkrete Ansagen!!

Fünf Faktoren sind entscheidend.

  1. Der richtigen Zeitpunkt

Unterbricht man jemanden unvermittelt bei einer wichtigen Beschäftigung, erntet man vor allem Widerstand. Während einer möglich angenehm gestalteten Pause dann kurz und bündig, umgehend, freundlich und doch hartnäckig zum Punkt kommen!!

  1. Forderungen vermeiden

Das innere Alarmsystem schrillt schnell in höchsten Tönen, wenn man sich in die Ecke gedrängt fühlt. Klassische Abwehrreaktionen vernebeln schnell den Blick aufs Wesentliche. Sachkompetenz und Motivation fördern die Fähigkeit zur Problemlösung. Im Zweifelsfall lieber um etwas bitten und um Rat fragen als es verlangen.

  1. In der Kürze liegt oft die Würze

Langatmige Einleitungen nerven schnell. Schier endlose Begründungen detto. Klare und simple Kommunikation hingegen überzeugt. Wenn es nach Überredungsgeschwafel ausschaut, machen wir alle schnell dicht. Nachfragen und konstruktives Input hingegen schadet eigentlich nie.

  1. Direktheit siegt – aber nur konkret

Was will man wem genau warum vermitteln? Sich vorher selbst kurz darüber klar zu werden kann entscheidend sein. Die meisten von uns freuen uns sehr, wenn man sich in einer konkreten Sache explizit an uns wendet. “Sag, du hast doch damals diese Troubles mit XY so elegant gelöst, vielleicht kannst du mir ja einen Tipp geben in Sachen…“ wirkt nicht selten selbst beim größten Schweiger. Auf der anderen Seite kann ein „Jetzt kennen wir uns schon so lange und haben uns noch nie über YZ unterhalten“ kann weit mehr bewirken als „Erzähl mir was“. Faustregel: Je genauer Frau weiß, was sie (erfahren) will, desto eher wird Mann sie verstehen.
No-Gos sind vorwurfsvolle, verallgemeinernde Plattitüde à la „Immer muss ich dir alles aus der Nase ziehen“, oder „Nie erzählst du mir etwas“.

  1. Konjunktive vermeiden

Der Sprachgebrauch in der Arbeitswelt besteht meist aus eindeutigen Ansagen. Den sind die Herren der Schöpfung gewöhnt. Klingt banal, aber wenn man es sich laut selbst vorsagt, merkt man: „Wir könnten mal wieder ausgehen“ „Würdest du nicht auch gerne ans Meer fahren (Antwort: „Ja“ und die Sache ist abgehakt) hat eine ganz andere Dynamik als „Komm, wir planen jetzt einen Pärchen-Abend, der uns beiden Spaß macht“ oder „Lass uns noch heute einen Urlaub buchen!“. Für Frauen klingt das höflicher, Männer sind eher irritiert und haken die Konversation im Handumdrehen ab.

Vielleicht ein evolutionäres Erbe. „Man könnte sich gegen den Säbelzahntiger schützen“ scheint tatsächlich wenig zielführend.

Staunen und Wundern

Auch wenn es gerade in Sachen Kommunikationsverhalten zwischen den Geschlechtern so häufig scheint, als wäre es ohne Hilfe professioneller Psychologie unmöglich, auf einen Nenner zu kommen, liegt Vieles schlicht an der Einstellung. Die Geschichte von Partnerschaften ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Der renommierte Paarberater Michael Mary empfiehlt schlicht einen offenen, neugierigen Blickwinkel. Der Partner, die exotische Spezies von einem anderen Kontinent. Was hat sein geheimnisumwitternder Stamm für einen Gesprächs- und Kommunikationsstil? Auf welcher verbalen Ebene kann ich mich mit ihm austauschen?

Sehen wir den Austausch doch einmal wie das „Mit-Händen-und-Füßen-Gestikuliere“ in einem fremden Land, dessen Sprache wir nicht beherrschen. Aufgabenbezogen. Muss man elegant-eloquent die typischen lokalen Köstlichkeiten bestellen können. Was zählt ist, dass man am Ende des Tages gemeinsam neue Erinnerungen geschaffen hat, die verbinden.

Mein Partner, das fremde Wesen. Wenn man sich den Zauber des Unbekannten und Rätselhaften bewahren kann, ist die komplexe Aufgabe der Kommunikation und des Austausches eine atemberaubende Reise, die beide Seiten bereichert. Hineinschauen kann niemand in den anderen – und zu erwarten, dass das Herzblatt Gedanken lesen kann, ist schlicht zu viel verlangt.

Übersetzungshilfen schaden nie. Nachfragen auch nicht. Jeder hat seine Eigenheiten. Manchmal können wir einfach nicht auf den Punkt kommen und sagen das eine und meinen das andere. Das geschieht nur allzu oft völlig unbewusst, daher sind Vorwürfe diesbezüglich selten angebracht. Interpretieren wir weniger, kommunizieren wir mehr.

Wie meinst du das? Warum fasziniert dich das? Was für einen Stellenwert hat das in deiner Welt? Kann es sein, dass… Was würdest du an der momentanen Situation am liebsten ändern? Was gefällt dir in deinem Leben derzeit am besten?

Der kleine feine Unterschied wird in vielerlei Hinsicht auch biologistisch erklärt. Vielleicht haben wir kaum Chancen, weil wir die beiden Gehirnhälften unterschiedlich nützen. Und das Sprachzentrum schlicht anders platziert ist. Vielleicht werden wir es nie erfahren. Ja, Männer sind anders. Frauen auch. Aber vielleicht macht es ja gerade das so spannend. Meister großer Worte fallen nur spärlich vom Himmel, und wenn, dann landet man trotzdem nicht zwangsläufig im siebtem Himmel mit ihnen.

Ordnung in die Gedanken bringen

Eventuell verarbeiten wir ja etwa die unspektakulären Geschehnisse des Alltages abends einfach differenziert. Während Sie Ihn gern an der Türe mit ihren Erlebnissen bombardiert, braucht er eben eine Weile, um in Ruhe seine Gedanken zu ordnen. Weil er sie nur dann teilen kann. Sie ordnet und teilt gleichzeitig. Aber wir alle kennen mittlerweile auch Gegenbeispiele, oder? Nicht alle Damen telefonieren gerne stundenlang ohne konkreten Anlass, manche Herren sind die besten Zuhörer.

Über Gefühle zu reden oder Probleme breitzutreten, hat das schöne Geschlecht eher gelernt und perfektioniert. Er sieht keinen Sinn darin, jemanden mit hinter zu ziehen, solange es keine handfesten Lösungsstrategien gibt. Das kommt nicht zwangsläufig einem Vertrauensmangel gleich. Harte Fakten sind ihre Welt, so wurden sie fast durch die Bank erzogen. Da mangelt es sogar am Vokabular. Vielleicht leiden die Herren ja so dermaßen ausgiebig, wenn sie verschnupft sind? Wer weiß. Jedenfalls funktioniert die Kommunikation nur ganz selten von Null auf Hundert. Lässt man den Besten über seine Lieblings-Topics plaudern, stehen die Chancen besser, danach etwas tiefer zu gehen.

Übung macht den Meister. Kleine Rituale auch. Häufig spricht er im Laufe einer Partnerschaft immer weniger. Schade! Ein einfühlsames SMS, ein paar liebe Worte auf einem Post-it am Kühlschrank, so manch ein verliebter Schweiger schafft es doch, Zeichen zu setzen und sein Herz wenn schon nicht auf der Zunge zu tragen, doch in Buchstabenform auszuschütten. Dass das kein Zeihen von Schwäche ist, muss sich wohl noch flächendeckend herumsprechen. Reden wir darüber!

„That´s when you know you found someone really special. When you can just shut the f* up for a minute an comfortably enjoy the silence“ Pulp Fiction, Mia